MOGLICHKEITEN DES ERSATZES VON KONSERVIERUNGSMITTELN 843 die vorliegenden Versuche verwendeten wit folgende Bakterienst•imme: Staphylococcus aureus SG 511 -Escherichia coli- Proteus vulgaris -Pseudo- monas aeruginosa. Die Stiimme wurden der Stammsammlung des Institutes entnommen. Bei der Auswahl der Methodik muBte beachtet werden, dab es nicht um die M6glichkeiten der Raumdesinfektion ging (3), wobei es auf die anti- mikrobielle Wirksamkeit der D•impfe der Riechstoffe ankommt. Die von Vincent und Vincent (23) angegebene Pliittchenmethode schien uns nicht geeignet, weil die Diffusionsgeschwindigkeiten der einzelnen Substanzen zu verschieden sind. Die zu erwartenden Ergebnisse werden weitgehend dutch die Diffusionsrate bestimmt, nicht dutch die tats•ichliche antimikrobielle Wirksamkeit (16). Nach Paetzold (24) stellen Salben sehr unte•schiedlich gute N/ihrb6den ffir Mikroorganismen dar sicherlich lassen sich diese Ergebnisse auf die Kosmetika allgemein iibertragen. Kosmetika und damit auch deren Parffi- mierung werden Stabilit•itsversuchen unterzogen, die aufgrund der ange- wendeten Temperaturen auch als eine Bebriitung aufgefaBt werden k6nnen. Um den Praxisbedingungen m6glichst nahezukommen und dabei gleichzei- rig den Mikroorganismen einen guten Niihrboden zu geben, x•urden in Anleh- nung an Dabbah et al. (10), die die antimikrobielle Wirksamkeit von Agru- men61en prfiften, die Versuche nach den ,,Richtlinien ffir die Prfifung che- mischer Desinfektionsmittel der Deutschen Gesellschaft ffir Hygiene und Mikrobiologie" (25) durchgeffihrt. Wit haben damit eine Versuchsordnung gew/ihlt, die ffir die Anwendung im medizinischen Bereich eine allgemein anerkannte Stabilisierung erfahren hat und vergleichbare Ergebnisse lieferr. Die yon uns verwendeten, hiiufig aus Kosmetika isolierten Bakterienarten sind gleichzeitig auch in den Richtlinien als Testkeime zur Bestimmung der baktericiden Wirkung im Suspensionsversuch vorgeschrieben. Die Bebrii- tungstemperatur von 37 øC entspricht ebenfalls den Richtlinien, sie stellt die optimale Vermehrungstemperatur der Testkeime dar und entspricht den praktischen Verh•iltnissen bei der Anwendung von Kosmetika auf der menschlichen Haut. Die Untersuchung der konservierenden Wirkung •itherischer Ole bei Temperaturen unter 37øC und /fiber einen liingeren Zeitraum, also unter Verh/iltnissen, wie sie bei der Lagerung kosmetischer Pr•iparate herrschen, war nicht Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Die dabei auftretenden Pro- bleme, wie z. B. selektiver Wachstumsvorteil von Keimen, deren Tempera- turoptimum unter 37 øC liegt oder eventuell temperaturabh/ingige Ver•inde- rung der antibakteriellen Aktivit•it der •itherischen Ole, m•ssen dutch ge- iinderte Versuchsanordnungen erfaBt werden.
844 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS VERSUCHSBESCHREIBUNG Die Riechstoffe und Konservierungsmittel wurden aseptisch dutch 30 sec lange Beschallung mir einem Branson Sonic Power Sonifier S 125' in ste- rilisicrtes Wasset eingearbeitet. Wie in Vortesten ermittelt, sind diese Emul- sionen bei Raumtemperatur ca. 12 Stdn, bei 37øC fiber mehr als 24 Stdn haltbar, so dab ohne Zusatz yon Alkohol oder L6sungsvermittlern gearbeitet wetden konnte. Feste Stoffe konnten dutch Beschallung in pipettierbare Suspension gebracht wetden. In sterilisierten Reagenzgl•isern wurden 5 ml der genannten Emulsion bzw. Suspension mir 5 ml einer doppelt konzentrierten N•ihrbouillon (Merck, Standard 1-N•ihrbouillon) vermischt, nachdem man dutch Zugabe yon 1 Tropfen einer 1:10 verdfinnten 16sttindigen Bouillonkultur der oben erw•ihnten Testkeime angeimpft hatte. Je Verdfinnungsstufe wurden 3 Reagenzgl•iser angesetzt, yon denen nach 24stfindiger Bebrfitung auf Agar- platten (Blood Agar Base, Oxoid Code Nr. CM 55, ohne Blutzusatz) Sub- kulturen angelegt wurden. Wit verwendeten pro Reagenzglas 2 Platten, auf denen je 0,l ml der bebrfiteten Mischung ausgespatelt wurden. Nach 24- stfindiger Bebrfitung wurden die Kolonien ausgez•ihlt. Die Ergebnisse beruhen auf dem arithmetischen Mittel der Keimzahlen yon 6 Platten. Wit sind yon Anfang an dayon ausgegangen, dab sich die Parffimierungen kos- metischer Produkte in gewissen Grenzen bewegen, so dab wit bei unseren Versuchen nut die Konzentrationen 1:500 und 1:1000 testeten, was Parffi- mierungen yon 0,2 bzw. 0,1% entspricht. Alle Konzentrationsangaben beziehen sich auf die Endmischung yon doppelt konzentrierter N•ihrbouillon mir beschallter Riechstoff-Wasseremulsion und Testkeim. Grenzhemmwerte wurden nicht ermittelt. ERGEBNISSE UND DISKUSSION •tbb. ! zeigt den Prozentsatz der geprfifken 2therischen idle und Riech- stoffe, die eine Aktivit2t gegen die gew2hlten Mikroorganismen ausfibten. Es l•iBt sich erkennen, dab der gram-positive Erreger Staphylococcus aureus dutch die Riechstoffe am leichtesten beeinfluBbar war. In der Verdfinnung von 1:500 zu genau 86,1 •o dutch die gew2hlten Substanzen, in der Ver- dfinnung 1:1000 zu 66,7øfo . Die gram-negativen Keime Escherichia coli und Proteus vulgaris wurden nut zu 38,9 bzw. 22,2 Vo und zu 33,3 bzw. 16,7 øfo * Wit danken dem Institut ftir Pharmazeutische Arzneimittellehre, Ludwig-Maximilian-Universi- t2t, 8000 Mtinchen 2, KarlstraBe 29, ftir die M6glichkeit zur Benutzung dieses Ger2tes
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