OLKOMPONENTEN FOR KOSMETIKA 305 spielt etwa bei Pr•iparaten ftir O1Nider eine Rolle. In diesem Fall m6chte man gut spreitende Produkte haben, die auf der Wasseroberfi•iche einen Olfilm hinterlassen und die wenig dazu neigen, von der Hautoberfi•iche in Emulsions- form abgesptilt zu wetden. Das Spreiten auf der Haut ist besonders wichtig, wenn die Olkomponenten in w•iBrig-alkoholischer L6sung oder in Emulsions- form angewendet werden. Wit haben deshalb die Vorg•inge, die mir dem Spreiten von Olkomponenten zusammenh•ingen, einer kritischen Bettach- tung unterzogen. Die geprtiften 01komponenten sind in Tabelle I zusammen- gestellt. Alkohole Tabelle I Zusammenstellung der geprtiften Substanzen verzweigtkettige, ges•ittigte Alkohole 2-Octyldodecanol gradkettige, ungesiittigte Alkohole Oleylalkohol Ester aus Fettsiiuren und Fettalkoholen Ols•iureoleylester Laurins•iurehexylester Olsiiuredecylester Capryl/Caprinsiiure-alkylester (alkyl = dodecyl bis stearyl) Isononansiiure-palmityl/stearylester aus Fettsiiuren und kurzkettigen Alkoholen Isopropylmyristat Isopropylpalmitat Triglyceride Capryl/Caprins•iuretriglycerid Sie enthiilt sowohl Produkte, die seit liingerer Zeit ftir Kosmetika verwen- det werden, als auch neu aufgenommene Substanzen. Es erhebt sich nun die Frage nach der Unterscheidung der genannten O1- komponenten gem•iB ihrer Spreitwirkung. In kurzer Zusammenfassung sollen deshalb die Vorg•inge beim Spreiten in Erinnerung gebracht werden. Physikalisch-chemisch exakt definiert ist zun•ichst der Gleichgewichtssprei- tungsdruck, meist als = bezeichnet und in der MaBeinheit dyn/cm angegeben. In .,4bb. 1 ist das MeBprinzip zur Ermittlung des Gleichgewichtsspreitungs- drucks dargestellt. Von einem auf der Wasseroberfl•iche schwimmenden wasserun16slichen 01tr6pfchen spreiten geringe Substanzmengen in moleku- later Schicht auf der Oberfl•iche, ein Vorgang, den man sich auch als zweidi-
3O6 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS mensionale Verdampfung vorstellen kann. Dabei spreitet nun die Substanz so lange, bis die gesamte zur Verftigung stehende Oberfi•iche gleichm•iBig mir einem Olfilm belegt ist. Ist dieset Zustand erreicht, so hat sich der Gleichge- wichtsspreitungsdruck (equilibrium spreading pressure) aufgebaut. zum induktive K raftaufnehmer •t Wa ss er Abbi/dung 1 MeBprinzip zur Ermittlung des Gleichgewichtsspreitungsdrucks Zur Messung dieses Gleichgewichtsspreitungsdrucks haben wir eine An- ordnung verwendet, die direkt aus seiner Definition •r = 2%0 -- 2' r,_'•m (1) hergeleitet wurde. Gemessen wurde also die Differenz der Oberfl•ichenspan- nungen vor und nach dem Spreiten der Testsubstanz auf einer reinen Wasser- oberfl•iche. Die einzelnen Oberfl•ichenspannungen wurden nach dem Prinzip der Vertikalplattenmethode ermittelt, die von L. Wilhelmy (1) hereits in der Mitre des vergangenen Jahrhunderts publiziert worden war. Als vertikale Platte dient ein Pl•ittchen aus aufgerauhtem Platin, das zur Kraftmessung mit einem induktiven Kraftaufnehmer verbunden ist. Ober einen Tr•igerfrequenz- meBverst•irker und einen Schreiber kann der Verlauf der Oberfl•ichenspan- hung nach Aufsetzen des Oltr6pfchens verfolgt werden. Die H6he des Ab- falls der Oberfl•ichenspannung gibt dann definitionsgemitB direkt den Sprei- tungsdruck (dyn/cm) an. Wenn nach Ausbildung des Gleichgewichtssprei- tungsdrucks wieder ein langsamer Anstieg der Oberflitchenspannung zu be- obachten ist, so deutet dies auf ein teilweises gegenseitiges L6sen von O1 und Wasset hin. In diesen F•illen wird der kurze Zeit nach dem Aufsetzen des
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