OLKOMPONENTEN FOR KOSMETIKA 307 Tropfens beobachtete Minimalweft der Oberfi•tchenspannung, welcher einem Maximalweft des Spreitungsdrucks entspricht, als MeBwert registriert. Die nach diesem Verfahren erhaltenen Gleichgewichtsspreitungsdrucke sind in Tabelle II wiedergegeben. Tabelle II Gleichgewichtsspreitungsdrucke, gemessen nach der Vertikalplattenmethode. Olkomponente (in dyn/cm) 2-Octyldodecanol 17,0 Oleylalkohol 32,9 Ols•iureoleylester 16,3 Laurins•iurehexylester 12,0 Olsiuredecylest er 11,3 Capryl/Caprinsiurealkylester (alkyl = dodecyl bis stearyl) 8,7 Isononansiure-palmityl/stearylester 8,2 Isopropylmyristat 16,4 Isopropylpalmitat 15,4 Capryl/Caprinsiuretriglycerid 19,9 Danach hat Oleylalkohol den h/Schsten Spreitungsdruck, gefolgt von Alko- holen und st•trker unges•tttigten Estern sowie Fetts•tureestern kurzkettiger Alkohole (Isopropylpalmitat und -myristat). Den niedrigsten Spreitungs- druck dieset Reihe haben wit bei ges•tttigten oder verzweigtkettigen Estern aus Fetts•turen und Fettalkoholen mittleren Molgewichts gefunden. Inter- essant ist in diesem Zusammenhang noch die Tatsache, dab das Produkt mir dem niedrigsten Gleichgewichtsspreitungsdruck ein Derivat einer verzweigtketti- gen Fetts•ture, der Isononans•ture, ist. Verzweigtkettige Fetts•turen sind abet auch im Btirzeldrtisenfett von Wasserv/Sgeln enthalten. Wenn nun diese Stoffe auf Wasset wenig spreiten, so k/Snnte dies auch bedeuten, dab ein mir diesem Produkt eingefettetes Federkleid dieses Fett im Wasset nut langsam wieder abgibt, die gewiinschte Wirkung also linger erhalten bleibt. Man kiSnnte in diesem Zusammenhang auch daran denken, auf Wasset schlechtspreitende Ole bevorzugt zur Herstellung von Sonnen/51en, die beim Baden nicht abge- sptilt werden, zu verwenden. Der Gleichgewichtsspreitungsdruck eines Ols auf Wasset zeigt Parallelen zu dem sogenannten Spreitungskoeffizienten, der aus den energetischen Be- ziehungen zwischen Oberfi•ichenspannungen und Grenzfi•ichenspannung wie folgt hergeleitet wetden kann. Ein Oltr/Spfchen verteilt sich auf einer Wasseroberfi•tche nut dann, wenn da- dutch die gesamte Oberfi•tchenenergie geringer wird, d. h. die Summe aus der Oberfi•tchenspannung des Ols und der Grenzfi•tchenspannung O1 gegen Was-
308 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS •" H20 Wasser •lbbildung 2 Zur Ableitung des Spreitungskoeffizienten set muB kleiner sein als die Oberflichenspannung des Wassets. Dies trifft zu- nichst strenggenommen nut fiir den Beginn des Spreitens zu, wobei gilt: So = 7too -- 7'o•- 7'•2o/o• (2) Darin bedeuten' So = Anfangsspreitungskoeffizient 7-20 = Oberfl2chenspannung des Wassets 70• = Oberfl•chenspannung des Ols 7.2o/o• = Grenzfiichenspannung O1 gegen Wasset Hat sich zwischen den Oberflichenspannungen und der Grenzfl•ichenspan- nung O1/Wasser das Gleichgewicht eingestellt, so kann dieset Zustand wie folgt beschrieben wetden: Seq = •2Film -- •201- •2tt20/01 (3) Es bedeuten: Seq •Film = Gleichgewicht skoeffizient = Oberfiichenspannung der mir dem Olfilm bedeckten Wasserober- fiiiche Wit folgerten nun aus der Tatsache, dab der Gleichgewichtsspreitungsdruck als Differenz der Oberfiichenspannungen vor und nach dem Spreiten [Glei- chung (1)] definiert ist, und aus der Gleichung (3) die Beziehung (4) S•q = 7%0 -- = -- 7'o• -- 7%o/o• (4) resultiert. Das •1 kann sich auf der Wasseroberfliche nut dann v611ig ausbreiten, wenn s•q 0 (5) ist. Aus den Beziehungen (4) und (5) kann man herleiten, dab es ftir eine v611ige Ausbreitung grinsrig ist, wenn
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