OLKOMPONENTEN FOR KOSMETIKA 311 wenn eine Korrelation zwischen Gleichgewichtsspreitungsdruck und HLB- Weft gegeben ist. Von verschiedenen Autoten wurde das Spreitverm6gen yon Olen direkt auf der Haut gemessen. So beschreiben F. Neuwald, K. F. Fetting und A. Szakall (3) ein Verfahren, bei dem mir einer Blutzuckerpipette 0,02 ml des Ols auf die volare Seite des Unterarms aufgetropft werden. Nach 10, 20 und 30 Minuten wird dann das ausgebreitete O1 in ein Filterpapier gesaugt und die Gr6Be des Flecks planimetrisch ausgemessen. Wit haben dieses Ver- fahren nachgearbeitet und muBten feststellen, dab bei uns die Streuung der MeBwerte erheblich gr6Ber als von den Autoten mit 4- 20% angegeben war. Auch bei vorheriger definierter Entfettung der Haut streuten die MeBwerte stark. Es zeigte sich sogar, dab die Reihenfolge der Spreitweite yon einigen Olen bei verschiedenen Versuchspersonen unterschiedlich war. Ftir die Er- mittlung des Spreitens auf der Haut haben wit die drei Produkte ausgewihlt, die einen hohen Gleichgewichtsspreitungsdruck (Capryl/Caprinsiuretriglyce- rid), einen mittleren Weft (2-Octyldodecanol) und den niedrigsten Weft (Isononansiurepalmityl/stearylester) ergeben hatten. Die Ergebnisse - Mit- telwerte aus einer groBen Anzahl yon Messungen - erm6glichen nut eine geringe Differenzierung. Selbst diese Unterschiede sind wegen der groBen Fehlerbreite der Megmethode nicht signifikant. Unsere Untersuchungsergebnisse, dab das Spreitverm6gen der Ole auf der Haut nichts mit dem Gleichgewichtsspreitungsdruck oder dem Spreitungs- koeffizient auf Wasset zu tun hat, stehen in Einklang mit Ergebnissen, die R. Keymet (4) beztiglich des Spreitens von Olen auf der Haut fand. Keymet berichtet, dab das Spreiten von Olen auf der Haut unabhingig von deren Grenzfiichenspannung, Viskosit•it, Spreitungsdruck auf Wasset und der- gleichen ist, sondern nut yon der Oberfiichenspannung der Ole bestimmt wird. Anhand einer Vielzahl von MeBwerten tiber Spreitungen auf der Haut konnte er zeigen, dab die Abhingigkeit zwischen Oberfiichenspannung und Spreitung auf der Haut wie folgt angegeben wetden kann: 2y = 636,7 -- 36,85 y d- 0,53561 y" (6) Es bedeuten: y die Oberfi/ichenspannung des {3is (in dyn/cm), y die Sprei- tung auf der Haut (in cm•'). Dies wtirde also bedeuten, dab Ole dann gut auf der Haut spreiten, wenn ihre Oberfi•ichenspannung m/Sglichst niedrig ist. Wit haben daraufhin Ole mit besonders niedriger Oberfi/ichenspannung (Isopropylmyristat) und be- sonders hoher Oberfi/ichenspannung (Olsiiureoleylester) in ihrer Spreitwir- kung nach der genannten Methode i •berprtift und gefunden, dab qualitativ die genannte Abhiingigkeit zwischen Spreiten auf der Haut und Oberfi/ichen- spannung gegeben ist. Wegen der groBen Streuung der MeBwerte konnten die
312 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Ergebnisse nicht quantitativ ausgewertet wetden. Die drei Olkomponenten, die wit zunichst bezfiglich ihrer Spreitung auf der Haut verglichen hatten und die sich besonders stark in dem Gleichgewichtsspreitungsdruck auf Wasset unterscheiden (Isononansiureester, Octyldodecanol und ein Triglycerid kurz- kettiger Fettsiuren), haben alle die gleiche Oberfiichenspannung yon 28,8 dyn/cm. Die nach der yon R. Keymet angegebenen Beziehung errechneten Werte ffir das Spreitverm6gen der Olkomponenten auf der Haut sind in Ta- belle IV aufgeffihrt. Die Werte sind den Wetten ffir die Oberflichenspannung, den Gleichge- wichtsspreitungsdrucken und den Spreitungskoeffizienten gegenfibergestellt. Wie bereits erwihnt, sind keine Korrelationen zwischen Oberflichenspan- hung und damit der Spreitwirkung auf der Haut und dem Gleichgewichts- spreitungsdruck gegeben. Tabelle IV Gleichgewichtsspreitungsdruck zr, Spreitungskoeffizient S, Oberflichenspannung 7 und Spreitverm6gen y auf der Haut. zr s 7 Y Olkomponente (dyn/cm) (dyn/cm) (dyn/cm) (cm =) 2-Octyldodecanol 17,0 20,6 28,8 9,8 Oleylalkohol 32,9 29,7 31,4 3,9 Olsiureoleylester 16,3 23,2 31,9 3,1 Laurinsiurehexylester 12,0 20,9 28,7 10,1 Olsiuredecylester 11,3 25,0 30,4 5,7 Capryl/Caprinsiurealkylester 8,7 15,5 29,6 7,6 (alkyl = dodecyl bis stearyl) Isononansiurepalmityl/stearylester 8,2 14,9 28,8 9,8 Isopropylmyristat 16,4 22,3 27,8 13,1 Isopropylpalmitat 15,4 23,8 28,3 11,4 Capryl/Caprinsiuretriglycerid 19,9 23,6 28,8 9,7 ZUSAMMENFASSUNG Von verschiedenen, teilweise neu entwickelten Olkomponenten ffir kosme- tische Zubereitungen wetden anwendungstechnische Kenndaten bestimmt und diskutiert. Zwischen dem Spreiten der Ole auf Wasset (ermittelt dutch Bestimmung des Gleichgewichtsspreitungsdrucks und Errechnung des Sprei- tungskoeffizienten) und dem Spreiten auf der menschlichen Haut k6nnen kei- ne Zusammenhinge festgestellt wetden. Auch ist anhand der Spreitwerte keine Aussage/fiber das emulsionstechnische Verhalten der Ole m6glich. Das Spreiten der {Die auf der Haut kann aus der Oberfi•ichenspannung der {Die hergeleitet wetden.
Previous Page Next Page