828 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS tionen, die nach dem Fressen von Buchweizen, der die Verbindung Fagopyrin enthilt, auftreten, oder nach Fressen yon Johanniskraut, das den fototoxischen Stoff Hypericin enthilt, sind auf fototoxische Reaktionen zur/fickzuf/fihren. Bei den Effekten auf der Haut, die eingangs erwihnt wurden, und die dutch Porphyrin ausge16st werden, handelt es sich ebenfalls um eine fototoxische Wirkung dieses Stoffes. Dazu kommt, dab es auch Arzneimittel gibt, die fototoxische Reaktionen aus16sen k6nnen, z.B. die Tetracycline, Inhaltsstoffe des Teers, Griseofulvin (13, 14, 18) usw. In diesera Zusammenhang ist auch das 8-Methoxypsoralen zu erwihnen, das vor einiger Zeit kosmetische Verwendung gefunden hat mit dem Ziele, eine K6rperbriunung auszu16sen. Man kann in diesem Falle die Substanz auch in Form yon Tabletten einnehmen. Das 8-Methoxypsoralen steigert die Lichtempfindlichkeit der Haut so stark, dab schon geringe Lichteinwirkungen zur Hautbriunung f/fihren, stirkere Sonneneinstrahlungen verursachen leicht Sonnenbrand. Die tierexperimentelle Pr/fifung auf fototoxische Wirkungen ist nicht neu. Man hat vor lingerer Zeit schon das Paramaecium, das Pantoffeltierchen, fiir diese Zwecke herangezogen (2, 19). Es hat sich gezeigt, dab die Tiere ab- sterben, wenn in dem Milieu, in dem sie sich befmden, fototoxisch wirkende Stoffe enthalten sin& )•hnliches gilt auch fiir den Test mit Candida albicans (6, 12, 16). Auch Versuche mir Miusen (8) und Meerschweinchen (5) wurden durchgef/fihrt. Haarlose Miuse scheinen f/fir solche Versuche besonders gut geeignet, well sie wegen Fehlens eines Haarkleides nicht vor dem Vetsuch mir der Schere oder reit enthaarenden Mitteln behandelt werden m/fissen, wodurch leicht Verletzungen ausge16st werden, die die Beobachtungen erschweren. Untersuchungen in dieset Richtung wurden in den USA von Ison (12) durch- gefiihrt. Auch eine in vitro-Methode zur Erkennung fototoxischer Stoffe wurde k/firzlich beschrieben (1 la). METHODI K Die Versuchsanlage ist einfach. Sie besteht aus einem K•ifig aus Draht, in dem die Tiere beobachtet werden. Jedes Tier sitzt einzeln. Zur Durchf/fihrung der Versuche werden die Kifige mit einer Glasplatte verschlossen. Als Licht- quelle wird eine Osram-Ultravitalux-Lampe verwendet. Sie befindet sich in 50 cm Entfernung yon den Tieten. Dutch die Glasplatte wird die Strahlungs- intensitit der Lichtquelle stark verringert, und es ist erforderlich, 48 Stunden kontinuierlich zu bestrahlen, um bei unbehandelten Tieten ein beginnendes Erythem auf der Haut der Versuchstiere auszu16sen. Die Applikation der
PR•FUNG VON KOSMETIK-GRUNDSTOFFEN 829 Prfifsubstanzen war in den durchgeffihrten Versuchen unterschiedlich zum Teil wurden unverdfinnte PEiparate, zum Teil verdfinnte L6sungen auf die der UV-Strahlung exponierte Rfickenhaut aufgepinselt. In anderen F/illen wurden die Stoffe intraperitoneal injiziert. Von den Versuchstieren wird die erste Tiergruppe mir der Prfifsubstanz be- handelt und bestrahlt. Eine zweite Versuchstiergruppe bleibt unbehandelt, wird aber derselben Lichtmenge exponiert. Diese Tiergruppe stellt die erste Kontrolle dar. Als zweite Kontrolle dient eine Versuchstiergruppe, die mir dem Testobjekt behandelt, abet nicht bestrahlt wird, sondern in einem dunklen Bereich des Labors verbleibt. Nach AbschluB der Bestrahlungen wird das erste Resultat abgelesen und im AnschluB daran die Tiere weiter beobachtet, weil festgestellt werden konnte, dab manche Hautver•inderungen sich erst im Laufe der folgenden Tage besonders stark auspEigen. Von den drei Versuchs- tiergruppen weist nach Applikation fototoxischer Stoffe nur diejenige Haut- veEinderungen auf, die sowohl mir der Substanz behandelt wie auch bestrahlt wurde. Die beiden anderen Gruppen blieben ohne Befund. Von den in der Kosmetik besonders interessierenden Produkten sind vor allem die nativen Bergamotte61e durch ihren Gehalt an Furocumarinen foto- toxisch wirksam. Es wurden native und abgewandelte Produkte vergleichend auf ihre fototoxische Wirkung neben einigen anderen/itherischen Olen, die in der Parffimerie Verwendung finden, studiert und zur Prfifung dieses tier- experimentellen Modells auch eine Reihe yon Arzneimitteln herangezogen, yon denen in der Literatur fiber fototoxische Wirkungen berichtet wird. ERGEBNISSE Bei Tieren, die mit fototoxischen Stoffen behandelt wurden, kann man ein mehr oder weniger starkes Haut6dem beobachten (.AtO. 1 a, d2), in sp/iteren Stadien kommt es bei intensiver Reaktion zur Ab16sung dicker Hautkrusten (9). In der Tabelle ! sind die Resultate der Untersuchungen mir /itherischen Olen zusammenge•aBt. Wie aus der Tabelle ersichtlich ist, lieBen sich foto- toxische Wirkungen bei nativen Bergamotte61en feststellen, w/ihrend die abgewandelten unwirksam waren. Bei diesen letzteren Produkten handelt es sich um solche, wie sie heute in der Riechstoffindustrie Verwendung finden. Fototoxische Wirkungen zeigten auch Limette61 und angedeutet auch Man- darinen61 sowie Patschuli61.
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