430 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS nicht die Reaktion mit Sauerstoff ist (Abb. 4), ergibt sich folgendes (Abb. 5): Die w•it•rige LSsung der Substanz besitzt relativ hohe Stabilidit, da der Wirkstoff molekulardispers vorliegt (c (cs)*. Nach Clberschreiten der kriti- schen Micellenbildungskonzentration wird die Substanz von Micellen aufge- nommen. Die Oxidationsgeschwindigkeit beschleunigt sich sprungha• wegen de? relativ hohen lokalen Konzentration in den Micelien. Weiterer Tensid- zusatz bewirkt, daf• die Substanzkonzentration pro Micelle abnimmt, die Stabilit•it sich erhSht. Geht man allerdings von einer Dispersion der instabi- len Substanz aus (gestrichelte Linie in Abb. 4, c ) cs), so ist mit Tensidzusatz eine stiindige Abnahme der Oxidationsgeschwindigkeit zu erwarten, da die zuniichst grof•en dispersen Teilchen durch die zugefiigten grenzfl•ichenaktiven Stoffe besser zerteilt bzw. emulgiert und dann solubilisiert werden. Durch die damit erfolgende Abnahme der lokalen Konzentration nimmt die Stabili- t•it zu. Bei solchen Kettenreaktionen dagegen, for die der geschwindigkeits- bestimmende Schritt der Sauerstoffzutritt ist, kann Einschlut• durch Micellen und damit Behinderung der Umsetzung mit Sauerstoff in jedem Fall stabili- sierend wirken. Die dargestellten Gesetzmiif•igkeiten sind allerdings nicht immer so klar zu erkennen, da z. B. zusammen mit den Hilfsstoffen Peroxide oder Schwermetallspuren als Verunreinigungen in das System eingeschleppt werden kSnnen. Oxidations- geschwindlg- keit Tensidkonzen trotion -• Abbildung 5 Oxidationsgeschwindigkeit yon Wirkstoffen nach dem Mechanismus der Kettenreaktion als Funktion der Tensiclkonzentration ::' c = vorhandene Wirkstoffkonzentration cs = Siittigungskonzentration des Wirkstoffes
SURFACE-ACTIVE MATERIALS 431 Der dritte wesentliche Gesichtspunkt for die Beurteilung cutan zu appli- zierender LSsungen ist die Verf0gbarkeit der Wirkstoffe, ein entscheidendes Kriterium for die Wirksamkeit eines Pr•iparates. Unter der biologischen oder Bioverf0gbarkeit einer Wirksubstanz aus einer Zubereitung ist dabei die relative Menge zu verstehen, die durch Resorption den Blutkreislauf erreicht (21). Vereinfacht ausgedr0ckt bedeutet das: Bioverf0gbarkeit = resorbierte Menge Wirkstoffe in ø/0. Bei cutaner Applikation spielt allerdings die Bio- verf0gbarkeit nur in den wenigen F•illen tatsSchlich erwiinschter Resorption eine Rolle, z. B. bei der cutanen Gabe von Testosteron. Viel h•iufiger dagegen wird eine direkte lokale Wirkung angestrebt, d.h. eine oberflSchliche oder nach Penetration in die Epidermis bzw. Permeation in das Corium, ohne datg dabei allerdings Resorption ausgeschlossen werden kann. Substanzen, die in diesem Zusammenhang zu nennen sind, gehSren zu den Lokalan•isthetika, den Antihistaminen, den Antimykotika, Corticoiden, Antiperspirantien, Vit- aminen, Rubefazientien und vielen anderen. Bei diesen ist also nur eine ,,lokale" Bioverf0gbarkeit notwendig, d.h. es ist die Frage nach der Frei- setzung der Wirkstoffe aus der Zube•eitung zu stellen. Gleiches gilt fur Kon- servierungsmittel, die in cutan zu applizierenden Zubereitungen h•iufig ent- halten sind. Gerade diese kSnnen in Zubereitungen starker Aktivit•itsminde- rung unterworfen sein (8). Besonders Tenside spielen bei der Beeinflussung der Freisetzung von Wirkstoffen und damit bei der Ver•inderung der Wirk- samkeit yon Zubereitungen eine gi•oige Rolle. Aus Untersuchungen von E. Ux•x•aA•ta et al. (11) geht z.B. hervor, datg Antibiotika in TensidlSsungen entscheidenden AktivitSts•inderungen unter- liegen. Das zeigt Abb. 6. Die relative biologische Aktivit•it, ermittelt durch die Gr5tge des Hemmhofes im Agardiffusionstest, nimmt bei niedrigen Ten- sidkonzentrationen zun•ichst zu, sinkt dann allerdings ab. Die anfSngliche Wirkungssteigerung kSnnte dabei auf geringe bakteriostatische Eigenschaften des Tensids selbst und auf ErhShung der Membrandurchl•issigkeit der Bakte- rien zur0ckzuf0hren sein. Bei hohen Tensidkonzentrationen werden diese Effekte dann allerdings von dem wirkungsmindernden Einschlutg der Anti- biotika durch die Micellen [ibertroffen. Dabei ist in Abb. 6 bei der freien S•iure Phenoxymethylpenicillin mir stSrkerem Einschlutg in Micellen zu rech- hen als beim hydrophilen Kaliumsalz der Wirkungsverlust ist dementspre- chend ausgepr•igter. 5•hnliche Ergebnisse sind fur Chloramphenicol, Tetra- cyclin und Bacitracin nachweisbar (11). Diese Befunde in vitro sind allerdings nicht ohne weiteres auf Verh•iltnisse in vivo 0bertragbar. Hierbei sind die Verh•iltnisse wesentlich komplexer. Micellarer Einschlufg kSnnte zwar einer-
Purchased for the exclusive use of nofirst nolast (unknown) From: SCC Media Library & Resource Center (library.scconline.org)































































