278 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS vitro-Versuche erkliiren bereits jene der klinisch-experimentellen Unter- suchungen. Nach 6-10gigiger Behandlung der Haut mir einer ZUK-haltigen Emulsion und anschlieBender Elution der Hornschicht mir einem Netz- mittel wird der Rauhigkeitsgrad der Haut gegentiber einer mir Placebo b½- handelten Haut wesentlich herabgesetzt, und zwar um so mehr, je rauher die Haut vor der Behandlung war. Der modifizierte MethyIenblau-Test (Haut- oberfi•ichenzustands-Test) wurde zur Bestimmung des Rauhigkeitsgrades der Haut ,ach Elution der Haut mir einem Netzmittel durchgeftihrt [Padberg (26)]. Nach 14t•igiger Behandlung der Haut mir einer ZUK-Emulsion und Elu- tion der wasser16slichen Inhaltsstoffe mir einem Netzmittel ist der Wasser- gehalt der Hornschicht (bestimmt mir dem Bingmer-Ger•it) nut wenig gegentiber dem Ausgangswert herabgesetzt, w•ihrend die mir Placebo be- handelten Hautpartien hochsignifikante Differenzen zeigen [Hopf, K6nig und Padberg (15)]. Die Ergebnisse der in vivo-Versuche sttitzen also die Annahme, dab sich die in vitro nachweisbaren Vorg•inge auch in der Hornschicht in vivo abspielen. ZUSAMMENFASSUNG Die Untersuchungen haben ergeben, dab ein Teil der e-Aminogruppen des Lysins der Skleroproteine der menschlichen Hornschicht mir Kohlenhydraten verkntipft ist. Die untersuchten incorporierten Kohlenhydrate wetden unter physiologischen Bedingungen in einer Kondensationsreaktion in unter- schiedlichem MaBe an weirere freie e-Aminogruppen des Lysins gebunden. Hierdurch erfolgt eine Zunahme der OH-Gruppen in den Skleroproteinen und eine Erh6hung des Wasserbindeverm6gens dieset Strukturproteine. Die St•irke der Wasserbindung ist allerdings sehr unterschiedlich und richter sich offensichtlich nach der Struktur der gebundenen Kohlenhydrate. Der Zucker-Umwandlungskomplex (ZUK), der der neutralen Kohlenhydrate- fraktion (nKF) der wasser16slichen Inhaltsstoffe der Hornschicht weit- gehend gleicht, erh6ht - im Vergleich mir anderen untersuchten Kohlen- hydraten - den Wassergehalt der Strukturproteine der Hornschicht mir Ab- stand am meisten. Es handelt sich dabei vorwiegend um einen starken Retentionseffekt, der - als Funktion der tel. Luftfeuchtigkeit - wiederge- geben wird. Dutch diesen physiologisch-chemischen Vorgang wird eine echte Wasserbenetzung und eine erhebliche Erh6hung der Wasserretention in der menschlichen Hornschicht erzielt. Die erh6hte Wasserbindungs- kapazigit des mir ZUK angereicherten Keratins bleibt wegen der chemischen
EINFLUSS DER BINDUNG VON KOHLENHYDRATEN 279 Bindung der Kohlenhydrate an die Skleroproteine auch nach grtindlicher Extraktion der Hornschicht erhalten, im Gegensatz zu den anderen wasser- 10slichen hygroskopischen Substanzen der Hornschicht. LITERATUR (1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) (10) (11) (12) (13) (14) (15) (16) (17) (18) (19) (20) (21) (22) (23) (24) (25) (26) Blank, I. H., J. invest. Dermatol. 18, 433 (1952). Grtineberg, Th., und Szakall, A., •trch. klin. exp. Dermatol. 201,361 (1955). Jacobi, O. K., Kolloid-Z. 114, 88 (1949). Szakall, A., •tcta dermato-venereol. (Stockholm), Proc. 11TM Intern. Congr. Dermatol. 1957, Vol. II, p. 23-26. Schneider, W., und Schuleit, H., •trch. Dermatologie Syphilis 193, 434 (1951). Spier, H. W., und Pascher, G., •tkt. Probl. Dermatol 1, 1 (1959). Szakall, A., DBP i 025 101 (1958). Jacobi, O. K., USP 3 194 737 (1965). Leonhardi, G., v. Glasenapp, J., und Brtihl, G., Hoppe-Sefier's Z. physiol. Chem. 292, 89 (1953). Spier, H. W., and Pascher, G., Hautar•t 7, 55 (1956). Laden, K., und Spitzer, R., J. Soc. Cosmetic Chemists 18, 351 (1967) Padberg, G., •trch. klin. exp. Dermato1229, 33 (1967). Jacobi, O. K., Parfiimerie u. Kosmet. 40, 605 (1959). Padberg, G., •trch. klin. exp. Dermatol. 231, 415 (1968). Hopf, G., K6nig, J., und Padberg G., Kosmetologie 1971, 132. K6nig, J., und Padberg, G., USP 3 578 655 (1971). Lea, C. H., und Hannau, R. S., Biochim. biophysica ,Zlcta (,dmsterdam) 3, 313 (1949). Micheel, F., und Klemer, A., Chem. Ber. 89, 1238 (1956). Heyns, K., und Rolle, M., Chem. Ber. 92, 2451 (1959). Park, J. T., und Johnson, M. J., jr. biol. Chemist• 181, 149 (1949). Sanger, F., Biochem. J. 42, 287 (1948). Heyns, K., und K6nigsdorf, W., Hoppe-Sqyler's Z. physiol. Chem. 295, 244 (1953). Heyns, K., und Wolf, G., Hoppe-Sefier's Z. ph. ysiol. Chem. 304, 200 (1956). Heyns, K., und Legler, G., Hoppe Sqler's Z. physiol. Chem. 306, 165 (1957). Mfiting, D., Langhof, H., und Wortmann, V., Z. klin. Med. 152, 495 (1955). Padberg, G., J. Soc. Cosmetic Chemists 20, 719 (1969). Frau J. Marzian sei f/fir umsichtige und unermiidliche Mitarbeit bei der Durchfiihrung der Unter- suchungen herzlich gedankt.
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