J. Soc. Cosmetic Chemists 23, 281-287 (1972) Die Bedeutung des Zucker- Umwandlungskomplexes (ZUK) fifr die Wasserbindung und die Beschaffenheit der Altershaut GONTER PADBERG* und TIBOR BIELICKX• ** Synopsis--The importance of the carbohydrate conversion complex (ZUK) for water- binding and condition of a aging skin. The horny layer of aged persons contains more free e-amino groups of lysine than the horny layer of younger persons. On an average, the binding of ZUK to the e-amino groups of lysine of older skin takes place at the same rate as that in the younger skin. After the administration of a ZUK-containing lotion• the water-holding capa- city of the horny layer of aged persons is increased, and the degree of roughness of the skin surface is reduced. Kohlenhydrate sind fiir das Wasserretentionsverm6gen der Hornschicht von besonderer Bedeutung. Es wurde friiher gezeigt (1), dab in der Horn- schicht eine neutrale Kohlenhydratefraktion (nKF) vorhanden ist, die sich gegentiber den anderen wasser16slichen Inhaltsstoffen dutch ein starkes Wasserretentionsverm6gen auszeichnet. Es wurde nachgewiesen, dab Skleroproteinhydrolysate der Hornschicht Kohlenhydrate enthalten. Sie sind an die e-Aminogruppen des Lysins ge- bunden und datum mir keinem L6sungsmittel zu eluieren. Ein in vitro her- gestellter Zucker-Umwandlungskomplex (ZUK), der seiner Zusammen- setzung und seiner Wasserretentionskraft nach weitestgehend mir der nKF iibereinstimmt, wird von einem Tell der freien ,-Aminogruppen gebunden, wenn man ihn in gr6Beren Konzentrationen auf die Homschicht einwirken liBt. Die hierbei eintretende Erh6hung der OH-Gruppenzahl in den Sklero- proteinen fiihrt in Abhingigkeit von der Struktur der Kohlenhydrate zu * Byk Gulden Pharmazeutika, Institut ftir Pathologie und Toxikologie, D-2 Hamburg 70, Friedrich-Ebert-Damm 101. ** Universitits-Hautklinik, D-4 Dtisseldorf 1, Moorenstrafie 5 281
282 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS einer Erh•Shung des Wasserbindeverm•Sgens (2). Durch diesen Mechanismus der substantiellen OH-Gruppen-Anreicherung ist es miSglich, den Sklero- proteinen des Keratins unmittelbar Wassermolektile zuzuftihren und zu er- halten, denn das Wasserretentionsverm•Sgen yon ZUK bleibt auch nach Bindung an das Keratin bestehen. So ist es verst/indlich, dab selbst durch Waschvorg/inge, bei denen die freibeweglichen hygroskopischen und wasser- retinierenden Inhaltsstoffe der Hornschicht eluiert wetden, das gesteigerte Wasserretentionsverm•Sgen des behandelten Keratins nicht nennenswert herabgesetzt wird. Die Feuchtigkeit der Hornschicht ist ftir das Erscheinungsbild und die Geschmeidigkeit der Haut sehr wichtig. Mit dem Hautoberfl•ichenzustands-Test (Methfie, b/au-Tes 0 wurde bei 22-50j•ihrigen Versuchspersonen gefunden, dab nach der Anwendung des ZUK der Rauhigkeitsgrad der Haut hochsignifikant vermindeft wird (3). Dutch Messung der Dielektrizit•itskonstanten war es m/3glich, die Erh/3hung des Wassergehaltes in der Hornschicht nach Behandlung mir ZUK und nachfolgender Elution mir einem Netzmittel in vivo nachzuweisen (4). Da die Altershaut morphologische und funktionelle Ver•inderungen als Ausdruck von Atrophie und Trockenheit zeigt, wurde untersucht, ob in der Akershaut die Kohlenhydrate (ZUK) ebenso und in gleichem Urnfang an das Lysin des Keratins gebunden wetden k/3nnen und ob damit das Wasser- bindeverm/3gen der Hornschicht in entsprechendem MaBe erNSht wird. Um diese Fragen beantworten zu k•Snnen, wurde der Methylenblautest, der den Rauhigkeitsgrad der Hornschicht erkennen l•iBt, die Bestimmung des Wasser- gehaltes der Hornschicht in AbNingigkeit der relativen Luftfeuchtigkeit und die Bestimmung der freien e-Aminogruppen des Lysins der Skleroproteine bei einer Gruppe alter Menschen (Patienten der Dtisseldorfer Hautklinik) durchgeftihrt. METHYLENBLAUTEST Der Methylenblautest wurde nach der bereits beschriebenen Methode durchgefiihrt (1). Versuchspersonen: 8 M•inner und 2 Frauen im Durchschnittsalter yon 69 (57-82) Jabten. Versuchsanordnung: Der Methylenblautest wurde vor und nach der 17-20tigigen Behandlung mir einer 3 % ZUK enthaltenden Emulsion und einer Emulsionsgrundlage als Kontrolle an der Handrtickenhaut vorge- nommen. Die Versuchspersonen (Vp) 1, 4, 8, 10 und 16 erhielten die ZUK- Emulsion ftir die linke und die Emulsionsgrundlage ftir die rechte Hand.
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