PRUFUNG DIREKTZIEHENDER HAARFARBSTOFFE 263 UNTERSUCHUNGSMETHODEN A. Toxikologische Untersuchungen Die Prtifung der akuten Toxizit•ten wurde an Gruppen von j e 10 m•nn- lichen Wistar-Ratten vorgenommen, die ein mittleres K6rpergewicht yon 180 g aufwiesen. Die Verabreichung der Substanzen erfolgte mit der Schlund- sonde in Form w•Briger Zubereitungen (L6sung bzw. Suspension). Das applizierte Fltissigkeitsvolumen betrug 2 ml/100 g K6rpergewicht. Die Be- obachtungsdauer erstreckte sich auf 8 Tage. Die statistische Auswertung der Resultate erfolgte nach Litchfield-Wilcoxon (2). (Bei den Versuchstieren wurde auf eine etwaige Farbstoffausscheidung im Ham geachtet.) Der cutanen Resorption der Farbstoffe wurde in einer weiteren Untersuchung nachgegangen. Diese Untersuchungen wurden an narkotisierten Ratten durch- geftihrt, die auf einem Operationstischchen fixiert waren. Die Haare wurden im Bereich des Bauches entfemt. Aus den Pr•paraten hergestellte 10%ige Zubereitungen wurden in dicker Schicht auf den enthaarten Bereich aufge- tragen. Nach 3 Std wurden die Tiere auf Farbstoffausscheidungen geprtift. Die Vertr•glichkeit bei wiederholter Aufnahme kleiner Dosen dieser Farbstoffe wurde an Gruppen yon 10 m•nnlichen und 10 weiblichen Wistar- Ratten studiert, denen ein Futter vorgesetzt wurde, das 500 ppm der Farb- stoffe enthielt. Die Versuchsdauer betrug 13 Wochen. Eine gleich groBe unbehandelte Tiergruppe diente als Kontrolle. Bei den Versuchstieren wur- den w•hrend der Applikationszeit Allgemeinbefinden und K6rpergewicht beobachtet. Zu Versuchsbeginn und nach AbschluB der Applikationen wur- den bei den Tieren Untersuchungen des Blutes (H•moglobingehalt, Zahl der roten und weiBen Blutzellen, Differentialblutbild, Ca, Blutzucker, Hamstoff), des Harns (pH-Wert, spezifisches Gewicht, EiweiB, Zucker, Ketonk6rper, Blur), der Leberfunktion (SAP, SGPT, SGOT) vorgenommen und mitein- ander verglichen. Nach Beendigung der Applikationen wurden die Ver- suchstiere get6tet und seziert, das Gewicht der wichtigsten Organe ermittelt und nachfolgende Organe einer histologischen Untersuchung unterzogen: Leber, Niere, Milz, Herz, Lunge, Hoden (Ovar), Gehim, Thymus, Neben- niere, Schilddrtise, Lymphknoten und Magen-Darm-Trakt. Die Schleimhautvertr•glichkeit w•Briger Farbstoffzubereitungen wurde am Kaninchenauge untersucht. Dazu wurden jeweils 2 Tropfen yon 5 % igen w•iBrigen Zubereitungen yon 1,4-Diaminonitrobenzol, D.-Farbstoff Schwarz und 1,4-Diaminoanthrachinon in den Bindehautsack eingetr•ufelt und im AnschluB daran die Tiere beobachtet. Von Methylviolett wurde eine 0,5 % ige L6sung hergestellt, 2 Tropfen dayon wurden in den Bindehautsack einge- tr•ufelt und nach 15 sec wieder mir warmem Wasser ausgesptilt.
264 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Zur Prtifung der Hautvertr•iglichkeit wurden Versuche mir haarlosen M•iusen angestellt. Gruppen von je 5 Tieten wurden mir Methylviolett, D.-Farbstoff Schwarz und 1,4-Diaminonitrobenzol in 5 % iger Zubereitung behandelt. Die Durchfiihrung der Applikationen erfolgte in der Weise, dab wit diese L/Ssungen w•ihrend einer Zeitdauer von 14 Tagen einmal t•iglich mir einem Glasstab am Riicken auftrugen. Hautvertr•iglichkeitsprtifungen wurden auBerdem an 7 Versuchspersonen mir 5 % igen Zubereitungen im Patch-Test am Oberarm vorgenommen. Die Kontaktdauer betrug 3 Std. Die ]3eurteilung des Versuchsergebnisses wurde nach Pfiasterabnahme und nach 24 Stdn vorgenommen. B . Farb sto ff re sorp tion Um einen Eindruck davon zu gewinnen, welche Mengen der Farbstoffe im ungiinstigsten Fall bei einer Haarbehandlung resorbiert wetden k6nnen, wurden mir den Farbstoffen 1,4-Diaminonitrobenzol und Methylviolett Mode//behandlunegen vorgenommen. Von einer Untersuchung des D.-Farb- stoffes Schwarz und 1,4-Diaminoanthmchinon wurde wegen der Schwierig- keit des analytischen Nachweises abgesehen. Als Pr•iparate wurden T6nungs- mittel folgender Rezepturen verwendet: T6nungsmittel A 0,5 Gew.-% 1,4-Diaminonitrobenzol 3 ,, Laurylpyridiniumchlorid 96,5 ,, Wasset T6nungsmittel B 0,1 Gew.-% Methylviolett 3 ,, Laurylpyridiniumchlorid 96,9 ,, Wasset Beide T6nungsmittel wurden mir Ammoniak auf pH 9,5 eingestellt. T6nungsmittel A stellt eine rot gef•irbte, T6nungsmittel B eine violerr ge- f•irbte L6sung dar. Die Anwendung erfolgte in der Weise, dab das Haar von je 5 weiblichen Versuchspersonen zun•ichst mir einem normalen Shampoo gewaschen und gespiilt wurde. AnschlieBend wurden 30 ml T6nungsmittel in das Haar einmassiert und 10 min lang bei Raumtemperatur dort belassen. Die ablaufende Farbstoff16sung wurde in einer Schale aufgefangen, das Haar anschlieBend mir destilliertem Wasset gewaschen und die abgelaufene Fliissig- kelt und das Spiilwasser zur Konzentrationsbestimmung vereint. Zur Er- mittlung der vom Haar aufgenommenen Farbstoffmengen wurden bei den Versuchspersonen einige Str•ihnen abgeschnitten und die aufgezogenen Farb- stoffmengen nach Extraktion bestimmt. Zu dieset Bestimmung wurden die Haarstr•ihnen 15 Stdn bei 65% relativer Luftfeuchtigkeit und 20 øC ge-
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