254 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Qualit•itsstandards dieser Kosmetika wird (lk, 3). Da die mit dem Verkauf bzw. Einkauf eines Kosmetikums verbundenen Wirkversprechen seitens des Herstellers bzw. Wirkerwartungen seitens des K•ufers mit der f[ir die beanspruchte Wirkung optimalen Zusammensetzung korrelieren, ist es oberstes Gebot, daf[ir zu sorgen, daf• diese Zusammensetzung mit gleichbleibender Qualit•t im Rahmen normaler Abwei- chungen an den Verbraucher gelangt. Zwar mug ein mikrobiologisch anf•illiges Pro- dukt nicht zwangsl•ufig zu einem mikrobiell verdorbenen, also qualitativ minder- wertigen Produkt werden, doch ist die Gefahr einer mikrobiellen Kontamination sowohl w•ihrend der Herstellung als auch w•ihrend des Gebrauchs in diesen F•/llen besonders grog (lk, 4a u. b). Neben sorgf•ltiger Produktionsstandardisierung und -hygiene (5a, b) spielt die durch Konservierung zu erzielende mikrobielle Reinheit, die nicht mit einer nicht zu erreichenden oder auch nur anzustrebenden Sterilit•t verwechselt werden darf (4a, 6), eine bedeutende Rolle. Schema 1 verdeutlicht diese Zusammenh•/nge. F[ir den Wunsch nach mikrobieller Reinheit sind zwei Faktoren maf•geblich verantwortlich: 1. Die chemisch-physikalische Haltbarkeit des Kosmetikums. Nicht nur der legislativen Anforderungen (z. B. • 5 KMVO) (7), sondern auch der Wirkung und nicht zuletzt der •sthetik wegen soll ein verkaufsf•higes Kosmetikum chemisch-physikalisch stabil sein. Hierbei ist weniger entscheidend die Frage nach der Pathogenit•t der Mikroorganismen als vielmehr deren F•hig- keit, durch Stoffwechselaktivit•t die Inhaltsstoffe der Kosmetika zu metaboli- sieren und dadurch die Stabilit•t negativ zu beeinflussen (8). Dies kann gew•3hn- lich weder a priori gepr•if• noch vorhergesagt werden. Es bleibt daher nur der Weg der Konservierung mit geeigneten Mitteln und Pr[ifung deren Wirkung. Geeignete Konservierungsstoffe verhindern das Wachstum der relevanten, d.h. die Haltbarkeit beeinflussenden, aber nicht notwendigerweise pathogenen Keime. Die Pr[ifung der Wirksamkeit mut• sich daher auf diese Keime erstrecken. Die Verwendung der [iblicherweise als Leitkeime getesteten Standardkeime (9) Sta- phylococcus aureus, Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa, , Candida albi- cans und Aspergillus niger reicht, wie wir zeigen werden, hierzu nicht aus. Das Keimspektrum kann daher nicht nur, sondern es mut• vielmehr im Interesse der Haltbarkeit erweitert werden (lb, 6). 2. Die medizinisch-toxikologische Unbedenklichkeit des Kosmetikums Realer Hintergrund dieser Forderung ist das Ausschliet•en einer gesundheitlichen Gef•ihrdung bei der Verwendung yon kosmetischen Mitteln (10). Die Fragestel- lung zielt hier daher in erster Linie auf die ,,Humanpathogenit•t" der Mikro- organismen und ihre Quantit•t im Kosmetikum. Obwohl die Einteilung der Mikroorganismen in pathogene und apathogene in dieser Strenge nicht aufrecht- erhalten werden kann, ist es sinnvoll, als Leitkeime die humanaffinen Krank- heitserreger Staphylococcus aureus als Vertreter grampositiver Bakterien, den gramnegativen Escherichia coli, der als F•/kal-Indikatorkeim R•ickschl[isse auf die Wachstumsm•3glichkeiten anderer Enterobakterien (z. B. Salmonellen) zul•t•t, Pseudomonas aeruginosa als Wundeitererreger und besonders widerstandsf•ihigen Keim gegen[iber diversen Konservierungsmitteln, Candida albicans als Erreger immer h•/ufiger auftretender Mykosen und Aspergillus niger als Erreger der Aspergillosen und als typischer Naf•zellenkeim, zu verwenden. Unber[icksichtigt bleiben hierbei allerdings medizinisch-toxikologische Nebenwirkungen, die von
COSMETIC PRESERVATIVES I 255 Die folgenden Testmethoden wurden hierbei angewendet: VORTEST I Der Vortest I diente der Trennung der f{ir die humanaffinen Leitkeime anfiilligen Rohwaren yon den nicht anfiilligen. Als Leitkeime wurden Staphylococcus aureus, Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa, Candida albicans und Aspergillus niger gewiihlt. Die Bakterien wurden hierbei auf Trypton-Soja-Bouillon 24 Stunden bei 37øC bebrtitet, so dag eine Keimzahl yon ca. 108/ml resultierte. Die Aufzucht der Helen und Schimmelpilze erfolgte auf festem Sabouraud-Agar bei 28 ø C. Candida albicans wurde 4 Tage, Aspergillus niger 8 Tage bebrtitet und danach abgeschwemmt. Die Keimdichte (Trtibungsgrad) wurde gegen 1 mg Bariumsulfat in 1 ml Wasser eingestellt. Fiir den Vorversuch I wurden nun je 20 g kosmetischer Rohware in Glas- fiaschen mit 50 ml Volumen eingewogen und mit der Suspension einer Mischung der o. a. Keime mit einer Keimzahl yon nicht weniger als 106/ml beimpf{. Im Abstand von 5 Tagen wurde das Keimwachstum tiber 30 Tage hinweg qualitativ (6) tiber- prtif{, wobei nach grtindlichem Durchmischen der Prtifpriiparate mit einem sterilen Glasstab kleine Proben entnommen und auf Traubenzucker- resp. Sabouraud-Niihr- btiden ausgestrichen wurden. Die Traubenzucker-Testplatten wurden nach 48 Stun- den bei 37 ø C, die Sabouraud-Platten 72 Stunden bei 28øC bebrtitet, so dag die Bakterien yon Hefen und Schimmelpilzen weitgehend differenziert werden konnten. Der Bewuchs wurde folgendermagen bewertet: geschlossen bewachsener Ausstrich mehr als 10 Einzelkolonien im Ausstrich weniger als 10 Einzelkolonien im Ausstrich kein Wachstum -b-i-+ -b-i- _1_ -- VORTEST II Der Vortest II diente der Trennung der im Vortest I bewuchsfreien Rohstoffe in reit sonstigen ubiquitiiren Keimen infizierbare resp. nicht infizierbare. Die Ausfiih- rung entsprach der des Versuches I die Keimmischung bestand aus Klebsiella pneu- moniae und Enterobacter cloacae, die aus Shampoos isoliert wurden und eine er- hiShte Resistenz gegentiber formaldehydhaltigen Konservierungsmitteln aufweisen, und einer Reihe an Ule und Emulgatoren adaptierter Keime (Escherichia coli, Pseu- domonas aeruginosa, Enterobacter aerogenes und Candida viswanathii). Repetiver Konservierungsbelastungstest Iund II Der repetive Konservierungsbelastungstest diente der Prtifung der Konservierbar- keit der in den Vortesten I und II auf die jeweiligen Keimarten anfiilligen kosmeti- schen Rohwaren. Dazu wurden je 20 g einer Probe in Glasflaschen eingewogen und mit 0,01%, 0,05 % und 0,1% des zu priifenden Konservierungsmittels versetzt. Diese Proben und eine Blindprobe wurden mit je 0,2 ml Keimsuspension reit einer Keimzahl von mindestens 106/ml versetzt, nach je 5 Tagen ausgestrichen und danach neu beimpPr. Die Beobachtung des Keimwachstums erfolgte tiber 6 Impf-Ausstrich- zyklen. Im Konservierungsbelastungstest I wurden die dem Vortest entsprechenden humanaffinen Leitkeime, im Test II entsprechend dem Vortest II die sonstigen ubi- quiti/ren Keime angewendet.
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