BENEFITS AND RISKS OF COSMETICS 237 Priifung der Inhaltstoffe Physikalische und chemische Spezifizierung Pharmakologische Effekte Akute Toxizit•it Systemische Toxizit•it/No effect level Kurz- und langfristige Toxizit•it Teratogenit•it, Mutagenit•it, Reproduktion Karzinogenit•it Perkutane Resorption unter Beachtung der Anwendungsform Pharmakokinetik Ausscheidung Metabolisierung Irritation (Haut, Schleimhaut, Auge) Sensibilisierung (Reaktionstypen der Kontaktallergie) Tabelle 4 Prtifung des Endprodukts Laufende Oberwachung der Vertriiglichkeit und Stabilitiit Meldesystem unter Beachtung der Anwendungsweise Tabelle 5 Ich miSchte hier die Haarfarbstoffe exemplarisch voranstellen, die unter Oxydation in ihrer Toxizitiit und auch in ihrer Penetrationsfiihigkeit im Zuge des Farbvorgangs ent- scheidend veriindert werden. Toxizitiit und die MiSglichkeit der perkutanen Resorption nimmt nach Oxydation erheblich ab und erreicht etwa 10 % der Daten ohne Oxydation. Abspiilbare Substanzen oder kosmetische Mittel, die nur episodenhaft alle 4 Wochen angewandt werden, bedilrfen einer anderen Bewertung als Kosmetika, die tiiglich im Gebrauch sind und insbesondere durch die Art und Weise der Anwendung vom KiSrper aufgenommen werden kiSnnen. Filr die Erstellung der Datenbliitter zum Einsatz kosmetischer Mittel sind fiir die je- weiligen Substanzen Tierexperimente unerliiglich. Es mug erreicht werden, dag die Gremien, die mit der Entwicklung kosmetischer Mittel betraut sind und deren Ober- prilfung durchfilhren milssen, sich mit den Vereinigungen in Verbindung setzen, die den Tierschutz auf ihre Fahne geschrieben haben. Es milssen auf dieser Ebene gangbare Wege bzw. Kompromisse gefunden werden.
238 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Ein weiteres wichtiges Thema w•ire die sofortige Erfassung von Unvertr•iglichkeiten an einer neutralen Zentralstelle. Das Meldesystem ist bei Arzneimitteln in vollem Gange und wird zweckm•ii•igerweise wohl auch auf kosmetische Mittel ausgedehnt. Es mtissen entsprechende F&chkreise zur Verftigung stehen, da die Interferenz von Umgebungs- stoffen, seien es Nahrungsmittel, Arzneimittel, Berufsstoffe, h•iufig zu Fehlinterpre- tationen bei Vorliegen einer Unvertr•iglichkeit ftihrt, wenn zus&zlich ein Kosmetikum gebraucht wurde und dies angeschuldigt wird. Im Hinblick auf die heutige Sicherheit der kosmetischen Mittel m6chte ich die Be- antwortung der Frage in den Vordergrund stellen, die in Wiesbaden 1979 anl•ii•lich eines Round-Table-Gespr•iches, das im Rahmen einer GKC-Tagung stattfand, gestellt wurde. Dermatologen wurden gefragt, ob sie es in ihrer Praxis ruerken wtirden, wenn Kosmetika vom Markt verschw•inden. W•ire in diesem Falle eine merkbare Minderung von Haut- erkrankungen in der Bev61kerung zu verzeichnen? Alle anwesenden Dermatologen verneinten die Fragen. Es w•tre also zwecklos, Kosmetika vom Markt zu nehmen, um die Zahl von klinischen Unvertr•iglichkeiten zu mindern. Ich m6chte hier nach sorgf•iltiger Analyse amerika- nisch-europ•iischer Arbeitskreise hervorheben, daf• etwa 1% der gesamten Unvertr•ig- lichkeiten bei Anwendung von Fremdstoffen den kosmetischen Mitteln zur Last gelegt werden kann. Diese Zahl l•if•t sich noch weiter senken, wenn es vermieden wird, dat• in medizinisch angewendeten Salben und Cremes die gleichen Zusatzstoffe benutzt werden wie in Kosmetika bzw. umgekehrt. Die Applikation der medizinischen der- matologischen Externa geschieht im Bereiche der gesch•idigten Haut, wo die M/3glich- keit der Entwicklung einer Unvertr•iglichkeit auf dem allergischen Sektor besonders gtinstige Voraussetzungen findet. Die Sensibilisierung wtirde damit durch ein derma- tologisches Externum vor sich gehen, und die Aus16sung kann dann durch ein Kosme- tikum errolgert, da die entsprechende Konzentration des gruppengleichen Zusatzstoffes im Kosmetikum ausreichend sein kann. Ich m/3chte aber nachdrticklich hervorheben: Die Konzentration des Zusatzes spielt eine besondere Rolle. Am Beispiel des Formalins konnte deutlich gemacht werden, daf• die Konzentrationen von Formaldehyd, die in Kosmetika bzw. in Externa vorliegen und die zur Stabilisierung der Grundlage bzw. des Gesamtproduktes notwendig sind, nicht unbedingt in der Lage sind, positive aller- gische Hautreaktionen auszul6sen, wenn im Rahmen der riblichen dermatologischen Hauttestung mit Formaldehyd ein positiver Test gefunden wurde. Mit anderen Wor- ten, es kann nicht ohne weiteres erwartet werden, daf• Inhaltstoffe dann die lebenden Hautschichten erreichen, wenn deren Konzentration in dem verwandten Mittel so niedrig ist, daf• die notwendige Dosis, die eine allergische Reaktion erst auszul/3sen ver- mag, nicht vorhanden ist. Eine weitere Frage ist die ordnungsgem•if•e Anwendung der kosmetischen Mittel. Un- f•ille, die durch menschliches Versagen auf dem technologischen Gebiet oder durch fal- sche Anwendung hervorgerufen werden k6nnen - ich erinhere an die orale Aufnahme von Bors•iurepr•iparaten und die dubi6sen Zwischenf•lle reit Hexachlorophen -, zwin- gen dazu, tiber den Druck der Offentlichkeit derartige Pr•parate aus dem Handel zu nehmen oder weniger bekannte Ersatzstoffe einzusetzen.
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