10g JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Die Oberfi•ichenspannung der einzelnen Verbindungen scheint einen limi- tierenden Einfiug zu haben, der bei etwa 40 dyn/cm liegr. _•hnliches scheint ftir die Viskosit•it zuzutreffen. Sie liegt ftir wirksame Penetrationsvermittler unter 4 cSt. Andererseits kann aus geringer Viskosit•it nattirlich nicht auf gute Pene- tration geschlossen wereden. Das Dipolmoment scheint auch einen Einfiug aus- zutiben, etwa in dem Sinne, datt eine Hautpenetration bei geringer Ladung eher zu erwarten ist. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, z. B. wieder das DMSO. Nicht eine der untersuchten physiko-chemischen Eigenschaften der Penetra- tionsvermittler bedingt allein die Hautpenetration. Vermutlich haben wir es mir einer Interferenz mehrerer physiko-chemischer Faktoren zu tun: Zuneh- mende Viskoslt•it, zunehmende Oberfi•ichenspannung, elektrische La.dung oder WasserlSslichkeit scheinen die Penetration zu hemmen. Die Wirkung yon Pe- netrationsvermittlern ist grunds•itzlich nicht unabh•ingig yon weiteren Inhalts- stoffen einer Zubereitung. Ihre Wirkung wird modifiziert durch LSsungsver- mittler, sogenannte Verdicker oder andere tibliche Salber•inhaltsstoffe. Am Beispiel der Lokalan•isthesie zeigt Abb. 2, wie sehr die galenische Zu- bereitung eine Wirkung beeinfiussen kann. Nach •iutterlicher Applikation yon
ABSOBPTION POTENTIAL OF SKIN 103 zwei liblichen lidocainhaltigen Salbengrundlagen des DAB VII kommt sie nicht zustande. Das entlpricht der fehlenden Fluorescenz im Corium nach An- wendung der Tetracyclinsalben (s. Ta•,elle 2). In fiiissigen Zubereitungen mir geeigneten Penetrationsvermittlern wird Lidocain dagegen in sicher wirksamer Menge percutan aufgenommen: Die in tieferen Schichten der Haut gele.genen freien Nervenendigungen werden gegeniiber Schmerzimpulsen reversibel un- empfindlich. •hnliche m bei Anwendung yon Lidocain-hydrochlorid jedoch niedrigere -- E•ekte lassen sich auch mir W/O-Emulsionen oder Gelen erzielen, wenn diese Penetrationsvermittler in ausreichender Konzentration enthalten. Die percutane Resorption wird mit dem Abtransport aus dem Corium und der Aufnahme in den allgemeinen Kreislauf beender. Dieser Schritt ist ebenfalls yon der Zusammensetzung der iiuf•erlich verabfolgten Zubereitung abhi/ngig. Im Gegensatz zur Penetration der Epidermis scheint hier die vermehrte Was- serliSslichkeit einer Verbindung ihre Verteilung im Corium und ,die Aufnahme- geschwindigkeit in die Blut- oder Lymphgefi/f•e zu fiSrdern: Sie erfolgt nach Keesenberg (8) aus Wasser rascher als aus penetrationsvermittlern, aus DMSO schneller als aus einem Kohlenwassersto• (At, t,. 3). Der bei der Penetration der Epidermis eine nur untergeordnete Rolle spielende Wirksto• kann auf den Ab- transport erheblichen Einfiuf• gewinnen. Werden z. B. Lidocain und Rhodamin B im gleichen Penetrationsvermittler (Cyclohexan' und •thylenglykolmono- iithyliither) zusammen iiugerlich appliziert, tritt Lokalani/sthesie gleichzeitig mir der Fluorescenz des Farbstoffes im Corium ein. Wenige Stunden spiiter ist die Aniisthesie beender, das Lidocain abtransportiert. Rhodamin B dagegen liif•t sich 24 und 48 Stdn. spiiter noch im Corium nachweisen. ZUSAMMENFASSUNG Penetrationsvermittler kiSnnen Wirkstoffe bis ins Corium der Haut transpor- tieren und werden dadurch zu Resorptionsvermittlern. Der Transport bis ins Corium scheint in toto ohne nennenswerte Selektion zu eroeolgen. Jenseits der Epidermis verliert der Penetrationsvermittler oftenbar seinen Einfiuf•, und der Abtransport wird zunehmend abhiingig vom Wirkstoff. Die percutane Re- sorptionsgeschwindigkeit kann auf•erordentlich grof• sein. Schon 15 min nach iiuf•erlicher Applikation kiSnnen Farbstoffe im Corium oder eine Lidocain- wirkung nachgewiesen werden. Unterschiede in der Stoffaufnahme zwischen Laboratoriumstieren und dem Menschen sind mir Sicherheit zu erwarten, u. a. auch wegen der Dicke der Epidermis und der Dichte der Behaarung. Schlieglich ist auch seit langem bekannt, daf• kranke, vorgeschiidigte oder alte Haut ihr AufnahmevermSgen fiir Fremdstoffe iindert. Das Verhalten in der Haut kann die intravasale Aufnahme selbstverstiindlich stark beeinfiussen. Es muf• auch
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