J. soc. cos. CHEM. 15, 659--666 (1964) 659 VER)NDERUNG DES HAARKERATINS DURCH KOSMETISCHE BEHANDLUNG UND NAT{RLICHE UMWELTEINFL{SSE Beschreibung und Anwendungsm6glichkeiten einer modifizierten Cu-Wertmethode Dr. rer. nat. PETER BERTH und Dr. rer. nat. GONTER REESE* Vorgetragen am 10. April 1964 in Darmstadt Copper adsorption on hair keratin from an aqueous solution of copper tetrammine complex is useful for the study of hair damage. It is shown that copper tetrammine adsorption is a function of oxidative and reductive hair damage. The method also detects damage due to U. V. radiation but fails in cases of thermal damage, i.e., from infrared radiation. The described technique is a practical semimicro procedure and is useful for product development, evaluation of complaints and for forensic investigations. Das menschliche Haar ist durch kosmetische Behandlungen und durch nat•ir- liche Umwelteinfl•isse Bedingungen unterworfen, die zu einer Ver•inderung des Haarkeratins f•ihren k•Snnen. Schon einfache mechanische und physikalische Manipulationen, wie K•immen, Biersten und Waschen, f•ihren zu geringf•igigen Struktur•inderungen, die zwar grunds•itzlich megbar, praktisch jedoch meist ohne Bedeutung sind (1,15). Von gr•Sgerem Einflug sind solche Verfahren, bei denen durch echte chemische Reaktionen in oder auf dem Haar tiefergreifende Umwandlungen des Haarkeratins auftreten, wie z. B. bei oxydativen oder reduktiven Behandlungen beim F•irben, Blondieren und Wellen. So mug beim Bleichen mit Aktivsauerstoff abgebenden Verbindungen nicht nur mir einer Zerst/Srung der Farbpigmente, sondern auch mir einem Angriff auf die Faser- substanz, z. B. durda oxydatives Sprengen der Cystinbr•icken, gerechnet wer- den (2). Auch beim Wellen mit Thioglykols•iure kommt es zu erheblichen Ver•inderungen der physikalischen und chemischen Eigenschaften des Keratins, weil die Reoxydation der aufgespaltenen Disulfidbr•icken nur zu ca. 840/0 erfolgt (3). IR- und UV-Strahlen (Aufhellung der Haare w•ihrend des Urlaubs an der See oder im Hochgebirge) sind weitere Faktoren, die insbesondere durch Summationseffekte unangenehm in Erscheinung treten. * Henkel & Cie. GmbH., 4 Diisseldorf 1, Henkelstrage 67.
660 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Die Untersuchung solcher Schiiden ist zur vergleichenden Beurteilung sowie zur Neuentwicklung yon Priiparaten fiir die Haarkosmetik yon besonderer Bedeutung. In der Literatur ist eine Keihe brauchbarer Methoden beschrieben. Bewiihrt haben sich physikalische und chemische Met•methoden, wie Reig- festigkeit (4-7), Dehnungsdiagramme (8-15), Quellung (16, 17), Mikroskopie (15, 18), Alkali-, Siiure- und HarnstoffbisulfitliSslichkeit (19-21), die Diazo- Pauli-Reaktion (22) und die Feiglsche Jod-Azid-Reaktion (23). Die physikali- schen Methoden wurden besonders yon Brauckhoff und HeilingiStter, die &e- mischen Methoden yon Freytag bearbeitet. Erhebliche Schwierigkeiten ent- stehen jedoch meist dadurch, dab die verschiedenen Methoden auf spezielle Haarschiiden unterschiedlich ansprechen. Auch ist das Haarkeratin keine che- misch einheitliche Substanz, so dab man mit einer Streuung der Mef•ergebnisse im Rahmen der biologischen Breite rechnen muff. Eine einigermaf•en sichere Aussage ist daher nur durch Kombination yon Megergebnissen mehrerer Methoden miSglich. Vide Methoden haben ihre Vorbilder in der Wollchemie. So erschien im Jahre 1952 eine Arbeit yon Weber, der die Cu-Aufnahme yon Wolle aus einer ammoniakalischen Cu-TetraminsalzliSsung bestimmte und zeigen konnte, dab dieser Cu-Wert charakteristisch fiir die Vorgeschichte der Wolle ist (24). In den [mgCu/g Haar] 7O 6O 5O 60, i '• • • • [n] n=Zahl der I•ehandlungen Abb. 1: Cu-Wert gewellter und blondierter Haare. [rag CU/g Haar] 50- 45' 40- 05 0,'s ors i. Abb. 2: Abhiingigkeit der Cu-Aufnahme yon der Konzentration der Cu-SalzlSsung.
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