232 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Lebensqualitiit beizutragen. Es gibt in unserer Gesellschaft eine erstaunliche Opfer- bereitschaft, um dem individuellen Wunschbild der PersiSnlichkeitsdarstellung gegentiber der Umwelt zu entsprechen. Tiefgreifende Resignationen miSgen in dem UnvermiSgen begrtindet sein, diesem Wunschbild nachzukommen. Es liegen Ansiitze vor, von diesem Gesichtspunkt aus der Selbstdarstellung mittels kosmetischer Mittel einen Stellenwert zuzumessen, der unter Respektierung der individuellen Situation mit dem Begriff lebensnotwendig verkniipft sein kann. Die Diskussion fiber das Pro und Contra bei der Abwiigung von Nutzen und Sicherheit liigt erkennen, dag das Ausmag des Risikos mittels naturwissenschaftlicher Methoden in Pharmakologie, Toxikologie und Dermatologie sich priizise darstellen liigt. Dem- gegeniiber ist die Bewertung des Benefits, des Nutzens, also der breiten Palette der positiven Auswirkung kosmetischer Mittel, durch solche Methoden nicht ohne weiteres zu erfassen. Auf der Benefit-Seite der kosmetischen Mittel steht a) der Effekt der K•Srperpflege mit seiner direkten Auswirkung im Sinne einer pro- phylaktischen Gesundheitspflege, b) die Verbesserung des Wohlbefindens als partiell narzigtischer Effekt, zweifelsohne verbunden mir einer indirekten Einwirkung auf K•Srperfunktion und schlieglich c) die bewugte •4nderung der Selbstdarstellung durch kosmetische Mittel als hilfreiche Magnahme, um in einer kritischen Umgebung zu bestehen. Die Kosmetik ist heute im Zuge des Abbaus der gesellschaftlichen Schichtung ein nicht unerheblicher Faktor, der auch im Berufsleben weitreichende Konsequenzen besitzt. Es gibt nicht nur allein ein Vertriiglichkeits-Risiko der kosmetischen Mittel, sondern auch ein individuelles Wagnis im Rahmen der Selbstdarstellung. Dieses Wagnis liegt in der Fehlinterpretation der Umgebung bei der Bewertung der Selbstdarstellung unter An- wendung kosmetischer Mittel. In der heutigen Sicht ist dies im wesentlichen ein Gene- rationsproblem die Toleranzbreite gegeniiber der Selbstdarstellung triigt derzeit ge- wisse romantische Ztige. Die Bemtihungen, das Wunschbild des eigenen Ichs der Urnwelt zu vermitteln und der schlieglich erreichte Effekt in der Beeindruckung der Urnwelt kommen hiiufig nicht zur Deckung. Wichtige Kapitel der Hautpflege sind auf diesem Kongreg schon bertihrt worden, sie umfassen den Wasserhaushalt, den Hautfettfilm und die Auswirkungen auf die Ge- gebenheiten der oberen Hautschichten. Chemisch-physikalische Megmethoden an der Haut sind geeignet, deren $chutzfunktion hervorzuheben, die durch entsprechende Anwendung kosmetischer Mittel verbessert werden kann. Auf dem Gebiete der in- direkten Auswirkung auf das Wohlbefinden sind moderne psychologische Wirkungs- nachweise heute Handwerkszeug der zustiindigen Fachkreise. Ich erinnere an die her- vorragende Formulierung yon Bergler, an die nachlesenswerte Wiedergabe des Themas Wirkung, Nachweis und Darstellung kosmetischer Mittel unter Ippen anliiglich der Kosmetiktage Karlsruhe 1977.
BENEFITS AND RISKS OF COSMETICS 233 Erlebnisfunktionen: Soziale Funktionen: Funktionen (Wirkungen) der Hautpflege Schutzfunktion Erni/hrungsfunktion Pfiegefunktion Duftfunktion Gesunderhaltungsfunktion Allgemeines Wohlbefind Sauberkeit Pers6nlichkeitsausstrahlung SelbstsichAnerkennung $oziale Kontakterleichterung Anpassung Tabelle I Sicherlich ist die Motivation des K6rperpflegeverhaltens wesentlich breiter als etwa der- matologische Aspekte zur Schutzfunktion der Haut und zur Barrierefunktion im Be- reiche der Hornschicht. Schlieglich ist K/Srperkontakt identisch mit Sozialkontakt. Die Ich-Entwicklung in der perinatalen Zeit erfolgt tiber wechselseitige KiSrperkontakte. Berglet stellte dar, dag die Haut ein Organsystem ftir das Erlebnis der eigenen PersiSnlichkeit und den Aufbau der Objektwelt ist und schlieglich ftir das Orientierungsverhalten in der- sozialen Urn- welt existenznotwendig ist. Man kann es auch, einem Buchtitel entsprechend, einfacher sagen: ,,Liebe geht tiber die Haut", abet den Begriff Liebe miSchte ich dabei in breitem humanen Aspekt gewtirdigt sehen. $ubjektive Kriterien gepflegte Haut ungepflegte Haut glatt rissig straff spr6•te geschmeidi rauh ß g elasnsch por6s sanft schuppig
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