236 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS biete des Verteilungsmodus beim Anbieten dieser Pr•iparate, einmal von seiten der Apotheke und damit Einordnen in den Begriff Arzneimittel oder Anbieten tiber solche Stationen, tiber die Kosmetika eben heute verkauft werden.) Der Lichtschutz ist heute ein gel/Sstes Problem. Die Wirksamkeit der Lichtschutzmittel liegt im Vorfeld der lebenden Hautschichten, innerhalb der Hornschicht. Ich halte abet die Diskussion der verschiedenen Wege ftir fruchtbar, den Lichtschutz durch Inten- sivierung des Melaningehalts der Haut durch entsprechende Bestrahlung zu verst•irken, also den schwarzen Sonnenschirm ftir die Haut aufzubauen, oder risikolos die Braun- t/Snung durch chemische Ver•inderung in die Hornschicht zu induzieren. Jedem das Seine! Es werden sich sicherlich drei hautbewuf•te Kollektive innerhalb unserer Gesell- schaft herausbilden. 1. Das Kollektiv, das sich der nattirlichen Sonnenstrahlung aussetzt und die kosmeti- schen Mittel zum Lichtschutz wahrnimmt, 2. die nicht kleine Gruppe, die allein das Braunsein ftir gesellschaftlich ,,in" h•ilt und sich entsprechend in den Solarien exponiert und schliefflich 3. die Gruppe, die sich unauff•illig dem Trend der Gesellschaft anpatlt und eine ktinst- liche substantielle Br•iunung der Hornhaut bevorzugt. Ich selber bekenne mich zur nattirlichen Sonnenexposition sicherlich aus Grtinden, die meiner perinatalen Entwicklung und dem damaligen und heutigen Zeitgeist entsprechen. Es ist Ihnen bekannt, datl der Einsatz der Solarien, insbesondere die chronisch hoch- dosierten U.V.A.-Bestrahlungen, zur Zeit intensiv von verschiedenen Gesichtspunkten aus beleuchtet wird. Wenden wit uns nunmehr dem Risiko der kosmetischen Mittel bzw. der Sicherheit zu, die diese Substanzen haben mtissen, so stehen gleichrangig verschiedene Prtifsysteme nebeneinander, die der Anwendung kosmetischer Mittel vorausgehen. Ein Wort zur retrospektiven Analyse der Vertr•iglichkeit kosmetischer Mittel. Diese Situation ist schwierig und meiner Meinung nach unm/Sglich zu beurteilen, da aus heutiger Sicht ja nicht die Hautvertr•iglichkeit im Vordergrund steht, sondern die allgemeine Auswirkung auf den Organismus. Voraussetzung ist eine entsprechende perkutane Resorption der aufgetragenen kosmetischen Mittel bzw. der entsprechenden Inhaltstoffe in der erfor- derlichen Dosis. Die Daten, die zur Beurteilung kosmetischer Mittel vorliegen mtissen, betreffen eine breite Skala von Untersuchungsmethoden. Die entsprechenden Richtlinien ftir kosmeti- sche Produkte und deren Inhaltstoffe sind vom Europarat ktirzlich vorgelegt worden. Sowohl die einzelnen Inhaltstoffe als auch das Endprodukt in seiner Gesamtheit be- dtirfen der isolierten Uberprtifung. Die Information, die vor Einsatz eines Inhaltstoffes in einem kosmetischen Mittel gegeben werden mug, ist aus den vorgelegten Tabellen zu entnehmen. Ein wichtiger Aspekt ftir die Beurteilung der kosmetischen Mittel von verschiedenen Gesichtspunkten aus ist die Verweildauer auf der Haut bzw. die che- mische Umwandlung der Substanzen w•ihrend der Anwendung.
BENEFITS AND RISKS OF COSMETICS 237 Priifung der Inhaltstoffe Physikalische und chemische Spezifizierung Pharmakologische Effekte Akute Toxizit•it Systemische Toxizit•it/No effect level Kurz- und langfristige Toxizit•it Teratogenit•it, Mutagenit•it, Reproduktion Karzinogenit•it Perkutane Resorption unter Beachtung der Anwendungsform Pharmakokinetik Ausscheidung Metabolisierung Irritation (Haut, Schleimhaut, Auge) Sensibilisierung (Reaktionstypen der Kontaktallergie) Tabelle 4 Prtifung des Endprodukts Laufende Oberwachung der Vertriiglichkeit und Stabilitiit Meldesystem unter Beachtung der Anwendungsweise Tabelle 5 Ich miSchte hier die Haarfarbstoffe exemplarisch voranstellen, die unter Oxydation in ihrer Toxizitiit und auch in ihrer Penetrationsfiihigkeit im Zuge des Farbvorgangs ent- scheidend veriindert werden. Toxizitiit und die MiSglichkeit der perkutanen Resorption nimmt nach Oxydation erheblich ab und erreicht etwa 10 % der Daten ohne Oxydation. Abspiilbare Substanzen oder kosmetische Mittel, die nur episodenhaft alle 4 Wochen angewandt werden, bedilrfen einer anderen Bewertung als Kosmetika, die tiiglich im Gebrauch sind und insbesondere durch die Art und Weise der Anwendung vom KiSrper aufgenommen werden kiSnnen. Filr die Erstellung der Datenbliitter zum Einsatz kosmetischer Mittel sind fiir die je- weiligen Substanzen Tierexperimente unerliiglich. Es mug erreicht werden, dag die Gremien, die mit der Entwicklung kosmetischer Mittel betraut sind und deren Ober- prilfung durchfilhren milssen, sich mit den Vereinigungen in Verbindung setzen, die den Tierschutz auf ihre Fahne geschrieben haben. Es milssen auf dieser Ebene gangbare Wege bzw. Kompromisse gefunden werden.
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