346 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Bedingungen ein zweistufiger Vorgang sein kann, der einen ,,Aus16ser" und einen ,,F6rderer" enth/ilt. I)as k6nnen verschiedene Agentien sein. Diese Seite der Krebsentstehung ist jedoch nicht genfigend gekl/irt oder allgemeingiiltig, um im vorliegenden praktischen Zusammenhang in Betracht gezogen zu werden." Der Nachweis, dass eine Substanz eine derartig f6rdernde Wirkung hat, dfirfte deim derzeitigen Stand der Erkenntnis an sich ihren AusschluB aus kosmetischen Pr/iparaten nicht rechtfertigen. Bei Benetzungsmitteln ist nicht nur ihre eigene Toxizit/it zu berfick- sichtigen, sondern es muB auch ihr EinfluB auf die Haut-Resorption yon anderen Inhaltsstoffen in Betracht gezogen werden. Die Prfifung soil sowohl auf die Beurtefiung des Gesamt-Produkts als auch auf die Einzelbestandteile gerichtet sein. Die ver6ffent!ichten und unver6ffentlichten Unter!agen fiber die Toxi- kologie der oberfl/ichenaktiven Stoffe soilen zusammengestellt werden, mit dem Ziel der Aufste!lung einer negativen Liste der a!s nicht duldbar ange- sehenen Substanzen ffir Kosmetika. Hormone Bis zum Vorliegen weiterer Unterlagen sollen weibliche Sexualhormone in Kosmetika nur unter der Gruppe C.-Ext. zugelassen werden, sofern alas Etikett Idare Angaben fiber folgende Punkte enth•lt: 1. Den offiziel!en Namen der Hormons und die Gesamt-Bestandteile des Produkts. 2. Die Konzentration des Hormons in internationalen Einheiten. Sie sollen 350 I.E. je Gramm nicht fiberschreiten. 3. Nut ffir Frauen fiber 30 Jahre und nicht mehr Ms 15 g des Pr•parates in der Woche. 4. Keine Anwendung wghrend der Betreuung yon Kleinstkindern und nicht auf der Haut von Kindem. Grundstoffe und Lb'sungsmittel Die Grundstoffe und L6sungsmittel, die allgemein im Gebrauch sind, machen den Hauptteil yon kosmetischen Produkten aus. Es sind s/imtliche Substanzen mit gew6hnlich 1/ingerer ¾erweildauer mit Ausnahme der Freone, Alkohol und Wasser. Gruppe C treste Bestandteile: Ta!kum, Kaolin, Bentonit, Aluminiumoxid, -silikat und -stearat, un16sliches Bariumsulfat, Calciumcarbonat,-phosphat, -hydro- genphosphat, -pyrophosphat, -stearat und -sulfat, Magnesiumcarbonat und
DIE VERHOTUNG CHRONISCH-TOXISCHER GEFAHREN VON KOSMETIKA 347 -stearat, Titandioxid, Zinkoxid,-carbonat und-stearat, Stglrke, Fettsgluren, hydrierte pflanzliche und tierische 01e, Walrat, Fettalkohole, Bienenwachs, Ozokerit, Carnaubawachs, Candelillawachs, Zuckerrohrwachs sowie Tragant, Gummiarabicum, Alginate, Carragenate, modifizierte Cellulosen und Polyvinylpyrrolidon (die t3 letztgenannten werden als L6sungen oder als Aufschwemmungen in Wasser oder Alkohol verwendet). Fl•ssigkeiten: Wasser, Aromawglsser, )[thyl- und Isopropyla!kohol, Glycerin, Propylenglykol, Hexylenglykol, Polyglykole, Polygthylenglykole, Sorbito170%, genussfghige 01e und Fette, Fettsgluren, die Butyl-, Isopropyl- und )[thylester yon Fettsgluren, Lanolin, Oleylalkohol, •thyl- und Butyl- lactat. Unter besonderen Reinheitsanforderungen zum AusschluB krebs- erzeugender Verunreinigungen werden die folgenden Stoffe als duldbar angesehen: Mineral61, fliissiges Paraffin, Petroleum, Vaseline, Fest-und Hart- paraffin. Gruppe C.-Ext. Fiir besondere Anwendungszwecke werden die folgenden Stoffe als duldbar angesehen, z.B. in Nagellack: Aceton, Dibutyl- und Dioctyl- phthalat sowie Nitroceilulose. Gruppe C.-W.R. In Aerosol-Prglparaten: Trichlormonofluormethan, Dichlordifluormethan, Trichlortrifluorgthan, Stickstoff, Kohlendioxid, Lachgas, Vinylchlorid, Methylchlorid und Propan-Butan-Gemische in geringen Konzentrationen. Die fo!genden Substanzen werden f/ir die Verwendung in Kosmetika als nicht duldbar angesehen: Tetrachlorkohlenstoff sowie Methylalkohol, letzterer mir Ausnahme seiner Verwendung zur Denaturierung yon fi•thyl- alkohol. Kalt-Dauerwell-Priiparate Thioglykolate, Thiolactate und verwandte Verbindungen werden in grossem Umfang gebraucht, sind aber chemisch sehr reaktiv und stark giftig. Diese Substanzen soilen auf die Gruppe C.-W.R beschrglnkt bleiben. Sie milssen strengen Anforderungen unterliegen, so dab Verunreinigungen ein- schlieBlish Dithio-Derivate und Schwermetalle ausgeschlossen sind. Die zulglssige H6chstkonzentration soil 8% sein (im Detail-Verkauf) und der maximale pH Wert 0,5 betragen. Die Hgnde der Friseure milssen bei der Anwendung geschiitzt sein.
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