ZUR PHYSIOLOGIE DER ALTERNDEN HAUT 271 I. HAUTOBERFLXCHE l. pH- lVert Der pH-Wert ist die Resultante der Konzentrationen aller pH-aktiven wasser16slichen Hornschichtinhaltsstoffe unter Berficksichtigung ihrer Dissoziationskonstanten. Von Marchionini (7), Schaaf (9), Herrmann, Sulz- berger (12) u. a. wird dem SchweiB eine besondere pH-beeinflussende Rolle zugeschrieben. Dagegen sind Spier und Pascher (11) und insbesondere Szakall (13) der Meinung, dab die wasser16slichen Inhaltsstoffe des Str. cor- neum ftir das Aufrechterhalten des pH-Wertes verantwortlich zu machen sin& Die pH-Messungen wurden bei insgesamt 71 Patienten verschiedenen Alters in lichtexponierter und nicht-lichtexponierter Haut durchgeffihrt. 2. Mlkali- and S•rene•tralisation Das Neutralisationsverm6gen der Haut stellt eine Abwehrfunktion des Hautorgans gegenfiber Laugen und S•uren dar. Die Alkalineutralisation wurde nach Burckhardt (1), die S•ureneutralisation nach Schuppli (10) an lichtexponierter und nicht-lichtexponierter Haut in Abh•ngigkeit vom Alter bestimmt. S•ure- und Alkalineutralisationsverm6gen der Haut verbalten sich nach Burckhardt und B•umle (2) weitgehend fibereinstimmend. Wit untersuchten das S•ureneutralisationsverm6gen der Haut nut bei 27 Patlenten orientierend und konnten die Meinung yon Burckhardt best•tigen. 3. •tlkaliresisten• Die Alkaliresistenz wird nach Burckhardt dutch den nicht-16slichen Kera- tinanteil der Homschicht bestimmt. Sie wurde an 20- bis 40j•hrigen und fiber 60j•hrigen Probanden im Bereich lichtexponierter und nicht-lichtexponierter Haut geprfift. FaBt man die an der Hautoberfl•iche gewonnenen Untersuchungsergebnisse zusammen, so ergeben sich folgende Beziehungen zwischen lichtexponierter und nicht-lichtexponierter Haut in Abh•ngigkeit vom Alter: 1. Die Hautoberfl•che weist eine Wasserstoffionenkonzentration auf, die unter gew6hnlichen Bedingungen im sauren pH-Bereich liegr. (Nut in den intertrigin6sen R•umen und in seborrhoischen Bezirken ist der pH-Wert in den alkalischen Bereich verschoben.) Bis zum 70. Lebensjahr etwa - S•uglings- und Kindesalter sind nicht berficksichtigt - bleiben die pH- Verh•iltnisse weitgehend konstant. Im h6heren Alter erkennt man eine Ann•herung der pH-Werte in lichtexponierter und nicht-lichtexponierter Haut und eine gleichzeitige Verschiebung in den sauren Bereich, starker an lichtexponierter Haut.
272 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS 2. Alkali- und Siureneutralisation zeigen ein gleichgerichtetes Verhalten in Abhingigkeit vom Alter und von der Lokalisation. Bis zum siebenten Lebensdezennium ist das Pufferungsverm6gen in lichtexponierter und nicht-lichtexponierter Haut gleich gut. Im h6heren Alter erleiden alle gemessenen K6rperstellen bis auf die Handoberfiiche eine nahezu gleich groBe PufferungseinbuBe. An der Handoberfiiche 2ndert sich die Puffe- rungskapazit2t nut geringgradig. 3. Die Alkaliresistenz nimmt vom Handriicken fiber den Unterarm zum Oberarm zu. Eine gesetzm2Bige Abhingigkeit von bestimmten Hornhaut- eigenschaften, wie Dicke und Struktur, ist nicht erkennbar. Mir zunehmen- dem Alter nimmt die Resistenz an den MeBstellen ab, st2rker am Hand- rticken. II. SCHWEISSDROSEN UND HORNINHALTSTOFFE Da wahrscheinlich SchweiB- und Horninhaltstoffe ftir das Zustandekom- men der meisten yon uns geprtiften Funktionen verantwortlich zu machen sind, dehnten wir unsere Untersuchungen auf die Bestimmung der SchweiB- drtisenfunktionen und einzelner Bestandteile des Hornmaterials in jugend- lichem und h6herem Alter aus. I. Schmei fidr•sen Quantitative SchweiBuntersuchungen gestalten sich insofern schwierig, als vide Faktoren wie AuBentemperatur, Luftfeuchtigkeit, K6rperlage, Schlaf oder Wachzustand und vieles andere mehr, beeinflussend auf die SchweiB- drfisent•tigkeit witken k6nnen. Ein Tell der m6glichen Fehlerquellen kann dadurch ausgeschaltet wetden, dab nicht die Quantit•t des sezemierten SchweiBes, sondern die Zahl der funktionsf•higen SchweiBdr•sen bestimmt wird. Unterspritzt man ein SchweiBdrfisenareal mir Pilocarpin in einer Konzen- tration yon 0,01 cm •, so wetden alle funktionsf•higen SchweiBdrfisen dutch Einwirkung auf den Drfisenk6rper selbst aktiviert und sondem SchweiB ab. Dutch SchweiB wird Bromphenolblau kr•ftig blau gef•rbt. Bringt man be- stimmt vorbereitetes Bromphenolblau auf die Haut und l•Bt die SchweiB- &risen SchweiB produzieren, so f•rben sich die SchweiBdrfisenausffihrungs- g•nge blau an und sind gut ausz•hlbar (Methode nach Tashiro (15)). Die Zahl der dutch Pilocarpin aktivierbaren SchweiBdrfisen ist in licht- exponierter Haut (Stim und Handoberfl•che) drei- his dreieinhalbmal gr6Ber als in nicht-lichtexponierter Haut (Unterarm und Schulterblatt). Mir zuneh- mendera Alter vermindeft sich die Zahl der SchweiBdrfisen an lichtexponier- terund nicht-lichtexponierter Haut im gleichen Verh•ltnis, bei •ber 80j•hri- gert Probanden um fund 70 %.
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