BEHANDLUNG UND PROPHYLAXE DER HAUTALTERUNG 285 Auf die Anhangsgebilde soil nuz kurz eingegangen wetden (Tab. IW). An den Haaren ist die Dickenver•inderung regional stark unterschiedlich. W•ihrend die Dicke des Haupthaares abnimmt, bleibt sie in der Axille und in der Kinnregion (etwa ab 30. Lebensjahr) konstant. Die Haare der Beine und Brauen nehmen besonders beim Manne bis ins Greisenalter an Dicke zu. Die Wachstumsgeschwindigkeit und die Dehnbarkeit sowie die ReiBfestigkeit entsprechen diesen Befunden. Die Einpflanzungstiefe in der Kopfhaut nimmt entsprechend ihrer Verdiinnung ab. Die chemische Zusammensetzung wird als unterschiedlich vermindeft angegeben, hierbei wurde wohl auch nicht iramet den regional unterschiedlichen Altersver•inderungen am Haar Rech- nung getragen. Sicher ist nut die Abnahme des Kupfergehaltes. Haarausfall (besonders beim Manne) und Ergrauen sind ja bekannte Altersver•inde- rungen, auf die hier nicht n•iher eingegangen werden soll. Beim Nagel kommt es im Alter zu einer Verdickung der Nagelplatte, die Lunula k•Snnen verschwinden, die Querkriimmung nimmt zu, die L•ings- kriimmung ab. Der Kalkgehalt wird NSher, der Schwefelgehalt nimmt ab, w•ihrend die Kupfermenge konstant bleibt. Die Angaben fiber die Gr•SBenver•inderungen der Talgdriisen sind un•er- schiedlich, Gottton (13) beobachtete eine Verkleinerung. Sicher ist die Talgmenge an der Hautoberfl•iche vermindeft, hierdurch ist die schlechtere Benetzbarkeit der Haut im Alter und ihre Trockenheit mit- bedingt (Schneider und Schuleit (40)). Dabei scheint die Talgsekretion ins- gesamt bei deutlichen regionalen Unterschieden nut wenig vermindeft. Ober den Cholesteringehalt liegen unterschiedliche Angaben vor, w•ihrend all- gemein ein vermehrter Squalengehalt (wohl wegen dessen schlechterer Ver- wertbarkeit) gefunden wurde. Sowohl die Zahl der ekkrinen SchweiBdriisen, als auch die Menge des SchweiBes bleibt bis zum 50. Lebensjahr konstant, nimmt dann abet deutlich ab. Hier ist abet auch schon friiher die qualitative Minderwertigkeit der Haut an dem verziSgerten Ansprechen auf thermische Reize festzustellen. Die apokrinen SchweiBdriisen zeigen histologisch bereits yore 30. Lebens- jahr an, besonders bei Frauen, degenerative Ver•inderungen. Die Tr2nen- sekretion ist im Alter herabgesetzt, die Speichelsekretion unver•indert. DaB alle diese Ver•inderungen die menschliche Haut auch fiir ganz be- stimmte und typische Altersdermatosen anf•illig machen, sei nut am Rande erw•ihnt und hierzu auf die Obersichten z. B. yon Gottton und Lutz (23) verwiesen. Die Fiille der bisher bekannten Altersver•inderungen der Haut iiberrascht ebenso wie die Tatsache, dab z. T. die Befunde unsicher oder sogar wider-
286 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS sprechend sind. Um daraus nicht die vielleicht naheliegende SchluBfolgerung zu ziehen, die Untersuchungen seien nicht richfig oder sorgf•iltig durchge- ftihrt worden, sei mir einem Wort auf die grunds•itzliche Schwierigkeit der- artiger Untersuchungen eingegangen. Es lassen sich drei Faktorengruppen unterscheiden, die im wesentlichen die Altersver•inderungen des Organismus und auch die seiner Haut bedingen (•4bb. 7). Es sind dies zun•ichst einmal konstitutionelle Faktoren. Es gibt ebenso typische ,,Glatzen-Familien" wie solche, in denen die weiblichen Mitglieder bis ins hohe Alter eine glatte faltenlose Haut behalten. Die konstitutionellen Bedingungen k•Snnen sich sowohl auf das Auftreten in Abh•ingigkeit vom Alter, als auch auf die Progredienz auswirken, die hier im Schema dutch die Steilheit gekennzeichnet ist. Es kommen dann als weirere die Altersver•inde- rungert beeinflussende Momente eine Reihe yon internen Faktoren dazu wie z. B. die Lebensweise (Ern•ihrung, Schlaf, Genu13gifte, psychische Alteratio- hen usw.), Erkrankungen, die in der Regel natiirlich zu einer Zunahme der Altersver•inderungen fiihren diirften, und besonders bei Frauen die hormo- nelien Umstellungen sowohl in der Menopause als auch vorher dutch die Gravidit•iten. Erw•ihnt sei an dieset Stelle auch das ,,Herabsinken" des sub- cutanen Fettpolsters im Gesicht aus dem Bereich der Augen und Wangen zum Kinn (Doppelkinnbildung) und Hals hin sowie die Fettpolsterbildung /•i'//or - .4bbil&mg 7 Schematische Darstellung der die Altersver•indcrungen bedingenden Faktoren.
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