BEHANDLUNG UND PROPHYLAXE DER HAUTALTERUNG 297 Ein aussichtsreicheres Gebiet scheinen da noch die Fermente zu sein, wenn auch ihre Verarbeitung ohne Beeintr•chtigung der Wirkung gewisse Schwie- rigkeiten erwarten l•Bt (Liesing (22)). Auf eine, gezielt aus der Kenntnis der Wirkung der Ostrogene abgeleitete und neu entwickelte Substanz soll hier noch eingegangen wetden, n•mlich das Pregnenolon. Diese yon Schaaf und Gross zun•chst im Akanthosetest geprtifte Substanz kann •hnlich wie die Ostrogene, nach Homburger 07) sogar in der gleichen Gr6Benordnung, zu einer Verdickung der Epidermis ftihren. Dabei soll nach den histologischen Untersuchungen yon Takagi (48) auch eine vermehrte Hydratation nachgewiesen wetden k6nnen, w•hrend andere Autoten lediglich in Doppelt-Blind-Studien eine Oberlegenheit dieset Substanz herausstellen (Sternberg und Mitarb. (44), Silson (43) u.a.). In eigenen Versuchen lieB sich zeigen (Tronnier (51)), dab eine Akanthose nicht unbedingt auch zu einer meBbaren Verringerung der Faltentiefe ftihrt, so dab im Augenblick noch often bleiben muB, ob bei Anlegung des strengen MaBstabes der FDA wie bei den Ostrogenen, nicht ftir das Pregnenolon die fehlenden Neben- wirkungen als einziger Vorteil angenommen wetden mtissen. FaBt man das Gesicherte und Wahrscheinliche aus der groBen Zahl der Wirkstoffe und unserer Kenntnisse heraus zusammen, so bleibt nicht sehr viel: 1. Der Effekt dutch Hydratation, zu erreichen mit Grundlagen und Feucht- haltern, wohl auch die Wirkung der verschiedenen Extrakte. Der Effekt ist nicht sehr ausgepr•gt und nachhaltig. 2. Eine gewisse Wirkung auf die Keratinisierung dutch unges•ttigte Ver- bindungen unter EinschluB des Vitamin A. 3. Eine durchblutungssteigernde Wirkung (neben anderem) ftir die praktisch nicht verwendbaren Ostrogene, weiterhin ftir die Tocopherole, wahr- scheinlich ftir Placenta-Extrakte und vielleicht auch noch ftir andere Extrakte. Die Aufforderung, weiter an dem Problem zu arbeiten, kann abet nicht nut an den Chemiker gerichtet wetden, der neue Substanzen zu finden hitte, sondern muB ebenso an die Adresse des Arztes gehen, einerseits die Alters- verinderungen der Haut in ihren Ursachen noch weiter aufzukliren und An- haltspunkte ftir eine verntinftige chemische oder galenische Entwicklung zu geben, andererseits seine Prtif- und MeBmethoden weiter zu verfeinern oder zu entwickeln, damit die notwendigen verliBlichen Prtifungen vergleichend m6glich wetden. Voraussetzung ist dazu eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Chemiker und Arzt. Das Problem wird nicht nut dutch die Meinung des Kaufmannes, mangelnde Wirkung k6nne dutch entsprechend aufwendige
298 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Wetbung wettgemacht wetden, sondern nattirlich auch dutch die bisher unbe- streitbare Tatsache, dab Wirkungen praktisch immer auch Nebenwirkungen bedingen, in seiner Bearbeitung gerade heute gehemmt. Hier bietet sich abet als Teill•Ssung die stiirkere Betonung der Wirkung der Grundlage im Sinne der Pfiege der Haut gegentiber dem aus der Pharmazie tibernommenen Be- griff des Wirkstoffes an. ZUSAMMENFASSUNG Nach einer Obersicht der bis jetzt bekannten Altersveriinderungen der Epidermis, der Cutis, der Gesamthaut und ihrer Anhangsgebilde wird kurz auf die im Laufe des Lebens ftir die Alterung der Haut verantwortlichen Komponenten eingegangen und gleichzeitig aus diesem langsamen Zunehmen einer groBen Zahl von Veriinderungen auf die Schwierigkeiten der exakten Festlegung der mit dem Alter sich iindernden Einzelkomponenten einge- gangen. Die Notwendigkeit der mir dem Alter ver•nderten Hautpfiege wird an- schlieBend kurz skizziert. Dann erfolgt eine Besprechung der gegen die Altersvorgiinge empfohlenen Wirkstoffe (Vitamin A, E, essentielle Fett- s•uren, Placenta, Gelee royale, Ostrogene, Pregnenolon usw.). Eine Beeinfius- sung der Altersver• inderungen ist im wesentlichen m•Sglich dutch die Hydra- tation der Epidermis, den EinfiuB auf die Keratinisierung und (bedingt) dutch eine Durchblutungsf•Srderung. (finegeeganegen: 17. Mdr• 1964) LITERATUR (v) (8) (9) (10) (11) (12) (13) (14) (15) (1) Bean, W. B., jr. invest. Derre. 20, 27 (1953). (2) Braun-Falco, O., •4rch. klin. exp. Dermat. 203, 256 (1956). (2a) Braun-Falco, O., Derre. lVschr. 134, 1021 (1956). (3) Chieffi, M., jr. Geront. 5, 387 (1950). (4) Cotte, J., Med. Kosmetik 7, 259 (1958). (5) v. Czetsch-Lindenwald, H. und Schmidt-La Baume, F., Salben, Puder, Exlerna, 3. Aufl., Springer Verlag Berlin-G&tingen-Heidelberg 1950. (6) v. Czetsch-Lindenwald, H. und Schmidt-La Baume, F., Die iiufieren Heilmittel 1950-1955, Springer-Verlag Berlin-G&tingen-Heidelberg 1956. Dtirken, A. und Graul, E. H., Strahlentherap. 80, 427 (1949). Ejiri, I., jrap. jr. Dermat. 40, 173, 216 (1936) 41, 8, 64 (1937). Evans, R., Cowdry, E V. und Nielson P. E., •4nat. Rev. 86, 545 (1943). Flesch, P., J. invest. Derre. 19, 353 (1952). Gohlke, H., Med. Kosmetik 7, 139 (1958). Goldzieher, I. W., Roberts, J. S., Rawls, W. B. und Goldzieher. M. A., •4rch. Derre. Syph. 64, 533 (1952) 66, 304 (1952). Gottton, H. A., Neue Med. IVelt 1, 13, 54 (1950). Halarea, A. K., Fortsc,br. Med. 76, 28 (1958). Heite, H. J. und Schrader, C. P., Derre. lVschr. 136, 851 (1957).
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