BEHANDLUNG UND PROPHYLAXE DER HAUTALTERUNG 291 lung zurtickgeftihrt wetden muB. Dabei spielt, wie sich in Tierversuchen zeigen lieB (Miescher (1. c.)), der tiberfallartige Strahleninsult beim Tier ftir die Entstehung der Hautcarcinome eine besondere Rolle. Dabei entstehen bei der Maus vorwiegend Sarkome, als Geschwtilste bindegewebiger Genese, beim Menschen dagegen epitheliale Tumoren. Daran ist die Bedeutung der Eindringtiefe der Strahlen, die bei der dtinneren M•iusehaut auch das Binde- gewebe in ausreichender Dosierung erreicht, abzulesen. Da die langwellige Strahlung des Sonnenlichtes, besonders auch das UV-A, das bisher immer noch unter der Vorstellung der ditekten Pigmentierung von Lichtschutzmitteln nicht absorbleft wird, relativ welt in die menschliche Haut eindringt, sei der Vorschlag, der Entwicklung eines diesen Bereich ab- bierenden Lichtschutzmittels- oder - im weiteren Sinne -von UV-A ab- sorbierenden Tages-Cremes, wiederholt. Eine Aussage tiber den Weft einer solchen Zubereitung ist erst nach einer gewissen Zeit m•Sglich. Beim Erwach- senen gilt sinngem•iB das bereits ftir den Heranwachsenden und das Kind Ausgefiihrte. Daneben muB abet in besonderem MaBe den bereits aufgetre- tenen Altersver•inderungen Rechnung getragen wetden, sei es, um eine Pro- gredienz zu verhindern oder abzuschw•ichen, oder um die Ver•inderungen wieder rtickg•ingig zu machen. AuBer einer Verdtinnung der gesamten Epi- dermis ohne klare Festlegung der verdtinnten Schichten und der Vettinge- rung der Zellgr•SBe ist nichts wesentliches als altersbedingte Ver•inderung morphologisch festzustellen. Dabei ist die Mitoserate ungest•Srt, nut die Lebensdauer der Zellen herabgesetzt, also auch hier eine vorwiegend quali- tative Minderwertigkeit. Das Verstreichen der Reteleiste k•Snnte zu einer herabgesetzten ,,Ern•ihrung" der Epidermis geftihrt haben. Diese von auBen her ersetzen zu wollen, ist sicher illusorisch. Eine Mehrdurchblutung von auBen herbeizuftihren scheint dagegen nicht so aussichtslos, allerdings mtiBte sie milde genug sein, zu keiner Gew•Shnung ftihren und einen langanhalten- den Effekt baben. Nimmt man wieder als Modell die UV-Entztindung an, so scheint dabei alles dies erreichbar zu sein. Es kommt zu einer Gef•iBreak- tion im Sinne eines Erythems, die Hautfarbe wird besser. AuBerdem ist die Haut leicht •Sdemat•Ss und die Falten verschwinden. Leider wird diese Epi- dermisverdickung nicht dutch eine intrazellul•ire Wasseranreicherung ver- ursacht, wenn auch die Durchl•issigkeit der Zellmembran sich offensichtlich als Ausdruck einer prim•iren Lichtwirkung •indert (Dtirken und Graul (7)), sondern es kommt neben den an der Zelle zu beobachtenden degenerativen Ver•inderungen (Vakuolisierung, fehlende Kernanf•irbbarkeit) (Miescher (25)) vor allem zu einem interzellul•iren Odem. Nach Abklingen dieser ,,Dermatitis" ist die Haut zwar pigmentleft, abet faltiger und trockener als Zuvor.
292 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Eine M6glichkeit zur Wasserbindung in der Zelle unter Umstiinden unter gleichzeitiger Erh6hung der Semipermeabilit•it von auBen fiir die Zellmem- bran gilt es also zu finden. Die Erh6hung des Mineralgehaltes ganz allgemein und die Verschiebungen (Tab. III), wobei die inter- oder intrazelluliiren Ver- teilungen nut unzureichend bekannt sind, k6nnte vielleicht hierzu ausgenutzt werden. wenn man auch generell nach dem Gesagten mit einer ,,Minerali- sation" der Haut zuriickhaltend sein sollte. Ob es m6glich ist, z. B. dutch abwechselnde Anwendung etwa von Adrena- lin-Abk6mmlingen einerseits und Nikotins•iure-Estern oder •ihnlichen Stoffen auf der anderen Seite im Sinne der WechselNider ein Geffi13training der Haut zu versuchen, erscheint einer Oberlegung weft, bisher liegen hieriiber often- bar keine Erfahrungen vor. Die Priifung z. B. der Kapillarresistenz nach der Behandlung w•ire eine der Methoden, um den eventuellen Erfolg einer sol- chen Ma13nahme zu iSberpriSfen. Ob die Fermentsubstitution, wie sie ja z.B. im Bereich des Intestinal- Trakres heute durchaus iiblich ist, einmal eine weirere M6glichkeit zur Ver- hiitung von Altersver•inderungen bieten wird, Ningt wohl noch von der AufkFirung der auf diesem G ebiet vorkommenden AltersveEinderungen ab. Der Versuch z. B. bei follikuFiren Altershyperkeratosen reit Keratinasen oder auch bei Komedonen mir einer Lipase w•iren ein m6glicher Anfang. Diese Anregungen, also UV-Absorption im langwelligen UV-A, chemische Wech- selNider und Fermentbehandlung bedtlrfen abet sicher noch vielet Oberle- gungen und Versuche, bis ihre Praktizierung einmal ins Auge gefa13t werden kann. Eine relativ sichere Prophylaxe der epidermalen AltersveEinderungen, wenn auch nut in beschEinktem MaBe, ist die Erhaltung des Wasser- und Lipidmantels an der Oberfi•iche. Sie vermeidet nicht nut das trockene Aus- sehen der Hautoberfi•iche, sondern veEindert auch, mindestens in der Horn- schicht, den Wassergehalt entscheidend. Damit wirkt sie nicht nut auf die Grenzschicht zwischen Haut und Umwelt, sondern auch auf diejenige zwi- schen Hornschicht und lebender Epidermis. Dadurch wird abet nicht nur der Wasserhaushalt dieset Schicht beeinfiuBt, sondern mit Sicherheit auch das Resorptions-und - wie z. B. bei der Badetherapie -das Exkretionsver- m6gen der Epidermis. Auf die Einzelheiten hierzu kann an dieset Stelle nicht eingegangen wet- den und es kann nut auf die umfangreichen Untersuchungen hierzu u. a. von Schneider (41) u. Mitarb. hingewiesen werden. Bei der Besprechung der notwendigen und sinnvollen MaBnahmen zur Verhiitung und Beseitigung der AlterungsveEinderungen im Rahmen der
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