BEHANDLUNG UND PROPHYLAXE DER HAUTALTERUNG 289 rate (Pflegecrernes und Waschrnittel). Nach Schneider (39), ist ,,der Haupt- zweck der laurenden Hautpflege... die Regulierung des Wasset- und Lipid- gehaltes der Hautoberfl•che und ihrer oberen Zellagen, oder, bescheidener ausgedr•ickt, die natiirlichen Gegebenheiten zu erhalten und vor allern nicht zu st6ren." Niemand wird abet bezweifeln, dab das Baden eines S•uglings eine solche St6rung ebenso darstellt wie die Einwirkung des (oft alkalischen) Urins auf die Haut, besonders unter den heute beliebten, well praktischen, luftundurchl•ssigen Plastik-H6schen. Hier f•ngt die Aufgabe der Prophylaxe yon degenerativen Hautver•nde- rungert bereits an. Zwar enth•lt die Haut eines S•uglings prozentual rnehr Wasset, dennoch ist die kindliche Haut z. B. nach einern enffettenden Bad nicht so gut in der Lage, den benetzungsf6rdernden Talgfilrn zu regenerieren, da die Talgsekretion nut ya bis « derjenigen des Erwachsenen betr•gt. Das relativ diinne stratum comeurn bietet dar•iber hinaus ein in der Tiefe sehr viel flacheres Reservoir solchef Stoffe. Milde W•schmittel - im Sinne des die Funktion rn6glichst wenig St6rens - einerseits und - wenigstens bei trocke- her Haut - ein k•instlicher Ersatz des Hauttalges dutch Auftragen einer was- seraufnahrnef•higen W/O-Emulsion auoe die noch feuchte Haut ist bier zu empfehlen. Ob einem Syndet oder einer Seife der Vorzug zu geben sein wird, h•ngt wohl yon dem einzelnen Fall ab. Bei einer Neigung zu bakteriellen Infektionen wird rnan abet das neutrale oder saute Syndet vorziehen, bei sehr trockener Haut vielleicht die Seife. Wenn nachgefettet (und ,,gefeuchtet") wird, sollte die st•rkere Austrocknung des Syndets nicht nachteilig zurn Tragen kommen. Sonnenbestrahlungen und rnehr noch k•instliche UV-Anwendung z.B. zur Rachitisprophylaxe oder zur all gemeinen Kr•ftigung rn•issen gerade beirn Kind rnit besonderer Vorsicht eroeolgen. Einschleichende Dosis zur Gew6h- hung, also z. B. zur Ausbildung der Lichtschwiele nach Miescher (24), ist zurn Schutz des Coriurns unbedingt anzuraten. Unter den speziellen Lokalisationen beirn Kind seien auBer dern Gesicht noch die F/i13e genannt. Geeignetes Schuhwerk und Str/impfe verrneiden eine fr/ihzeitige Hyperhidrosis und Stellungsanornalien der Zehen, die sparer dutch Ausbildung yon feuchten Karnrnern in den Interdigitalr•urnen zu FuB- rnykosen f/ihren k•Snnen. Auch eine Beachtung der Handpflege ist beirn Kind bereits wichtig, da hier die feuchten H•nde nach dern Waschen in der Regel hie oder wenigstens nicht richrig abgetrocknet werden. Besonders irn Winter ist hierauf ebenso wie auf trockene Handschuhe zu achten (Schneider (38)). Es erscheint nicht ausgeschlossen, dab rnanches degenerative (Berufs-)Ekzern in einer Vernachl•ssigung der Hautpflege irn Kindes- und Schulalter seine Ursache hat.
290 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Mit Beginn der Pubertitt muB den Veritnderungen im Hautstares zur Seborrhoe hin dutch eine Umstellung der Hauttherapie Rechnung getragen wetden. W/O-Emulsionen k6nnen nun oft dutch O/W-Emulsionen ersetzt wetden, Seifen u. U. dutch Syndets, spidtu6se Wiisser k6nnen ebenso wie die Puderanwendung im Bereich der apokrinen SchweiBdrtisen zweckm•iBig erscheinen. Es ist dabei abet nie zu tibersehen, dab die seborrhoische Note oft auf die seborrhoischen Zonen beschriinkt ist, w•ihrend die tibrige Haut z. B. an den Beinen sebostatisch bleibt (Schneider (1. c.)). Ftir den Heranwachsenden, und zwar nicht nut ftir den Akne-Kranken, sondern auch bereits ftir das Kind vor der Pubert•it, gelten die allgemeinen Vorschdften einer verntinftigen Lebensweise. Dazu geh6ren ausreichender Schlaf, sowohl in der Quantit•it als auch der Qualit•it, verntinftige und regel- m•iBige Mahlzeiten, ausreichende Bewegung und regelmiiBiger Stuhl. Hier muB nun individuell dort korrigiert wetden, wo es im einzelnen Falle notwendig ist, z.B. dutch Stuhlregulierung oder in der Zusammen- setzung der Nahrung etwa dutch Einschriinkung bestimmter Nahrungsmittel beim Seborrhoiker (Nfisse, Marzipan, Schokolade, tierische Fette usw.). Erkrankungen sollen ausreichend behandelt, die Rekonvaleszenzzeit nicht iibergangen und in der Hautbehandlung das gest6rte Gleichgewicht wieder hergestellt wetden, und zwar weder mir Gewalt (UV-Bestrahlung), noch mir dekorativen Mitteln allein. Die hormonelien Faktoren spielen dann bei der Frau in der Menopause bzw. vorher und nachher deshalb eine besondere Rolle, weil einmal bereits die ersten Alterungsveriinderungen vorhanden sind und sich unter Umst•inden gerade dann deutlich vermehren und das zus•itzliche Trauma des einsetzenden ,,asexuellen" Alters tiberwunden wetden muB. Abet auch vorher k6nnen Umstellungen im Bereich der Sexualorgane der Frau z. B. eine Graviditiit oder auch nut dysmenorrhoische St6rungen sich auf den Hautzustand auswirken, so dab eine Anderung in der bisherigen Hautpfiege notwendig wird. Es sollen nun noch kurz die klimatischen Einfitisse gestreift wetden. Hier ist es vor allem die Sonne, die ftir die Altersveriinderungen verantwortlich ist. Daneben spielen nattirlich auch andere klimatische Faktoren, besonders Wind und Salzgehalt vorwiegend als der Austrocknung Vorschub leistende Fak- toren eine Rolle. Es kann heute als sicher gelten, dab die von der normalen senilen Atrophie der Haut abzutrennende schwerere Form der Landmanns- oder Seemannshaut, bei der sich die atrophischen Veriinderungen auf dem Boden entzfindlicher Komponenten finden, so dab makroskopisch zus•itz- lich stiirkere Pigmentverschiebungen, die Ausbildung von Praecancerosen und Epitheliomen neben teleangiektatischen GefiiBveriinderungen zu beob- achten sind, in erster Linie auf langdauernde und zu intensive UV-Bestrah-
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