BEHANDLUNG UND PROPHYLAXE DER HAUTALTERUNG 295 logische Untersuchungen best•itigt und gleichzeitig regenerative Ver•inderun- gen in der Cutis nachgewiesen. Allerdings enthielten die geprtiften Zuberei- tungen gleichzeitig auch Testosteron. Damit ist der Obergang auf das seit Jahren recht umstrittene Gebiet der Hormontherapie in der Kosmetik ge- geben. Die recht umfangreiche Literatur tiber die Placenta-Wirkstoffe, das Gelee royale und •ihnliche Extrakte reicht von Begeisterung mir Ausdrticken wie ,,embryonale Naturkraft in Kosmetica" (Schmidt (36)) bis zur v•511igen Ab- lehnung, wie sie z. B. die FDC-Reports vom 9.2. 1959 zum Ausdruck bringen. Als sicher kann heute die Wirkung der Ostrogene auf die Haut gelten, die sich nicht nut in einer besseren Durchblutung bemerkbar macht, sondern auch im Sinne einer Verjtingung •iuBerlich sichtbar wird (Wagner, Chieffi (3), Goldzieher u. Mitarbeiter (12), Peck, Klarmann (28)), wenn auch anderer- seits selbst bei hohen Dosen (bis 40000 IE Ostrogen) t•iglich tiber 90 Tage gegeben in den erw•ihnten Untersuchungen der FDA nicht einmal eine deut- liche Akanthose beobachtet wurde. Auch bei einer Behandlung tiber 18 Mo- nate wurde lediglich eine leichte Epidermisverdickung erzielt. Andererseits sahen Islet, Jadassohn und Bujard (18) bereits nach 7 x 10 -8 g Hormoestrol, einmalig auf die eine Meerschweinchenzitze appliziert, eine erh•Shte Mitosen- rate bereits nach 24 h an der anderen, unbehandelten Zitze. Man kann wohl der Auffassung der FDA zustimmen, dab bei geringftigigen Hautwirkungen auch immer schon Systemwirkungen zu erwarten sind. Etwas anders liegen die Verh•iltnisse bei den Placentapr•iparaten. Hier wird wohl unter dem Eindruck der Stellungnahme gegen die Ostrogene, immer auf den geringen oder fehlenden Ostrogengehalt hingewiesen (z. B. Gohlke (11), Zabel (55) u. a.). Trotzdem sollen sie eine Wirkung auf die Haut im Sinne einer Verjtingung haben. Eigene Versuche vor einigen Jahren lieBen eine Steigerung des UV-Erythems an der mir Placenta vorbehandelten Haut erkennen, was als Ausdruck einer besseren Durchblutung aufgefaBt wetden kann. Dabei war bemerkenswert, dab die Steigerung der Erythemst•irke nur nach Vorbehandlung der Haut sowie in der Nachbehandlung bei schwa- chen Erythemen auftrat, bei starken Erythemen ftihrte •tie Nachbehandlung sogar zu einer Abschw•ichung. Es liegt also hier kein reiner Hyper•imisie- rungseffekt vor, sondern eher eine Anpassung des GefiiBsystems der Haut. DaB Inhaltsstoffe der Placenta relativ welt in die Haut eindringen k•Snnen, beweisen die Untersuchungen von Neis, der gleichzeitig mir Hilfe des Licht- schnittverfahrens auch eine Verringerung der Faltentief½ nachweisen konnte. Alle anderen (subjektiven) Befunde einer Besserung des Hautzustandes eben- so wie photographische Belege sind doch zu unverl•iBlich. Eine Prtifung des vermehrten Sauerstoffverbrauches in der Warburgapparatur steht zu wenig
296 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS in Zusammenhang mir den tatsichlich interessierenden Wirkungen an der Haut. Eigene Versuche mir eiweiBhaltigen und mir Sicherheit iSstrogenfreien Ovarial- und Placentaextrakten ergaben auch bei der ditekten Messung der Faltentiefe (Tronnier (50)) einen gewissen Effekt, der als Verteilungskurve der Abnahme der Faltentiefe gegentiber dem Ausgangspunkt ftir die Grund- lage im Vergleich zur wirkstoffhaltigen Zubereitung bei 115 Probanden in der .Abb. 9 zu sehen ist. Abbildung 9 Abhiingigkeit der Faltentiefe von der Behandlung mit ciner wirkstoffhaltigcn und wirkstofffreien Salbe. Die Wirkung ist aber nur sehr gering und auch die Grundlage hat einen miBigen Effekt. Es ist auch zu sehen, dab eine Abnahme der Faltentiefe nicht in jedem Falle eintritt. Wit vermuten auch hier wieder nut eine etwas pro- trahiert abklingende temporite Hydraration als Ursache. Wihrend nun wenigstens die Inhaltstoffe der Placenta recht genau bekannt sind (z. B. Rauch, Zender u. KiSstlin (29)) und auch die doch recht zahl- reichen Untersuchungen einen gewissen, nicht dutch Ostrogene bedingten Effekt wahrscheinlich machen, gilt dies ftir die vielen anderen ihnlichen Wirkstoffe nicht in gleichem MaBe wie z. B. Gelee Royal (z. B. Halama (14), Kubin (20)), die lyophilisierten und Filatov-Extrakte (Cotte (4)), die Frisch- zellen (z. B. Oleon (27)), die diadermischen Cytamin-Ester (Rovesti (32))
Purchased for the exclusive use of nofirst nolast (unknown) From: SCC Media Library & Resource Center (library.scconline.org)






















































