f. Soc. Cosmetic Chemists 20, 315-320 (1969) Adaptive Sonnenschutzmechanismen im Nachtrag zur Sonnenbriiunung ANTON N 2 ENi•EK*, JIkI A. KRAL*, IVO M. HALS** und ALOIS •TRYCH** l/orgetragen am 26. April 1968 in Baden-Baden Synopsis--Adaptive sun protective mechanisms in addition to tanning. It was shown that the urocanic acid concentration in the epidermis of the upper arm of the same individual often varies considerably depending on the position of the artificially formed skin blister. An increase of the urocanic acid level in the epidermis of four males over that in a light-protected control upper arm area was already demonstrable after moderate solar irradiation. Die Urocaninsiture oder lrans-fi-Imidazolylacryls•iure ist ein Zwischen- produkt des Abbaues des Histidin, aus dem sie dutch die Einwirkung der Histidin-Ammoniak-lyase (Histidase) entsteht. Da in tierischen Organen und ganz besonders in der Leber eine starke Urocanaseaktivit•it vorhanden ist, sind die Abwesenheit bzw. niedrige Konzentration der Urocanins•iure im menschlichen K6rper verst•indlich. Um so /fiberraschter war man, im Jahre 1953 die Urocanins•iure im menschlichen SchweiB in einer nicht zu vernach- l•issigenden durchschnittlichen Konzentration von 10 mg % zu entdecken (1). Ferner wurde die UV-Absorptionskurve der Urocanins•iure als •iuBerst in- teressant gefunden. Obwohl sie reit ihrem Maximum bei 280 nm der Kurve eines idealen Sonnenschutzmittels f/fir Bedingungen der Erdoberfi•iche nicht entspricht, ist jedoch ihre Absorption auch in der erythemogenen Zone der terrestrischen Sonnenstrahlung (z. B. bei 307 nm) auffallend hoch. Der Schutz * Institut ftir Sportmedizin der Fakulfiit ftir allgemeine Medizin, Karlsuniversit•it, Prag 2, OSR. ** Institut ftir Chemie und Biochemie der Medizinischen Fakultiit, Karlsuniversit•it, Hradec Krilov•, OSR. 315
316 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS vor Sonnenstrahlung dutch Urocaninsiure wurde nicht nut rechnerisch (2), sondern auch experimentell an Menschen festgestellt, wobei der Schutzfaktor nach der yon R. Schulze (3, 4) entwickelten Methode mittels der Osram- Ultravitalux-Lampe ermittelt wurde. Das Vorkommen im menschlichen SchweiB, die bedeutende Absorption erythemogener Strahlen und die damit m6glicherweise zusammenhingende physiologische Bedeutung (5) motivierten weitere Forschung fiber die Uro- caninsiure. Zuerst wurde die Frage gestellt, ob Personen, deren Anamnese eine ver- schiedene Widerstandsfihigkeit gegen Sonnenbrand erkennen liBt, ver- schiedene Konzentrationen Urocaninsiure im SchweiB aufweisen. Es wurde tats•ichlich bei einer Gruppe von Personen, die sich als ohne sichtbares Ery- them pigmentierend bezeichneten, ein h6herer durchschnittlicher Urocanin- s•iurespiegel im SchweiB (17 mg%) als bei den anderen Gruppen (etwa 3 mg %) gefunden (6). Das Vorkommen yon Urocanins•iure (US) im SchweiB ffihrte zu ihrem Nachweis in der Epidermis. Tabachnick (7) isolierte sie aus der Epidermis des Meerschweinchens, Spier und Pascher (8) und auch wit (9) erhielten sie aus menschlicher Hornschicht. In weiteren Arbeiten befaBten wit uns mir der US-Konzentration in der Epidermis. Dabei wurden die Blasenhiiute der nach Kiistala und Mustakallio (10) mittels Vakuum gewonnenen Hautblasen benutzt, die die ganze Epi- dermis, Hornschicht und germinative Schicht enthalten. Nach unserer Fest- stellung ist die Epidermis der untersuchten Afrikaner im Durchschnitt nicht nut dicker, wie bereits bekannt, sondern auch an Urocaninsiiure reicher als bei Europ•iern (11). Hier soll nun fiber weitere Versuche berichtet wetden. Eine Reihe yon Versuchen behandelte die Dicke der Epidermis und deren Urocaninsiiure- Konzentration an der der Sonnenstrahlung stirker ausgesetzten und stirker pigmentierten posterolateralen, und der an weniger pigmentierten, antero- medialen Seite des Oberarmes, eine andere die Urocaninsiiure-Konzentration in der Epidermis vor und nach einer miBigen Sonnenbestrahlung. Es sollte nimlich geprfift werden, ob die Urocaninsiiure-Konzentration in der Epi- dermis einen adapriven Charakter hat, d. h., ob sie, iihnlich wie die Pigmen- tierung oder die Epidermisdicke, nach der Bestrahlung zunimmt, was ein weiteres Argument ffir die physiologische Rolle der Urocaninsiure als Sonnenschutz ergiibe. Die erste Versuchsreihe wurden an 17 Personen durchgefiihrt. Das Trockengewicht der Epidermis (ungef•ihr ein MaB ihrer Dicke) war an der st•irker pigmentierten Oberarmfliche bei den Versuchspersonen staffstisch
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