ADAPTIVE SONNENSCHUTZMECHANISMEN 317 h6her als an der weniger pigmentierten Seite. Die sogenannte Fliichenkon- zentration (d. h. die Urocaninsiiure-Menge pro cm •) war bei den 17 Personen staffstisch signifikant h6her an der stiirker piõmentierten als an der anderen Oberarmfliiche. Obgleich in diesen Fiillen kein eindeutiger Unterschied in der Gewichtskonzentration an Urocaninsiiure zu verzeichnen war, erwies sich doch die durch sie bedingte Schutzwirkung infolge der dickeren Epidermis an der mehr der Sonne exponierten posterolateralen Seite des Oberarmes als gesteigert (12). Die anderen Versuche (13) erstreckten sich auf vier Personen, die sich erstreals nach der Winterperiode gesonnt hatten. Ein Oberarm wurde dabei zur Kontrolle yon der Bestrahlung ausgenommen, der andere belichtet. Die Mbb. ! stellte die gewonnenen Resultate dar. Links sind die Werte yon der Kontrolle Belichtet Kontrolle Belichtet Kontrolle Behchtet 5 5 2 2 4 5 10 •/cm] /.•j/m •j •'9/c•Z Abbildung I EinfluB der Bestrahlung auf die Epidermisdicke und den Urocanins•iuregehalt in der Epidermis (Blasenhaut). Buchstaben links: Namen der Versuchspersonen. Zahlens•iule links: Tage der Ent- nahme nach der Sonnenbestrahlung (betrifft nur die bestrahlte Seite). Kontrollwerte wetden nach links yon den Achsen, Werte an dem bestrahlten Oberarm nach rechts eingezeichnet. mg/cm• -- Trockengewicht der Epidermis (berechnet auf die Fl•iche der Blasenbasis). /•g/mg -- Urocaninsiiurekonzentration pro mg Trockengewicht der Epidermis./•g/cm • -- Uro- caninsiiuremenge pro cm • Blasenbasis. Offene Siiulen -- lrans-Urocaninsiure. Schwarze Fliichen -- ds-Urocaninsiiure.
318 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS unbelichteten Kontrollseite, rechts die yon der bestrahlten Seite eingezeich- net. Die Initialen links bezeichnen die einzelnen Versuchspersonen, die Zahlens•iule bezeichnet die Tage nach der Sonnenbestrahlung, an denen die Proben an der belichteten Seite entnommen wurden. Die einander genau entgegengesetzten Probenentnahmestellen sind in der graphischen Darstel- lung den entsprechenden Siulen gegeniibergestellt. Obwohl zwischen den verschiedenen Entnahmestellen an einer und derselben Kontrollseite bei einer und derselben Person Differenzen bestehen, verdeutlicht die Abbildung, dab die Belichtung eine Erh6hung der Urocaninsiure-Konzentration im Unterschied zur kontralateralen Entnahmestelle verursacht hat. Die Epidermis (als Trockengewicht pro cm 2) war zwar im Durchschnitt an der belichteten Seite dicker, wie im Einklang mir friiheren Befunden zu erwarten, abet wegen der Streuung der Resultate war dieset Unterschied keineswegs iiberzeugend. In dieset Abbildung wurden die tra,s-Urocaninsiure mir leeten Vierecken, die cis-Urocanins•iure mir vollen Fl•ichen gekennzeichnet. Die Gesamtl•inge der S•iulen entspricht also der Gesamtkonzentration an belden Isomeren. Eine Erh6hung des cis-Urocaninsiuregehalts im Sommer wurde schon yon Pa- scher (14) beobachtet. Die Photoisomerisierung der Urocaninsiure wird yon Baden und Pathak (15) als ein Vorteil dieser als Lichtschutzmittel gedeutet. Wihrend bei anderen UV-absorbierenden Substanzen ein photobewirkter Abbau zu weniger (bzw. anders) absorbierenden Produkten m6glich ist, wird mir den praktischen in Frage kommenden Bestrahlungsdosen tra,s- nur in cis-Urocanins•iure (und diese wieder zuriick in die tra,s-Form) fiber- fiihrt. Dabei weisen beide Formen ungefihr die gleiche Absorption auf. Wie man sieht, geht auch aus diesen Versuchen eine Zunahme der cis-Form hervor. Obwohl die Urocaninsiure-Konzentration auf der Kontrollseite betricht- liche Schwankungen anzeigt, wirkt die Erh6hung nach Sonnenbestrahlung recht iiberzeugend. Man kann jedoch nicht mir Sicherheit den zeitlichen Ver- lauf dieser Erh6hung erfassen. Nach den Ergebnissen bei der Versuchsperson H. wire vorl•iufig zu schlieBen, dab diese Erh6hung schon 24 Stunden nach Sonnenbestrahlung einsetzte und noch am 20. Tag bestand. Es wurden mittels der Methode des paarweisen t-Testes nach Student die Ergebnisse vom 9.-11. Tage statistisch analysiert (Tab. I). Der Unterschied war so hoch, dab die geringe Zahl yon vier Versuchspersonen dazu ausreichte, eine statistische bedeutsame Erh6hung (j• 95%) zu zeigen. Es ist selbstverstindlich, dab die Anzahl der Versuchspersonen noch er- h6ht wetden muB, um diese als vorliiufig zu bezeichenden Resultate zu sichem. Versuche hierzu sind im Gange. Die Auswahl der Versuchspersonen ist dadurch erschwert, dab es sich um solche handelt, die seit mehreren Mo- naten der Sonne nicht ausgesetzt worden sind.
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