298 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Die Behandlung erstreckte sich im allgemeinen fiber 6, aber mindestens fiber 3 Cyclen. Die Ergebnisse sind aus der Tab. I ersichtlich. Als deutlich ge- besserr = -[- + wurde ein Fall betrachtet, wenn bei AbschluB der Behandlung die zuvor schon 3 Tage nach der letzten W•ische fettigen und str•ilmigen Haare noch nach 7 oder mehr Tagen so trocken waren, dab keine W•ische erforderlich war. Als gebessert • + wurde ein Fall angesehen, wenn sich das Fettwerden der Haare gegenfiber frtiher um mindestens 2 Tage verz6- gerte. Als unbeeinfluBt: • gelten F•ille, bei denen sich an der Ausgangs- situation nichts //nderte, bzw. nur eine minimale, klinisch nicht sicher fest- stellbare Verz6gerung im Fettwerden der Haare ergab. Tabelle I Behand]ungsergebnisse mir Ovulationshemmern bei schnell fettendem Haar. Zahl Grad der Besserung7 Behandlung mir der Fiille + + + Ovulationshemmer 100 59 20 21 Lyndiol © 2,5 46 17 12 17 (37%) (26%) (37%) Aconcen© 54 42 8 4 (78%) 05%) (7%) ++ = deutlich gebessert. + = gebessert. • = nicht gebessert. Zufrieden mir dem Behandlungsergebnis, z. T. begl/fckt waren nut die Patientinnen, deren Haare noch am 6. Tag nach der vorausgegangenen sche trocken oder zumindest nicht str//hnig waren. Diese hatten den schluB yon der einen Wochenendw•ische zur anderen erreicht und waren somit nicht gezwungen, zwischendurch zu waschen, oder ein Trockensham- poo zu benutzen. Dieser so gesch//tzte Erfolg trat bei insgesamt 58% der mir einem der beiden Ovulationshemmer behandelten Patientinnen auf. Bei Betrachtung der Erfolgsquoten, getrennt nach den beiden Pr/iparaten, zeigt sich eine deutliche {)berlegenheit des Pr•iparates Aconcen ©. Auf die m6glichen Grfinde dieset in bezug auf die Beeinflussung der Talgdr/fsent•itigkeit so unterschiedliche Wirkung der beiden Pr//parate kann hier nicht eingegangen werden. Es sei abet darauf hingcwiesen, dab den verschiedenen im Handel befindlichen Ovulationshemmern eben nut die zuverl•issige Empf•ingnisver-
SCHNELL FETTENDES HAAR 299 hi2tung gemeinsam ist, und somit die leider auch in Arztkreisen sich aus- breitende Gewohnheit von ,,der Pille" zu sprechen dutch nichts gerecht- fertigt ist. Die Wirkung der Ovulationshemmer auf die Talgdriisen machte sich frti- hestens 4 Wochen nach Behandlungsbeginn bemerkbar. Die m6gliche, indi- viduell verschiedene maximale Wirkung war nach 3 Monaten erreicht, ohne sich bei weiterer Verabreichung noch wesentlich zu •tndern. In einigen Ffdlen kam es zu einer mir den herk6mmlichen Mitteln gut beherrschbaren mehr oder weniger ausgepr•igten trockenen Schuppenbildung am Kopf, besonders bei Patientinnen, die schon frtiher, bevor sich das schnelle Fetten der Haare einstellte, Schuppen hatten. Nach Absetzen der Thetapie nahm das Fetten in der Regel in derselben Weise zu, in der es unter der Behandiung abgenom- men hatte, und nach 3 Cyclen war im allgemeinen die Ausgangssituation wieder erreicht. Die beobachteten Nebenwirkungen waren die gleichen, wie sie von dem Einsatz der Pr•iparate als orale Kontrazeptiva her bekannt sind. Sie waren, wenn sie auftraten, in den meisten F•illen vortibergehend und nie so gravierend, dab sie zu einem Absetzen der Thetapie gezwungen hitten. Eine Behandlung der Seborrhoea oleosa, bei der die erstrebten trockenen Haare um den Preis der Ovulationshemmung erkauft wetden mtissen, stellt keine voll befriedigende L6sung eines in erster Linie kosmetischen Problems dar. Immerhin handelt es sich um die derzeit wirksamste Methode und be- deutet insofern einen Fortschritt, als bislang alle fiblichen MaBnahmen bei der Bek•impfung des schnell fettenden Haares lediglich auf eine Entfernung des bereits gebildeten Fettes hinauslaufen. AbschlieBend noch ein Wort zur Objektivierung des Therapieerfolges bei der Behandlung des schnell letten- den Haares: Obwohl das Aussehen der Haare ziemlich zuverl•issig fiber deren Fettig- kelt AufschluB gibt, sollte doch die Beurteilung der Wirksamkeit eines Mit- tels gegen das schnelle Fetten der Haare nicht allein auf Grund klinischer Kriterien erfolgen. Erwtinscht wire eine laufende Kontrolle der Talgpro- duktion der Kopfhaut dutch Fettbestimmungen an der Haut der Stirn, die fast genauso reich an Talgdriisen ist wie die Kopfhaut. In der Praxis hat sich die fiir eine Kontrolle der Talgproduktion am geeignetsten erscheinende Methode, n•imlich die quantitative gravimetrische Methode von Strauss und Pochi (8) ftir den routinem•tBigen Einsatz als nicht gentigend einfach und als zu zeitraubend erwiesen. Ich habe daher ohne am Prinzip etwas zu •ndern eine Modifikadon dieset Methode ausgearbeitet, bei der ein besonderes Test- pilaster zur Anwendung kommt. Diese Modifikation, die eine Vereinfa- chung der Technik und Zeitersparnis mir sich bringt, soll demn•tchst an an- deter Stelle verOffentlicht wetden.
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