290 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS bei einzelnen Streptokokkenstiimmen. Die antibiotische Wirkung ist voll ausgepriigt in Niihrb•Sden mit Stiirke. Hier ist abet das Wachstum der Lakto- bazillen direkt abhiingig yon der Spaltung der Sgirke durch Streptokokken. Die Laktobazillen vermehren sich also hier nur so stark, wie es die Strepto- kokken gestatten. Diese optimalen Verhiiltnisse diirften in etwa denen des gesunden Vaginalepithels entsprechen. Schon der Zusatz yon 1% Trauben- zucker reicht aus, um die antibiotische Wirkung der Streptokokken durch das stiirkere Wachstum der Laktobazillen deutlich abzuschwiichen. Die Abb. 5 und 6 verdeutlichen, dab Zuckerzusatz zu einer Laktobazillen- kultur die antibiotische Wirkung der Streptokokken durch eine Wachstums- Abbildung 5 Antibiotische Wirkung verschiedener Streptokokkenstimme auf einer GuBagar- kultur yon Laktobazillen reit Stirkezusatz. { - = . .tl ... '.½.•. .. , .:• ....• . ./ . Abbildung 6 Antibiotische Wirkung der gleichen Stimme auf einer GuBagarstruktur yon Laktobazillen mir Zusatz yon 1% Trau- be•ucker. Abbildung 7 Paralleler Ansatz zur Abb. 6. - Zusatz yon Fluor in einer Konzentration yon 10 y/ml Nihrmedium. Abbildung 8 Paralleler Ansatz zur Abb. 5. - Zusatz yon Fluor in einer Konzentration yon 0.1 y/ml N•hrmedium. f•Srderung der Laktobazillen reduziert. Die Streptokokken k•Snnen sogar nach mehreren Passagen ihre antibiotische Wirkung v•511ig verlieren.
MIKROBIOLOGISCHE KRITERIEN 291 Hier dfirfte der in epidemiologischen Studien iraruer wieder zu beobach- tende Bruch der Kariesresistenz dutch Zucker seine Ursache haben (3). Die Wirkung des Zuckers auf die antibiotischen F•ihigkeiten der Strepto- kokken, die heute im Brennpunkt des Kariesgeschehens steht, wird durch Natriumfluorid in Konzentrationen um 0,1 7/ml gehemmt. Aus den _/tbb. 5 bis 8 erkennt man, dab in einem gemeinsamen Nfthrboden der Zusatz yon Zucker die antibiotische Wirkung der Streptokokken redu- ziert und diese Reduktion durch Natriumfluorid in einer Konzentration um 0,1 7/ml etwa kompensiert wird. Aus einer Fiille yon Untersuchungen wurden diejenigen herausgegriffen, die sich besonders gut zur Abbildung eignen. Das Wirkungsprinzip yon Fluoriden soll noch einmal mir drei weiteren Bildern demonstriert werden (•bb. 9-11). Abbildung 9 L6sung yon Kalziumcarbonat in einer Lak- tobazillenkultur und ihre Hemmung bzw. Verst•irkung dutch 6 Streptokokkenst•imme. Abbildung 10 Paralleler /Masatz zur Abb. 9.- Zusatz yon Natriumfluorid 0,1 7/ml. •bbildung 11 Paralleler Ansatz zur .Abb. 9. - Zusatz yon Natriumfluorid 0,05 7/ml. Deutlich geht aus den Abbildungen hervor, daft durch Natriumfiuorid in Konzentrationen um 0,1 7/ml die schiitzende Wirkung antibiotisch aktiver Streptokokken auf unge16stes Kalzium in Laktobazillenkulturen verstiirkt wird.
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