214 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Topologie der Hautoberfl•tche Zur quantitativen Beschreibung der Hautoberfliiche wurden bisher rnehrere L/Ssungswege beschritten. Fortschritte wurden dutch Tast- schnittgeriite und Rasterelektronenmikroskopie erzielt. Nachdem die Replica-Technik ein Optimum erreicht hatte (6), galt es -- in Anlehnung an die Rauhigkeitsnormen der Metallindustrie -- Verfahren zu finden, nach denen zur Beurteilung der Hautoberfliiche ausreichende Infor- rnationen erfafit und verarbeitet werden konnten. Die angestrebte Methode sollte einerseits makroskopisch (d. h. auf der ffihl- und wahr- nehmbaren Ebene) die Topologie der Hautoberfliiche beschreiben anderer- seits aber fein genug sero, um adaptive Zustands'finderungen des Ober- fliichenprofils der Haut wiederzugeben. Die menschliche Haut befindet sich in st'findiger Wechselwirkung mit der Urnwelt {z. B. dutch Reifeent- wicklung, durch klimatische Einflfisse und durch Extema) und hat auch die l'fingste Evolutionsgeschichte hinter sich. Bei genfigend sicherer Wiedergabe der erwarteten Signale handelt es sich, mathematisch gesehen, um das Problem, m/Sglichst viele Ober- fliichenparameter zu erfassen, diese zu sortieren und klassifizieren und vorn Untergrundrauschen zu separieren. Die lange Evolutions- geschichte der Haut, ihre hervorragende Adaptationsfiihigkeit durch stiindige Wechselwirkung mit der Umwelt, die groge Variationsbreite der Meridaten erschweren demgemiig die Analyse.
TOPOLOGY OF SKIN 215 Nach extemer Applikation von dermatologischen bzw. kosmetischen Pr•iparaten beginnt ein Diffusionsprozef• yon Inhaltsstoffen zuniichst und vorzugsweise in die Hornschicht, die als kernlose Zellverbands- schicht die augere Barriere zwischen K/Srper und Urnwelt bildet. Falls einerseits hygroskopische Substanzen [incl. Wasser} hydrophile Zonen bzw. lipophile $ubstanzen hydrophobe Zonen der Zellmembran durch- dringen, ist eine Quellung der Zellverb'gnde die Folge, die sich nach auf•en durch eme Gliittung der Hautoberfliichenstruktur bemerkbar macht. Neben diese intrazelluliiren Prozesse treten interzelluliire Vorgiinge (leere Zwischenriiume werden ausgeffillt}, die die Hautgliittung unter- stfitzen. Es ist sehr schwierig, diese Einflfisse zu roessen, weil sich die verschiedenen Hautschichten in emem dynamischen Fliefigleichgewicht (steady statel befinden, dessen Hauptrichtung von innen nach aufien verliiuft und das viele regulatorische Vorg'•nge durch entsprechende Reaktion auf innere Reize bzw. Umwelteinfifisse zur Folge hat. Neben der Hauttemperatur werden vor allera Sebum- und Schweifiproduktion reguliert, die ihrerseits wiederum Einflufi auf die Hautoberfliichen- struktur nehmen. Bezeichnet man diese natfirliche Regulation als ,,Untergrundrauschen", dann ist evident, wie schwierig es ist, die ,,Signale", die durch Extema hervorgerufen werden, innerhalb der natfirlichen Hautstrukturvariation yon diesera Untergrundrauschen zu separieren. Folgende Verfahren werden z. Z. angewendet, urn diese Zust'&nde erfassen zu k•Jnnen: al subjektive Verfahren Untersuchung durch menschliches Auge [mcl. Halbseitenfotographie}, Mikroskopie und Rasterelektronenmikroskopie yon Hautbabdrficken (2, 4,51. bJ objektive Verfahren Herstellung yon Hautabdrficken [vorzugsweise mit SilikonkautschukJ yon diesen Negativabdrficken wird in den meisten Fallen, um Ver- klebungen zu vermeiden, mit emem anderen Material, em zweiter Abdruck angefertigt, so dag Positivprofile erhalten werden. Danach werden die Oberfl•ichenparameter in drei willktirlichen Richtungen vermessen, mit anschliegender arithmetischer Mittelwertbildung [7, 9J. In Anlehnung an die bestehenden DIN-Vorschriften 4762 bis 4768 werden vorzugsweise die Oberfl•ichenparameter Rt, Ra, Rz, Rp und Rm erfagt. Zur Beschreibung der Hautoberfliiche wurden die Parameter gewiihlt, die bereits in den genannten DIN-Vorschriften normiert worden sind. Als besonders ntitzlich und aussagekraftig haben sich die Parameter
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