J. Soc. Gosmetic Ghemists 17 257-273 (1966) Kosmetische Pr[parate im mikroskopischen Bild KURT KUCZERA* l•orgetragen am 7. Mai 1965 in Main• Synopsis--The Microscopic Appearance of Cosmetic Preparations. Important properties of cosmetic preparations can be observed with the aid of photomicrography. The quality of cosmetic preparations during product development and during manufacturing control can be discussed by this technique. The utility of this test procedure is demonstrated with the aid of 31 photomicro- graphs. EINLEITUNG Kosmetische Pr•iparate kann man im allgemeinen nicht als Objekte be- zeichnen, die sich dem Mikroskop sonderlich anbieten. Schliffe und Schnitte yon resten K6rpern haben scheinbar f/fir sich, dab in ihnen ein aus dem Leben gegriffener Zustand eingefroren und festgehalten wird. Sie sind nicht nur Schnitte im handwerklichen Sinne, sondern auch im /fibertragenen echter Durchschnitt. Demgegen/fiber zeigt ein unter dem Deckglas ausgedr/fickter Tropfen einer Emulsion noch ein erhebliches MaB an Eigenleben, und man daft bezweifeln, ob der erzwungene Mikroskopierzustand typisch ist. * Chemische Fabrik yon Heyden, 8400 Regensburg. 257
258 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Nun ist in den letzten Jahrzehnten in der Mikroskopie ein beachtliches Interesse an der Betrachtung nicht toter Zustfinde wachgeworden, und man ist gegentiber Einfitissen der Beobachtungsmethoden toleranter geworden. Ein Metallurge warde unter Umstfinden sehr glticklich sein, Hochtempera- tur-Schmelzen etwa so sehen zu k6nnen, wie man es bei Emulsionen gewohnt ist. EIGENARTEN DES •GEQUETSCHTEN TROPFENS Damit ist bereits angedeutet, in welchem Sinne die genannten Nachteile ausgeglichen wetden k6nnen. Die in einem ,,gequetschten" Tropfen vor- handene Bewegung (•4bb. 1) kann verschiedene Aufschltisse geben. Hierher geh6rt die bei Emulsionen sehr hohen Feinheitsgrades sich anmeldende Brownsche Bewegung innerhalb eines Pr•iparates und die Geographie von FlieBbewegungen, die Aussagen tiber die Homogenitit einer Emulsion liefern kann (•4bb. 2). Bei der bier in erster Linie zu besprechenden Metbode des gequetschten Tropfens ist es keineswegs schwierig, yon ein und demselben Pr•iparat sehr verschiedene Aufnahmen zu liefern. Die am Rande eines solchen in der Mitre auf ausreichende Durchsichtigkeit und Belichtbarkeit ausgedrtickten Tro- pfens sich stark tiberschichtenden Strukturen k6nnen ein g•inzlich ver•indertes Bild liefern (•4bb. 3-6). Es treten dort im weniger beanspruchten Zustand bei dazu im eigentlichen Aufnahmefeld neigenden Emulsionen Vorg•inge des ,,ReiBens" nicht auf (•4bb. 2). AuBerdem wetden beim ,,Quetschen" grObere Bestandteile sehr leicht an den Rand geschoben. Daher ist sehr oft die far das Durchlicht am besten geeignete Stelle in der Mitre eines solchen noch ,,lebenden" Prfiparates viel sauberer und sch6ner. .4bbildung ! FlieBbewegungen in einer Emulsion (O/W), in welcher die •iuBere Phase verdickt ist. Es entstehen VerNinde, die im Bild teilweise stehen und teilweise flieBen. .4bbildung 2 Unter Druck ,,reiBen" mitunter feine Emulsionen in charakteristischer Weise unter Austritt yon Wasset und O1. Ein Vergleich mit den Abbildungen 11 und 13 zeigt, dab ein ,,ReiBen" der Emulsion auch bei Druckanwendung nicht unbedingt auftreten muB. ,4bbildungen 3-6 Im ,,gequetschten" Tropfen liegen besonders an den AuBenr•indern gr6bere Bestandteile. Das Pr•iparat ist daher immer so anzufertigen, dab die R•inder noch unter dem Deckglas liegert und in die Beobachtung einbezogen wetden k6nnen. Gezeigt wird ein Make up, in dem es infolge einer Alterung zu Zusammenballungen yon Fett-Pigment-Gemisch kommt. Eine Reihenaufnahme zeigt die Vergr6berung innerhalb des gleichen Pr•iparates zu den R•indem him Dutch Druck an den R•indem l•iBt sich feststellen, dab die Zusammenballungen auf16sbar sind. Die Struktur in der Ab- bildung 3 kann daher als besonders typisch angesehen wetden.
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