294 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Tabelle V Keimvorkommen bei Ulcus cruris-F•illen Staph. aur. haem. 4qo Pseudomonas aeruginosa 44 ? Proteus vulgaris 17ø o Enterokokken Strept. haemol. 8 Alkaligenes faecalis Escherichia coli 5 Staph. epidermidis Hefen Streptokokken o.H. 4 ø Corynebact. pseudodiphth. 3% Aerobacter aerogenes 1 ø ihrer Qualit/it nur unwesentlich von der gesunden Haut unterscheidet: Staphylokokken, Streptokokken, Corynebacterien, Helen u. a. Wit haben gesunde und kranke Hautpartien von Ekzematikern mittels Abklatschkulturverfahren untersucht und waren erstaunt, dab auch hier beim gleichen Individuum keine wesentlichen Unterschiede im Artenreichtum zu erkennen waren (vgl. Tab. IV). Anders liegen die VerNiltnisse bei Pyodermien hier finder man auf den Pyodermieherden und in deren unmittelbarer Umgebung bis zu 90 % patho- gene Staphylokokken oder auch Streptokokken, je nachdem, welcher Keim ftir die Pyodermie verantwortlich ist. Auf Erysipelherden finden wit regel- m•iBig haemolysierende Streptokokken. Bei Erysipeloid-Patienten finden wit auf der entztindlich ver•inderten Hautpartie Erysipelothrix insidiosa. Pity- riasis simplex-Herde beherbergen regelm/iBig Streptokokken verschiedener Arten. Bei der Meningokokkensepsis mir Hautmetastasen werden Meningo- kokken aus den befallenen Hautregionen geztichtet. Bei der Syphilis im 1. oder 2. Stadium k6nnen Treponemen im Prim•iraffekt oder in Papeln nach- gewiesen werden, nicht abet in der Umgebung der L•isionen. DaB auch E. coli, Pseudomonas, Proteus, Salmonellen auf kranker Haut gefunden werden k6nnen, wissen wit aus kasuistischen Mitteilungen aus der Literatur und aus eigenen Beobachtungen bei septischen oder septik•imischen Prozessen. Hier spiegeln sich die entsprechenden Keimbefunde aus der Blutkultur auf der Haut wider. Chronische Ulzera - meist an den Unterschenkeln lokalisiert - bieten Keimen aller Art gute N•ihrbodenverNiltnisse. Wit haben das bei der Unter- suchung von 100 Ulcus cruris-F•illen jtingst emeut nachweisen k6nnen (T,,b. V).
BAKTERIENFLORA GESUNDER UND HAUTKRANKER MENSCHEN 295 Die Hauttuberkulose nimmt eine Sonderstellung ein: Mycobacterium tuberculosis finder sich einmal nut sehr sp•irlich in den Lupuskn6tchen, auBerdem wird es nur im Falle der Ulzeration nach ,,auBen" abgegeben. Das ist auch der Grund, weshalb die Hauttuberkulose im allgemeinen als nicht infekti6s betrachtet wird. Ein Krankheitsbild, das therapeutische Probleme bietet, sind die Faul- ecken an den Mundwinkeln. Japanische Forscher billigen hier Hefen sogar eine •itiologische Rolle zu, well sie sie in nahezu 40 % ihrer untersuchten F•ille gefunden haben. U. E. sind Periaches multikausaler Natur, bei denen Hefen und andere Keime nut sekund•ire Bedeutung haben. Sie siedeln sich vermehrt an, well sie hier ein gutes N•ihrmedium vorfinden. DaB auf kranker Haut auch Hefen wachsen, ist bekannt. Rieth, Ito und Schirren (7) fanden aus Schuppenmaterial verschiedener Dermatosen unserer Klinik Candida albicans in 6 % aller F•ille. G6tz und Mitarbeiter (2) fanden bei der Untersuchung von 100 Ekzempatienten, dab sich SproBpilze begtinsti- gend auf entztindlich ver•inderten Hautfiichen, wie sie Ekzemherde dar- stellen, entwickeln. Im einzelnen fanden sie bei Ekzematikern in 64% Hefenbesiedlung im Gegensatz zu 14% bei Hautgesunden. Anscheinend be- steht ein gewisser Antagonismus zwischen Hefen- und Bakterienwachstum auf der Haut: 109 Baktedenst•immen yon gesunden Hautpartien standen 35 Hefestimme gleicher Lokalisadon gegentiber, 94 Bakterienst•immen von kranker Haut abet 65 Hefest•imme. DIE PATHOGENIT•T DER AUF DER HAUT GEFUNDENEN I•EIME Da haemolysierende Staphylokokken das Hauptkontingent stellen, soll im folgenden nur auf diese eingegangen werden. Dem H•imolysierungsverm•Sgen und der Pigmentbildung hat man jahre- lang eine zu gro13e Bedeutung als Pathogenit•itsmerkmal beigemessen. Heute verftigen wit tiber andere, tells zuverl•issigere Differenzierungsmethoden wie Plasmakoagulase und Plasmaagglutination Hyaluronidasebildung Fibrinolysinbildung Phosphatasereaktion. Wir haben 500 Staphylokokkenst•imme von gesunder und kranker Haut auf ihre Pathogenit•it untersucht. Das Material stammte von: I Pyodermien II Sekund•irinfektionen bei Dermatitiden, Ekzemen u. a.
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