288 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS BEGRIFFSBESTIMMUNG Die Hautbakterien k6nnen in 3 Gruppen eingeteilt werden: a) Anflugskeime Zu diesen kann }ede Keimart geh6ren es wire also mtiBig, sie einzeln auf- zuftihren. Sie kommen rein zufiillig auf die Haut, treten aber nicht in Wechsel- wirkung mir ihr. b) Haftkeime Es sind Keime, die die Haut als N•ihrmedium benutzen, also schon bio- chemische Prozesse aus16sen. Die Haftkeime zeichnen sich durch eine aus- gesprochene Einf6rmigkeit aus: Staphylokokken, Streptokokken, Coryne- bakterien. c) Invasionskeime Hierunter werden Keime verstanden, die aktiv oder passiv auf die Haut gelangen, hier haften bleiben und }e nach ihrer Virulenz und der immunbio- logischen Lage des Wirtsorganismus entweder als harmlose Saprophyten leben oder in die Tiefe als ,,Invasionskeime" dringen und hier einen patho- logischen ProzeB aus16sen. Dazu geh6ren die im klinischen Sinn pathogenen Keime. Sie k6nnen ihr ,,Hautdasein" als Anfluõskeime beginnen, durch- laufen das Stadium des Haftkeims und kr6nen ihre Laufbahn nach Durch- wandern der Epidermis als Infektionserreger. SITZ DER HAUTFLORA R6ckl und Mtiller (8) stellten mit Hilfe schichtweiser Abtrennung des Stratum corneum (Tesafilm©-AbriBmethode) und kultureller Bestimmung des Keimgehaltes der einzelnen Schichten sowie des unter bestimmten Kau- telen gewonnenen SchweiBes und Talges folgendes fest: a) Der Keimgehalt des Stratum corneum nimmt von der Oberfliiche nach der Tiefe deutlich zu und kontinuierlich ab. Etwa 75 o/ der Keime herinden //o sich zwischen den Hornlamellen der Pars disjuncta die restlichen 25 % sind in der Pars conjuncta oder ,,Barriere" des Stratum corneum enthalten unter Umstiinden k6nnen bis zu einer etwa dem Stratum lucidum entsprechenden Tiefe Keime gefunden werden. b) SchweiB- und Talgdrtisen bzw. deren Ausftihrungsg•inge enthalten keine Hautmikroben. c) Follikelmtindungen k6nnen Hautmikroben enthalten. Als Eintrittspforten ftir die Erreger von Pyodermien dienen einmal Kon- tinuit•itstrennungen der Haut, dann die Follikelostien und die Ausftihrungs- giinge der SchweiBdrtisen.
BAKTERIENFLORA GESUNDER UND HAUTKRANKER MENSCHEN 289 TOPOGRAPHIE DER HAUTFLORA Die Hautflora ist art- und zahlenm•iBig nicht gleichm•iBig fiber das Inte- gument verteilt. Die regio analis hat eine andere Flora als die regio scapu- laris. Die Urngebung der verschiedenen K6rper6ffnungen hat jewells eine charakteristische Keirnflora: in der Analregion finden sich irnrner Colibak- terien und Enterokokken, Keirne, die rnan arn Kopf nut selten antrifft da- gegen finden sich bier regelrniiBig Staphylokokken, Streptokokken oder Corynebakterien - auch pathogene Arten. Die Keirnflora der K6rperh6hlen bestirnrnen irn allgerneinen die ihrer Offnungen nach aul3en. Auch die Quan- titit der Hautflora ist teilweise topographisch deterrniniert: rnassenhaft Keirne finden sich an K6rperstellen, .an denen bei hoher Feuchtigkeit und rnechanischern Schutz eine Stagnation yon SchweiB, abgestoBenen Epithe- lien etc. besteht, wie bei Hautfalten unter den Marnrnae oder Hiingebauch. Oft liegen solche Regionen in der Niihe yon K6rper6ffnungen (Anus, Vulva, Scrotum, Priiputialsack) rnit dauerndern reichlichen Keirnnachschub. Beirn Hautkranken ist die Urngebung der Effloreszenzen, seien es nun Pyoderrnien, Blasen oder Ekzernherde, besonders keirnreich. Die Quailtilt richter sich dabei teilweise nach dern Erreger der Pyoderrnie: Streptokokken, Staphylokokken, Pseudornonas u. a. QUANTIT•T DER HAUTFLORA Die Quantit•it der Hautflora ist abgesehen von der Versuchstechnik von einer Reihe von Faktoren abh•ingig: physiologischer Zustand der Haut Jahreszeiten Beruf Umgebung Individualhygiene. Zustand der Haut Die glatte Haut des Kindes hat weniger Keime als die Greisenhaut eine feuchte oder rauhe Haut beherbergt rnehr Keirne als eine trockene glatte Haut. Auch die Behaarung spielt dabei eine Rolle, wie in eigenen Unter- suchungen festgestellt wetden konnte. 0bet die Keimmengen auf kranker Haut liegt eine groBe Reihe yon Ver- 6ffentlichungen vor. Alle zeigen, dab auf entzfindeter, ekzernat6ser, n/issen- der Haut rnassenhaft Keirne gedeihen. Eine Zusarnrnenstellung yon Loben-
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