292 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS danken, geben auf Grund eigener Forschungen und denen anderer Autoten nachfolgende Einteilung der Keime der normalen Haut: 1. Normale Haut-Mikrokokken Staphylococcus epidermidis, albus, candidus, flavus, aurantiacus 2. Diphtheroide Corynebacterium pseudodiphtheriticum Corynebacterium acnes 3. Lipophile Cryptococcen Pityrosporon ovale Pityrosporon orbiculare. Streptokokken, h•.molysierende Staphylokokken und E. coli wetden dabei nicht zur eigentlichen Hautflora gezihlt, sondern als ,,fremde" oder Durch- gangskeime betrachtet. - Diese Auffassung fiber die Flora der Normalhaut kann nicht unwidersprochen bleiben, wenn man die Umgebung der K6rper- 6ffnungen, die ja auf die Haut miinden, in die Hautflora mir einbezieht. Und das muB man ja wohl! Danach finden wit im Analbereich immer E. coli und andere Darmbakterien in der Nasolabialregion immer Staph. aur. m. H. und Streptokokken verschiedener Art. RegelmiBig findet man in den Regionen vermehrten Talgdriisensitzes Corynebacterium acnes. Lentze (3) sieht diesen Keim als ubiquit•.ren Epi- phyten der gesunden Haut und der Talgdriisen an. Er hat ihn 1940 in ver- schiedenen Gegenden Deutschlands aus der Luft von Wohnriumen, Labo- ratorien, H6rs•ilen, sofern sich Menschen in ihnen aufhielten, geziichtet, nie- mals abet im Freien. Auch PPLO (Pleuropneumonia like organismus) k6nnen bis zu 3 % auf der gesunden Haut nachgewiesen wetden, meist in der Umgebung von Schleimhiuten, auf denen sie als harmlose Schmarotzer leben. Hefen verschiedener Art kommen ebenfalls auf der Haut vor. Connel und Skinner (1) fanden sie je nach K6rperpartie in relativ groBen Mengen (vgl. Tab. III). Tabelle III Vorkommen von Hefen auf der Haut K6rperpartie Zwischenzehenriiume 34,5 Zwischenfingerriiume 23,6 Intramammiir 12,5 Nabel 12,1 Lumbalregion 9,7 Axilla 7,6
BAKTERIENFLORA GESUNDER UND HAUTKRANKER MENSCHEN 293 Leider wird gerade bei Untersuchungen auf Hefen nicht immer daran ge- dacht, dab verschiedene Faktoren einen das Hefewachstum stimulierenden EinfiuB haben ktSnnen, wie Alter, Zustand der Haut, Beruf, konsumierende Krankheiten, Antibiotikatherapie, Diabetes mellitus. So kann mitunter ein falsches Bild tiber die wirklichen VerNiltnisse entstehen. Schirren und Leutner (9) haben 500 Personen ohne ekzematische Erschei- nungen auf Hefepilze untersucht. 253mal wurden dabei Hefen gefunden in folgender Verteilung auf beide G eschlechter: ambulant stationftr M2nner 70 % 55 % Frauen 52 % 26 % Hiufigster Fundoft waren die FtiBe das dort herrschende feuchtwarme Milieu bietet naturgemiB gute Wachstumsbedingungen es folgen Hinde, Ohren und Nabel. Eine Differenzierung der einzelnen Stimme ergab zu 4,2 % Candida albicans. Untersuchungen von Roia, Raymond und Mitarbeitern (10) tiber die Here- flora des behaarten Kopfes bei 189 Studenten eines College ergaben allein das Vorkommen von 14 verschiedenen Arten bei insgesamt 145 positiven Befunden. Die Hauptanteile liegen bei Pityrosporon ovale mit 32 %, Candida parapsi- losis mit 22 % und Rhodotorula mucilaginosa mit 18 %. Bakterienarten der kranken Haut Sieht man einmal von den eigentlichen Infektionen der Haut mit Bakte- rien, Pilzen oder Viren ab, dann stellt man fest, dab sich die Flora einer kranken Haut (Psoriasis, Ekzem, Tumoren, Retikulosen u. a.) hinsichtlich Tabelle IV Bakterienfiora von gesunden und kranken Hautpartien bei Ekzematikern (in o•) Keimart gesund krank Staphylococcus epidermidis 24 21 Staphylococcus aureus haem. 38 41 Sarcinen 6 9 Streptococcus haemolyticus 3 3 Andere Streptokokken 8 8 Corynebact. pseudodiphtheriticum 7 7 Neisseria 2 2 Sporenbildner 4 3 Gramnegative Bakterien (Escherichia, Proteus, Pseudomonas) 3 5
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