284 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Tabelle IV Auswahl geeigneter Grundlagen aus dermatologischer Sicht Dermatologische Gesichtspunkte Grundlage Indikation Form z.B. Puder Creme Art und Grad Salbe der St6rung Tinktur Sitz der St6mng Konstitutionstyp Rezept z.B. Applikation z.B. thixotrope Stoffe wasserbind. Zus2tze Emulsions-Typ Verd. Alkohol/Wasser Umschlag Maske Einreibung Abreibung solchen F•illen sollte dann tiberprtift wetden, ob der Wirkstoffzusatz sachlich zu vertreten ist. Sicher ist es ftir die Wetbung leichter, den Gesamteffekt eines Produktes auf einen neuen Wirkstoff zu schieben, abet tragen solche ,,Pseudo- Wirkstoffe" nicht auch wesentlich zu dem nicht immer guten Ruf der Kos- metik bei? Ist es nicht auf lange Sicht grinstiger, eine ausgereifte Rezeptur einzuftihren, deren Effekt im wesentlichen auf der Grundlage beruht, als einen oft kurzlebigen Wirkstoff in einer unzureichenden, in der Folge am Kunden weiterentwickelten und dauernd ver•inderten Rezeptur anzubieten und nach kurzer Zeit evtl. wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen ? Sicher gibt es auch in der Kosmetik Indikationen ftir differente Wirkstoffe, wie z.B. bei der Haarverformung und -entfernung, abet die Gefahr der Nebenwirkungen ist bei solchen Pr•iparaten auch ganz wesentlich h6her Tabelle V Schema des Unterschiedes zwischen Grundlagen- und Wirkstoff-Kosmetik im Hinblick auf die Vertr2glichkeit Wirkung Beispiel Nebenwirkungen a) obligat b) Sensibilisierung Grundlagen-betont indifferent fraglicher Effekt tiber kurze oder nach langer Zeit ,,Verjtingungscreme" gering, selten u. harmlos selten Wirkstoff-betont different sichtbarer Effekt nach kurzer Zeit Enthaarungsmittel stirker, hiiufiger u. schwerwiegender hiufiger
PROBLEME DER DERMATOLOGISCHEN PROFUNG 285 als bei Produkten, deren EfiCekt wesentlich in der Wirkung der Grundlage be- ruhr (Tab. V). Das gilt sowohl fiir die obligaten Nebenwirkungen, die vor allem im Zusammenhang mir unrichtiger Anwendung auftreten, als auch fiir die Sensibilisierung. Der Quotient Wirkung zu Nebenwirkungen ist mit Aus- hahmen, vorwiegend zur negativen Seite, ungef•ihr konstant. Deshalb kann man sich wohl in der dermatologischen Thetapie difiCerente Arzneimittel leisten, •veil man sie braucht. Bei eventuellen Nebenwirkungen kommt der Patient direkt wieder zum Arzt und sieht dort meist auch ein, wenn es ihm richfig erkl•irt wird, dab bei jeder Heilung ein gewisses Risiko in Kauf ge- nommen wetden muB. Er versteht es abet kaum, dab er, wenn er als gesunder Mensch sich ein Kosmetikum gekauft hat, ebenfalls mir einer Hauterkran- kung rechnen muB. Die heftigen Reaktionen eines betroffenen Verbrauchers, die dieset auch auf den H•indler iibertr•igt, sorgen meist dafiir, dab der Her- steller auch sehr schnell entsprechende Schritte ergreift, well sich sonst das beanstandete Produkt in Kiirze nicht mehr verkaufen l•iBt. In vielen F•illen wire es abet sinnvoller gewesen, die tats•ichliche Wirkung einer in einem Pr•iparat eingesetzten Substanz beizeiten gegeniiber dem Risiko von Nebenerscheinungen abzuw•igen, mit dem die Verwendung eines neuen StofiCes belastet ist. Dutch keine dermatologische Priifung kann die miSglicherweise vorhandene Sensibilisierungstendenz einer neuen Substanz mir Sicherheit ausgetestet wetden. Zweckm•iBigerweise h•itte man daher auf solche Wirkstoffe, die nut Aufh•inger fiir die Wetbung sind, verzichtet. Auch in der Kosmetik braucht man bestimmte differente Wirkstoffe, und dab man hierbei, trotz aller Suche nach vertr•iglicheren Substanzen, Neben- wirkungen haben wird, ergibt sich einfach aus dem Naturgesetz, nach dem keine Wirkung ohne Nebenwirkungen ist. Oberfiiissige und unwirksame WirkstofiCe verschieben abet das VerNiltnis insgesamt zu Gunsten der Neben- wirkungen und sind deshalb abzulehnen. Sie zu vermeiden muB abet auch die Aufgabe der Wetbung sein, die nicht nut auf die Herstellung solchef WirkstofiCe verzichten, sondern auch den Verbraucher ganz allgemein nicht betont in Richtung auf eine ,,Medizinische WirkstofiCkosmetik" beeinfiussen sollte. Dem Dermatologen wiirde diese Einstellung auf der einen Seite viel Arbeit, die er u.U. zur Auffindung nicht vorhandener Effekte aufwenden muB, und auf der anderen Seite auch Gewissensbisse als Gutachter bei auf- getretenen Nebenwirkungen oder auch in Auseinandersetzungen der Mit- bewerber untereinander ersparen.
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