282 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS setzt werden sollen. Es ist dabei wichtig, sich fiber die Pharmakologie dieser Stoffe ein m6glichst vollst•indiges Bild machen zu k6nnen, aber auch die Ana- tomie der Haut zu kennen. Will man z.B. die glatte Muskulatur in der Haut beeinflussen, so ist zu bedenken, dab die subpapill•iren Gef•iBnetze eben peripher von diesen Muskeln liegen und eher auf die penetrierenden Wirk- stoffe ansprechen mfissen. Will man aus kosmetischen Grfinden eine solche Gef•iBwirkung nicht und dosiert deshalb entsprechend gering, kann man auch am Muskel keinen Effekt mehr erwarten. Viel schwieriger zu prtifen und dann zu beurteilen ist ffir den Dermato- logen die Wirkung kosmetischer Pr•parate, bei denen es sich nicht um ein- heitliche definierte Wirkstoffe handelt oder solche, deren Effekt nur schwer zu objektivieren ist. Als Beispiel seien hier vor allem die faltenbeseitigenden Zubereitungen erw•ihnt, als deren Wirkstoffe im Augenblick Substanzen im Vordergrund des Interesses stehen, die innerhalb der Epidermis Wasser speichern sollen. W•hrend nun die Falten selbst und auch ihre Beeinfiussung durchaus zu messen sind - es wurde gerade im Rahmen einer Dissertation (21) eine entsprechende Untersuchungsreihe abgeschlossen, bei der eine bereits frfiher angegebene Apparatur (22) benutzt, aber zus•tzlich ein mir Sila- soft gewonnener Abdruck des Hautreliefs ausgemessen wurde- sind die anderen ,,Altersver•inderungen" der Haut in vivo weniger gut zu objekti- vieren. Aber auch bei der Fakenmessung, fiber die ja wiederholt diskutiert wurde (23, 24), fehlte es bislang an einem ,,Standard", also einer Substanz, die sicher und in kurzer Zeit die Faltentiefe ver•ndert. Die neuen Pr•parate auf Basis von Serum-EiweiBen haben diesen Standard nun geliefert und man konnte eine Abnahme der Faltentiefe um mehr als 30 % bereits 5 Minuten nach Anwendung eines solchen Pr•iparates feststellen. Ausgehend von diesem Standard war es dann leichter m6glich, auch Pr•iparate zu tiberprfifen, bei denen die Faltenbeeinflussung nicht vorwiegend mechanisch erfolgte. Man hat hierzu unter anderem ein Pr•iparat benutzt, das als Wirkstoffe Extrakte der tierischen Haut (25) enth•lt und ftir das Memmesheimer (26) eine Wasser- bindung in der Haut bereits 1928 histologisch und bei Verwendung des Elastometers nach Schade nachgewiesen hatte. Auch bei diesem Pr•iparat lieB sich nach einer Behandlung von 14-21 Tagen eine Abnahme der Faltentiefe um ca. 30 •o nachweisen, dabei wurde an der Haut gemessen, nachdem diese 24 Stunden nicht mehr behandelt worden war. Die nur mir der Grundlage eingeriebenen Kontrollstellen zeigten keine signifikante Abweichung von dem Ausgangswert vor der Behandlung. Welche Stoffe diesen Effekt verursachen, l•iBt sich noch nicht sicher sagen, wenn es auch auf Grund frfiherer Versuche wahrscheinlich ist, dab es sich u.U. um EiweiBe bzw. deren Grundk6rper wie Aminos•iuren handelt (27).
PROBLEME DER DERMATOLOGISCHEN PROFUNG 283 Tabelle III Beispiele far die Prtifung der Grundlagen dutch den Chemiker durch den Chemiker u. Dermatologen durch den Dermatologen z. B. Schmelzpunkt, z.B. Verdunstungszeit, z.B. Haftfestigkeit, Viskosit•it, Verstreichbarkeit, Entfernbarkeit, Haltbarkeit Deckf•ihigkeit Schichtdicke Gerade bei solchen PEiparaten spielt nun abet die geeignete Grundlage eine ganz besondere Rolle, denn die Wirkstoffe mfissen sich nicht nut in der Grundlage halten, sie mfissen auch in die Haut eindringen k6nnen und dort fiber eine bestimmte Zeit verbleiben, ist doch ihre Wirkung mir gewissen EinschEinkungen dutch das Produkt c (Konzentration) x t (Zeit) am Ein- wirkungsort bestimmt. AuBerdem ist es zweckm•iBig, in einer fertigen Rezeptur, z. 13. das Wasset, das gebunden werden soil, gleichzeitig mir anzu- bieten. Es sei nut auf die Wirkung des Glyzerins hingewiesen, das austrock- nend wirkt, wenn die Zubereitung kein Wasset entNilt, und das feuchtig- keitshaltend zusammen mir Wasset in entsprechenden PEiparaten verwendet werden kann (28). Ebenso wie in der Thetapie, in der die Grundlage z. B. bei akuten Dermatosen gegenfiber den Wirkstoffen die gr6Bere Rolle spielt, hat sie auch bei einem Kosmetikum wesentlichen Antell an seiner Wirkung. Ihre Auswahl obliegt zweckm•iBigerweise sowohl dem Chemiker als auch dem Dermatologen, und beide mfissen in entsprechenden Ffillen mir unterschied- lichen Methoden ihre jeweilige Eignung prfifen (Tab. III). Eigenschaften wie Haftfestigkeit z.B. bei Hautschutzmitteln, Entfernbarkeit yon der Haut, etwa beim Make up, oder auch die Schichtdicke z.B. bei Lichtschutzmitteln, lassen erkennen, dab auch der Dermatologe dutch seine Untersuchungen an der Haut zur Auswahl geeigneter Grundlagen beitragen kann und sollte. Darfiber hinaus wird der Dermatologe auf Grund seiner therapeutischen Er- fahrung in einem Vorschlag ffir eine Grundlage die Indikation, den Grad und die Art der kosmetischen St6rung, ihren Sitz und auch die Hautkonstitution berficksichtigen (Tab. 117). Sein EinfiuB sollte sich auf die Form der Grund- lage, das Rezept im einzelnen und auch die Art und Hfiufigkeit der Applikation erstrecken. Fiir die Prfifung des fertigen kosmetischen Produktes bedeutet eine optimal ausgewfihlte Grundlage u.U., dab ein wesentlicher Effekt be- felts von dieset ausgeht, wie sich z.B. aus dem Vergleich zwischen der nut mir der Grundlage vorbehandelten Haut zur unbehandelten Kontrolle er- geben wfirde, und dab der Wirkstoffzusatz - Vergleich zwischen Grundlage mir und ohne Wirkstoff- nut noch eine geringe Verbesserung bringt. In
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