300 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS wird. Eine Sammlung von Mikrofotografien gibt fiber die Leistungsf•ihig- keit yon Misch- und Homogenisierungsapparaturen wesehrlich besseren AufschluB als einfache Teilchengr6Bennotizen. H•ilt man die maximale Teilchenzerkleinerung bei verschiedenen Rfihrgeschwindigkeiten bzw. Zahnkranzabst•inden im Bilde rest, so lassen sich aus den mir Laborger•iten gewonnenen Wetten einfache Schltisse auf den notwendigen Maschinenein- satz im Betrieb ziehen. Auf diese Weise wird die Anzahl der notwendigen Betriebsversuche nennenswert verringert. Bevor ein Pr•iparat verkauft wird, mfissen ausgedehnte Lagerversuche unter verschiedenen Bedingungen durchgeffihrt wetden. Die Mikrofoto- grafie erlaubt es, das sogenannte shelf-life des Produktes in allen Stadien festzuhalten und jederzeit zu anschaulichen Vergleichen heranzuziehen. Die dutch den EinfiuB von W•irme und Zeit in einer Emulsion eintretenden Ver- •inderungen, die sich im allgemeinen dutch eine Tr6pfchenvergr6Berung zu erkennen geben, k6nnen so kontinuierlich registriert wetden und stehen jederzeit anschaulich zur Verffigung. Gleichzeitig wetden sonstige, langsam ablaufende Umwandlungen der Emulsion, wie Strukturver•inderungen, Kristallisationen oder Ausf•illungen erfaBt. Im speziellen Falle unseres Unternehmens ist die Fabrikation auf mehrere Zweigwerke und Lizenznehmer in verschiedenen europ•iischen L•indern aufgeteilt, w•ihrend das Hauptlaboratorium in der Centtale untergebracht ist. Es bestand also das Problem, den in den einzelnen Fabriken arbeitenden Betriebslaboratorien zus•itzlich zu den Standardanalysenwerten, wie Zentri- fugentest, Teilchengr6Be, Phasenverteilung etc., anschauliche MaBst•ibe zur Beurteilung der hergestellten Pr•iparate an Hand zu geben. Es wurden des- halb von allen Produkten Mikrofotos angefertigt, wobei die gleiche mikro- skopische Vergr6Berung gew•ihlt wurde, die genormt in allen Labora- torien bei der Untersuchung verwendet wird. Diese Mikrofotografien stellen die zu erreichende Mindestqualit•it in bezug auf die Teilchengr6Be dar und erm6glichen dem Betriebsanalytiker eine sehr einfache vergleichende Qualit•itsbeurteilung. Im allgemeinen ist es zweckm•iBig, SchwarzweiBfilm zu verwenden, da die Nachf•irbung des Fertigpr•iparates das Produkt sch•idigt, von Anfang an mitverarbeitete Farbstoffe die Emulsion st6ren k6nnen und bei der Produkt- prtifung bzw. Fabrikationskontrolle der laufend hergestellten Pr•iparate so- wieso nut ungef•irbte Produkte zur Verffigung stehen. In Sonderf•illen bringt die Anf•irbung der Pr•iparate natfirlich Vorteile, wie bei der Ermittlung des Emulsionstyps oder der Erkennung von eingeschlossenen Luftbl•ischen, die im Gegensatz zu Fett- und Wassertropfen nicht anf•irbbar sin&
PRAKTISCHE VERWERTUNG DER MIKROFOTOGRAFIE 301 Wit arbeiten mir einem monokularen Mikroskop der Optischen Werke C. Reicherr in Wien, Modell RC und verwenden fiir unsere Aufnahmen eine Kombination aus einem Achromat, Objektiv 40/0,65 und einem 8fachen PlanmeBokular mir Durchlichtmikrometer. Die fotografische Ausriistung wurde yon der gleichen Firma geliefert und besteht aus einer in fixem Abstand mon- tierten Lichtquelle einerseits und der mikrofotografischen Kleinbildkamera mir den verschiedenen Zusatzstiicken, Optiken, dem Kameragehiiuse usw. andererseits. Fiir die SchwarzweiBaufnahmen wird der Kodak Negativfilm Panromic X, mit einer Emp- findlichkeit von 17/10 DIN. verwendet. Aufgrund der sehr konstanten Lichtquelle und der bis- herigen Erfahrung konnte bis jetzt ein Belichtungsmesser eingespart wetden, die VerschluBzeiten sind 1/8 oder 1/15 sec. Bei allen Aufnahmen bilden wit das Objektmikrometer mir ab die Gesamt- vergr6flerung ist 320fach, der Mikrometerfaktor ist 3,8, d. h. der Abstand zwischen 2 Teilstrichen betriigt 3,8/$ (1000stel Millimeter). ZUSAMMENFASSUNG Die mikroskopische Analyse kosmetischer Priparate kann heute als Stan- dardmethode der kosmetischen Industrie angesehen wetden. Um diese Methode auf die Mikrofotografie auszudehnen, ist nut ein geringftigiger zusitzlicher Aufwand an Zeit und Ausriistung notwendig. Die Anwendung der Mikrofotografie bei der Produktentwicklung, Lagerf•ihigkeitspriifung und Produktionskontrolle wird beschrieben. Eine kurze Zusammenstellung der notwendigen fotografischen Einrichtung wird gegeben. LITERATUR (1) Bode, F., ,,Mikrofolografief•rJedermann", 2. Auflage, Stuttgart, Kosmos-Verlag (1965).
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