TOPOLOGY OF SKIN 215 Nach extemer Applikation von dermatologischen bzw. kosmetischen Pr•iparaten beginnt ein Diffusionsprozef• yon Inhaltsstoffen zuniichst und vorzugsweise in die Hornschicht, die als kernlose Zellverbands- schicht die augere Barriere zwischen K/Srper und Urnwelt bildet. Falls einerseits hygroskopische Substanzen [incl. Wasser} hydrophile Zonen bzw. lipophile $ubstanzen hydrophobe Zonen der Zellmembran durch- dringen, ist eine Quellung der Zellverb'gnde die Folge, die sich nach auf•en durch eme Gliittung der Hautoberfliichenstruktur bemerkbar macht. Neben diese intrazelluliiren Prozesse treten interzelluliire Vorgiinge (leere Zwischenriiume werden ausgeffillt}, die die Hautgliittung unter- stfitzen. Es ist sehr schwierig, diese Einflfisse zu roessen, weil sich die verschiedenen Hautschichten in emem dynamischen Fliefigleichgewicht (steady statel befinden, dessen Hauptrichtung von innen nach aufien verliiuft und das viele regulatorische Vorg'•nge durch entsprechende Reaktion auf innere Reize bzw. Umwelteinfifisse zur Folge hat. Neben der Hauttemperatur werden vor allera Sebum- und Schweifiproduktion reguliert, die ihrerseits wiederum Einflufi auf die Hautoberfliichen- struktur nehmen. Bezeichnet man diese natfirliche Regulation als ,,Untergrundrauschen", dann ist evident, wie schwierig es ist, die ,,Signale", die durch Extema hervorgerufen werden, innerhalb der natfirlichen Hautstrukturvariation yon diesera Untergrundrauschen zu separieren. Folgende Verfahren werden z. Z. angewendet, urn diese Zust'&nde erfassen zu k•Jnnen: al subjektive Verfahren Untersuchung durch menschliches Auge [mcl. Halbseitenfotographie}, Mikroskopie und Rasterelektronenmikroskopie yon Hautbabdrficken (2, 4,51. bJ objektive Verfahren Herstellung yon Hautabdrficken [vorzugsweise mit SilikonkautschukJ yon diesen Negativabdrficken wird in den meisten Fallen, um Ver- klebungen zu vermeiden, mit emem anderen Material, em zweiter Abdruck angefertigt, so dag Positivprofile erhalten werden. Danach werden die Oberfl•ichenparameter in drei willktirlichen Richtungen vermessen, mit anschliegender arithmetischer Mittelwertbildung [7, 9J. In Anlehnung an die bestehenden DIN-Vorschriften 4762 bis 4768 werden vorzugsweise die Oberfl•ichenparameter Rt, Ra, Rz, Rp und Rm erfagt. Zur Beschreibung der Hautoberfliiche wurden die Parameter gewiihlt, die bereits in den genannten DIN-Vorschriften normiert worden sind. Als besonders ntitzlich und aussagekraftig haben sich die Parameter
216 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Rauhtiefe Rt Bezugsprofil Grundprofil AIs Rauhtiefe bezeichnet man den Abstand zwischen dem Grundprofil und dem Bezugsprofil, bezogen auf eine Bezugsl•inge •. Rt beinhaltet die Welligkeit nicht. Abb•ldung I Rt, Ra, Rz, Rp und Rm erwiesen, die in den Abbildungen 1 bis 5 dargestellt worden sind. Angeregt_ wurden diese Arbeiten durch einen Vortrag von H. Tronnier, •le• auf d.,er Dermatologen-Tagung in Lyon 1972 gehalten wurde {10]. Ziel un•s•re.r Bgm'tihungen war die Entwicklung eines objektiven Verfahrens, das die signifikanten Unterschiede solcher Hautoberfl•ichenabdrticke be- schreiben sollte, die vor und nach der Behandlung der lebenden mensch- lichen Haut reit kosmetischen Pr3iparaten gewonnen wurden. Die genannten 50berfliichenparameter, die von u_ns als zweckmiigig ausgew'fi_hlt wurden, lassen sich bequem mir Tastschnittgeriiten erfassen. Die Rauhtiefe Rt ist der Abstand zwischen dem Grundprofil und dem Bezugsprofil die gemittelte Rauhtiefe Rz ist das arithmetische Mittel aus den einzelnen Rauhtiefen Rt von 5 aufeinanderfolgenden, gleich- langen Einzelmegstrecken. Sortiert man die 5 Einzelrauhtiefen bei der Rz-Messung der Gri3ge nach, dann wird der grtigte Weft Rm od•? Rmax genannt, welcher sich als sehr aussagefiihig bei der Betrachtung der Hautoberfliichenstruktur erwiesen hat. Neben diesen gewissermagen eindimensionalen Oberflachenparametem haben wit ftirunsere Messungen.
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