jr. Soc. Cosmetic Chemists 17 275-286 (1966) Probleme der dermatologischen Prtifung von kosmetischen Pr/paraten HAGEN TRONNIER* [7oregetragen am 8. Mai 1965 in Main• Synopsis--Problems of Dermatological Testing of Cosmetics. Dermatological testing of cos- metics can be conducted by different methods, which are subjected to a general and critical reviexv. Products exhibiting clearly definable action can be tested relatively easily on the other hand, judgment of polyfunctional preparations is difficult. Non-uniform actives and finished preparations, the effects of which are hard to define, can be tested only with great difficulty, especially since the base may play an important role. New actives which are used for promotional purposes often exhibit side reaction which can not be recognized readily by dermatological tests. Man hat die moderne experimentelle Dermatologie mit einigem Recht auch als die Pharmakologie der Haut bezeichnet bedlent sie sich doch der Ger•ite und Methoden pharmakologischer Forschung und z•ihlt auch die Prtifung neuer Stoffe an der Haut zu ihren Aufgaben. Dabei bestehen gegentiber der klassischen Pharrnakologie gewisse Unter- schiede, die sich aus den Besonderheiten des Organes Haut ableiten. Andere Organe haben nut eine oder wenigstens eine bevorzugte Aufgabe innerhalb des Organismus, wie die Niere diejenige der Ausscheidung, das Herz die einer ,,Pumpe" und die Sinnesorgane wie Auge und Ohr diejenigen der je- weiligen Sinneswahrnehmung und Weiterleitung. * Hautklinik der Universitiit Ttibingen, 7400 Ttibingen. 275
276 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Die Haut dagegen hat als •iuBere Bedeckung des Organismus eine ganze Reihe yon Funktionen zu erftillen, die tells als Schutzfunktion gegen •iuBere Einfitisse optischer (z.B. Ultraviolett-Strahlung), mechanischer (StoB und Druck) und chemischer (z. B. LOsungsmittel) Art, tells als Untersttitzung in- nerer Faktoren (z. B. Abgabe kOrpereigener Stoffe) aufzufassen sind. Welter- bin dient sie der Sinneswahrnehmung (Tastgeftihl, K•ilte, W•irme u. a.), sie ist Ausscheidungsorgan und erftillt die wichtige Aufgabe der W•irmeregulation des Organismus. Von den chemischen und chemisch-physikalischen Auf- gaben seien nut diejenigen des Sauerstoff-COz-Austausches neben den enzy- matischen Funktionen erw2hnt. Alle diese Aufgaben wetden yon der relativ dtinnen, abet groBfi•ichigen Haut in region•ir etwas unterschiedlichem Aus- maB gleichzeitig und sich gegenseitig beeinflussend erftillt. Das bedeutet abet, dab die in einer kleinen Hautfi•iche ablaufenden Vorg•inge zwar minimal sein kOnnen, ftir die Gesamthaut abet doch bedeutsam sind. W•ihrend man bei der Funktionsprtifung eines anderen Organes dieses in der Gesamtheit erfassen kann, ist das an der Haut in der Regel nut in einem kleinen Abschnitt mOglich, der seinerseits nut einen Bruchteil der Gesamt- ver•inderungen erleidet. Das gilt sowohl ftir Messungen in vivo als auch in vitro, also an der isolierten Haut, wobei sich als weirere Schwierigkeit das Fehlen eines echten tierischen Modelies schon aus der Tatsache ergibt, dab der Mensch nicht mehr oder kaum noch behaart ist. FaBt man die Unterschiede zwischen dem Organ Haut und den tibrigen Organen zusammen, die die experimentellen Untersuchungen erschweren, so sind es vor allem die folgenden: 1. Die Vielzahl der sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren und Funk- tionen der Haut, 2. ihre relativ geringftigigen •nderungen innerhalb kleiner Hautareale und 3. das Fehlen eines geeigneten tierischen ModeIls. Ein Vorteil ist es dagegen, dab vergleichende Untersuchungen an ein und derselben Versuchsperson mir verschiedenen Pr•iparaten durchgeftihrt wet- den k•Snnen, wodurch ein groBer Tell der stOrenden individuellen Faktoren der einzelnen Versuchspersonen ausgeschieden wird. Zwischen der dermato- logischen Prtifung und der Untersuchung kosmetischer Pr•iparate bestehen weiterhin generelle Unterschiede. Die Prtifung eines dermatologischen Pr•iparates ebenso wie jedes anderen Heilmittels erfolgt im Hinblick auf Wirkung und Nebenwirkungen. Die Wirkung besteht dabei in der Beseitigung einer gesundheitlichen StOrung, die im wesentlichen als ein einheitlicher Faktor, sei es als Diagnose oder auch nut als Symptom, anzusehen ist, wenn sie auch urs•ichlich nattirlich sehr variabel
Purchased for the exclusive use of nofirst nolast (unknown) From: SCC Media Library & Resource Center (library.scconline.org)





























































