PROBLEME DER DERMATOLOGISCHEN PROFUNG 277 sein kann. Sie wire z.B. im Bereich der Dermatologie dutch die Begrifle Ekzem oder Juckreiz zu umreiBen. Die Prtifung eines Heilmittels wird sich dann auf die Beseitigung dieset St6rung richten und zun•ichst andere Fak- toren der Haut, die eventuell beeinfluBt wetden k6nnen, unberticksichtigt lassen. Bei der Prtifung eines kosmetischen Produktes gibt es nattirlich •ihn- liche Probleme z.B. bei der Behandlung der Hyperhidrosis oder auch der Desodorierung, abet in vielen F•illen geht es doch allgemein mehr datum, die Haut dutch ein Kosmetikum im weitesten Sinne zu versch6nern, d.h. abet, dab vide Funktionen gleichzeitig etwa im Sinne einer ,,Verjtingung" zu be- einflussen sind. Das bedeutet in der Prtifung eines solchen Mittels die Durch- ftihrung von verschiedensten Untersuchungen und, was beinahe noch schwieriger ist, das Abw•igen der einzelnen Ergebnisse gegeneinander. In der Kosmetik will man also mir der iiberwiegenden Zahl der Hautpflege- pr•iparate unterschiedlich stark verschiedene Funktionen der Haut m6glichst gleichzeitig beeinflussen, um als Ergebnis optisch den Eindruck von Sch6n- heir oder Gesundheit zu vermitteln. Als weitere Erschwerung der Prtifung kosmetischer Pr•iparate kommt dann noch die gegentiber dermatologischen Produkten im allgemeinen geringere Wirkung dieset Art von Kosmetika dazu. Um eine ,,Erkrankung", die man ja auch als extreme Abweichung von der Norm ansehen kann, zu beseitigen, ist ein st•irkerer Effekt notwendig als innerhalb der physiologischen Breite eine kosmetische St6rung zu korrigieren. W•ihrend sich zur Prtifung und Beurteilung der Nebenwirkungen seit einigen Jahren bestimmte Standard-Untersuchungen herausgebildet haben, mir deren Hilfe es wenigstens in einer gewissen Sicherheit m6glich ist, be- stimmte Arten von Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen, fehlen diese Kriterien zur Ermittlung der Wirkung kosmetischer Produkte derzeit noch weitgehend. Man kann also nut zu einem kleinen Teil auf eingeftihrte Me- thoden zurtickgreifen, wie sie etwa in der Pharmakologie bestehen. Solche Methoden hitten abet zweifellos den Vorteil, sowohl allgemein anerkannt zu sein als auch leicht an einer anderen Forschungsstelle zur Nachprtifung einge- setzt werden zu k6nnen. Ihr Nachteil ist dabei, dab sie in vielen F•illen nut be- dingt aussagekr•iftig sind, well das vereinfachte Modell einer leicht reprodu- zierbaren Methode eben die tatsiichlichen Vorg•inge nut unvollst•indig wider- spiegelt. Unterteilt man zun•ichst die kosmetischen Pr•iparate in solche rein dekora- river Art gegentiber denjenigen mir einer medizinisch-dermatologischen Wirkung, so fallen f/Jr die dermatologische Wirksamkeitsprtifung die rein dekorativen Pr•iparate nahezu aus (Tab. I).
2'78 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Tabelle I Obersicht zur dermatologischen Prtifung von Wirk- und Inhaltsstoffen kosmetischer Pr•iparate Pr•iparate dekorative z. B. Farbe z. B. Geruch ,,dermatologische" gezielte Wirkung allgemeiner Effekt m o no-jknk / ione l l z. B. antibakteriell (Desodorans) z. B. schweiBhemmend (Antitranspir.-M.) z. B. keratinverformend (Haarwellpr•iparate, Enthaarungsmittel) multi-f unktionell z. B. Fett u. Wasser16sli- ches entfemend (Waschmittel, Gesichtsw•isser, Rasierw•isser, Haarw•isser) zu xvenig z. B. Schutzfunktion definiert, des- ausiibend halb nicht (Hautschutz, meBbar Lichtschutz) z. B. pH-Wert u. Alkali- neutralisation beeinflussend (Handcreme, Gesichtsw•isser) zwar meBbar, Beurteilung abet modisch bestimmt ,,kosmetische Wirkung" ,,verjtingend" ,,porenwirksam" ,,hautstraffend" ,,belebend" Zwar k6nnen hier einmal dermatologische Prfifungen von Nutzen sein - als Beispiel erw•ihnt seien Prfifungen fiber die Haftfestigkeit von Lippen- stiften an der Haut (1) abet vornehmlich sind diese Kosmetika in ihren Eigenschaften dutch modische Gesichtspunkte bestimmt. Die Farbe eines Lippenstiftes wfirde z. B. dutch die jeweilige Moderichtung festgelegt und nut ihr Haftverm6gen in einer dermatologischen Versuchsanordnung gemessen wetden. Unter den medizinisch-dermatologischen Wirkungen sind die zu unter- scheiden, die klar definiert sind, und zwar entweder in einer oder auch in mehreren Punkten, von denjenigen, die nut ganz allgemein zu deklarieren sind. Es wfirde allerdings kaum jemand auf die Idee kommen, einem Pharma- kologen eine chemische Substanz allein mir dem Hinweis zur Untersuchung zu fibergeben, bei ihr nach medizinischen Wirkungen zu fahnden in der Kosmetik ist dieses Ansinnen abet keineswegs so selten, sei es, dab aufirgend-
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