BAKTERIENFLORA GESUNDER UND HAUTKRANKER MENSCHEN 295 Die Hauttuberkulose nimmt eine Sonderstellung ein: Mycobacterium tuberculosis finder sich einmal nut sehr sp•irlich in den Lupuskn6tchen, auBerdem wird es nur im Falle der Ulzeration nach ,,auBen" abgegeben. Das ist auch der Grund, weshalb die Hauttuberkulose im allgemeinen als nicht infekti6s betrachtet wird. Ein Krankheitsbild, das therapeutische Probleme bietet, sind die Faul- ecken an den Mundwinkeln. Japanische Forscher billigen hier Hefen sogar eine •itiologische Rolle zu, well sie sie in nahezu 40 % ihrer untersuchten F•ille gefunden haben. U. E. sind Periaches multikausaler Natur, bei denen Hefen und andere Keime nut sekund•ire Bedeutung haben. Sie siedeln sich vermehrt an, well sie hier ein gutes N•ihrmedium vorfinden. DaB auf kranker Haut auch Hefen wachsen, ist bekannt. Rieth, Ito und Schirren (7) fanden aus Schuppenmaterial verschiedener Dermatosen unserer Klinik Candida albicans in 6 % aller F•ille. G6tz und Mitarbeiter (2) fanden bei der Untersuchung von 100 Ekzempatienten, dab sich SproBpilze begtinsti- gend auf entztindlich ver•inderten Hautfiichen, wie sie Ekzemherde dar- stellen, entwickeln. Im einzelnen fanden sie bei Ekzematikern in 64% Hefenbesiedlung im Gegensatz zu 14% bei Hautgesunden. Anscheinend be- steht ein gewisser Antagonismus zwischen Hefen- und Bakterienwachstum auf der Haut: 109 Baktedenst•immen yon gesunden Hautpartien standen 35 Hefestimme gleicher Lokalisadon gegentiber, 94 Bakterienst•immen von kranker Haut abet 65 Hefest•imme. DIE PATHOGENIT•T DER AUF DER HAUT GEFUNDENEN I•EIME Da haemolysierende Staphylokokken das Hauptkontingent stellen, soll im folgenden nur auf diese eingegangen werden. Dem H•imolysierungsverm•Sgen und der Pigmentbildung hat man jahre- lang eine zu gro13e Bedeutung als Pathogenit•itsmerkmal beigemessen. Heute verftigen wit tiber andere, tells zuverl•issigere Differenzierungsmethoden wie Plasmakoagulase und Plasmaagglutination Hyaluronidasebildung Fibrinolysinbildung Phosphatasereaktion. Wir haben 500 Staphylokokkenst•imme von gesunder und kranker Haut auf ihre Pathogenit•it untersucht. Das Material stammte von: I Pyodermien II Sekund•irinfektionen bei Dermatitiden, Ekzemen u. a.
296 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS III Genitalbereich wie Balanitis, Kolpitis u. a. IV Gesunder Haut. Die meisten aus Pyodermien stammenden Stimme erwiesen sich als pathogen. Dagegen wiesen Staphylococcus epidermidis und die anderen saprophyt2ren Staphylokokkenst2mme nut selten Pathogenit2tsmerkmale auf (vgl. Tab. l/l). Bei den Streptokokkenarten liegen die Verh•iltnisse komplizierter. Abet auch hier gibt es sichere Methoden zur Abgrenzung pathogener yon apa- thogenen Varianten. Ohne auf die Methoden einzugehen, weiB man heute, dab auch pathogene Streptokokken auf der Haut anzutreffen sind. Ober die fakultativ pathogenen Keime wie E. coli, Proteus, Pseudomonas u. v. a. kann man nut Spekulationen anstellen. So bietet die Bakterienflora der Haut viele interessante Befunde, deren Kenntnis nicht nut dem Dermatologen, sondern auch dem Epidemiologen, dem kosmetisch t2tigen Arzt und nicht zuletzt dem Kosmetik-Chemiker wichtige Hinweise ftir ihre einzelnen Arbeitsgebiete zu geben vermag. Tabelle VI Pathogenitiitsbestimmung von 500 Staphylokokkenstiimmen aus kranker und normalet Haut Gruppe Plasma- Hyaluronidase Phosphatase Fibrinolysin agglutination Staphylococcus aureus mir Haemolyse I 114 1 115 - 115 - 115 - 1I 100 6 105 1 105 1 101 5 III 12 9 15 6 14 7 12 9 IV 38 5 40 3 39 4 36 7 Staphylococcus albus reit Haemolyse I - 7 - 7 4 3 - 7 I1 - 9 - 9 3 6 1 8 III 3 35 2 36 8 30 2 36 IV 7 12 7 12 6 13 5 14 Staphylococcus epidermidis 1 - 10 - 10 4 6 - 10 II - 31 - 31 9 22 1 30 111 2 37 - 39 12 27 - 39 IV 5 42 2 45 18 29 2 45 Staphylococcus aureus ohne Haemolyse 1 - 2 - 2 - 2 - 2 II - 7 1 6 1 6 1 6 III - 4 - 4 - 4 - 4 IV - 2 - 2 - 2 - 2
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