PROBLEME DER DERMATOLOGISCHEN PROFUNG 279 welche Ver6ffentlichungen Bezug genommen wird, die bei n•iherem Zusehen auch nut allgemeine AuBerungen enthalten, wie, der Stoff sei fiir die Haut giinstig oder wirkungsvoll, sei es, dab auf ,,begeisterte" Verbraucheraussagen verwiesen wird. Am leichtesten dermatologisch oder auch sonst medizinisch zu untersuchen sind nattirlich Wirkstoffe mir nut einer klar definierten Wirkung, zu deren Erfassung es im Prinzip auch nut einer Methode bedarf. Als Beispiel sei die Priifung schweiBhemmender Pr•iparate erw•ihnt. Hier ist es nut wichtig, die Unterschiede in der SchweiBsekretion in Ab- h•ingigkeit von den •iuBeren Bedingungen, von der K6rperregion und son- stigen subjektiven Momenten, also die medizinischen Grundlagen der SchweiBsekretion, zu kennen. Bei solchen Priifungen bedlent man sich in der Regel doch mehrerer Methoden, meist der Kobaltchlorid-Schnell- methode und der Anwendung yon Halbleitern, deren Ohmschef Widerstand von der Luftfeuchtigkeit abh/ingig ist (2). Man kann dann zun/ichst aus einer gr6Beren Zahl von Versuchsmustern die geeigneten mir der einen Methode (Kobaltchlorid) heraussuchen und anschlieBend mir dem subtileren elek- trischen Verfahren die Abschw•ichung der Transpiration im einzelnen ge- nauer untersuchen. Um zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen, ist dabei noch zu beriicksichtigen, dab eine Transpirationshemmung erst nach einer gewissen Einwirkungszeit der Pr•iparate auf die Haut nachweisbar ist, w•ih- rend eine Messung unmittelbar nach dem Auftragen sogar gegeniiber dem Ausgangswert eine vermehrte Feuchtigkeitsabgabe zeigen kann (Tab. II). Hier wurde ein Pr/iparat auf Aluminiumoxichlorid-Basis im Vergleich zu formalinhaltigen bzw. formalinfreisetzenden Zubereitungen an 10 Versuchs- personen am Unterarm mir der Kobaltchlorid-Methode gepriift, wobei sich fiir das Pr•iparat auf Basis yon Aluminiumsalzen nach 2 Stunden etwa die gleiche Wirksamkeit wie fiir die dutch das Formalin wirkenden Vergleichs- Tabelle II Feuchtigkeitsabgabe der menschlichen Haut nach Behandlung mit Antitranspirationsmitteln (Kobaltchlorid-Methode, MeBort: Unterarm. Zahl der Versuchspersonen: 10) Priiparat unbehandelt Priiparat A Priiparat B Priiparat C Priiparat D Wirkstoff A1-Hydroxichlorid Formalin Formalin Formalin q- Feststoffe sofort nach Auftragen lOO% + 29% + 79% + 71O,/o nach 2 Stunden 137% 100% -- 34% --38% --38% -- 29%
280 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS pEiparate ergab. DaB auch bei einem solchen PEiparat die Grundlage eine Rolle spielt, zeigt das VersuchspEiparat 4, dessen Wirkung deutlich abge- schw•icht ist, obwohl die Menge an Hexamethylentetramin kaum verringert worden ist, das abet zusfitzlich 10 % Feststoffe entNilt. Insgesamt ist abet die Transpirationshemmung aller PEiparate sehr gilnstig und entspricht dem mir solchen Zubereitungen Erreichbaren, n•imlich einer Abnahme der Transpi- ration um etwa 30 %. Sehr viel schwieriger ist die Beurteilung von Wirkungen sowie Neben- wirkungen abet dann, wenn mehrere Funktionen der Haut gleichzeitig be- einfiu13t werden. Die Entfernung von Fett und besonders die Beseitigung der wasser16slichen (3, 4, 5) Inhaltsstoffe der Epidermis gelten bei Waschmitteln mir Recht als Nebenwirkungen (6, 7, 8). Sie milssen abet in bestimmtem Um- fang in Kauf genommen werden, da eine selektive Entfernung des Schmutzes nicht m6glich ist. Man wird also bei einem Waschmittel zunfichst die Wasch- wirkung bestimmen und dann alle anderen Effekte messen und als Neben- wirkungen zusammenfassen. Dabei ist es m6glich, Wirkung und Nebenwir- kungen, um zu einer Normierung der verschiedenen Waschrohstoffe, abet auch zu einem Vergleich von Fertigprodukten zu kommen, miteinander ins Verh•iltnis zu setzen (9, 10). Bei Rasierw•issern, vor allem pre-shave-Rezepturen, geht es dagegen datum, Fett und Wasset von der Oberfl•iche zu entfernen, um das Gleiten des Scherkopfes auf der Haut zu erleichtern und die geh•irteten Haare besser schneiden zu k•Snnen. Hier lassen sich z.B. die Trocknungsgeschwindig- keiten auf der Haut (11) bzw. der Reibungswiderstand (12) ebenfalls recht genau dermatologisch bestimmen. Auch der Effekt der Rasur kann z.B. tiber eine geeignete Einrichtung, die mir einem Mikrophon ausgestattet ist, erfaBt werden (13). Im Gegensatz zu diesen Beispielen, bei denen ganz allgemein etwas von der Haut entfernt wurde, wetden beim Hautschutz zus•itzlich Stoffe auf die Haut gebracht. Diese sollen z.B. bei einem protektiven Hautschutzmittel (14) von au13en her m•Sglichst nichts an Schadensstoffen auf die Haut kommen lassen, andererseits ihre normale Funktion, zu der ja auch die Feuchtigkeits- abgabe geh•Srt, nicht st•Sren, also von der Hautseite her durchl•issig sein. Auch hier ist also in der Praxis nut ein KompromiB m•Sglich. Um eine Hautschutz- salbe wirklich beurteilen zu k•Snnen, ist demnach immer eine ganze Reihe von Untersuchungen notwendig (15, 16). Etwas anders ist das Problem beim Lichtschutz hier soil die Erythembil- dung zwar verhindert, die Br•iunung der Haut abet m/Sglichst gef•Srdert wet- den. Leider ist der UV-Bereich filr beide Wirkungen der gleiche, n•imlich
Purchased for the exclusive use of nofirst nolast (unknown) From: SCC Media Library & Resource Center (library.scconline.org)





























































