PROBLEME DER DERMATOLOGISCHEN PROFUNG 281 UV-B, denn die direkte Pigmentierung dutch langwelliges UV spielt fiir die kosmetische Br•iunung keine Rolle (17). Man wird also um eine Empfehlung zur Dosierung der Sonnenbestrahlung auch bei Anwendung eines Licht- schutzmittels nicht herumkommen, wobei zu geringe Dosen und ein zu in- tensiver Lichtschutz auch die Br•iunung verhindern, zu hohe UV-Dosen und zu geringer Lichtschutz zu einem Erythem fiihren. Unterschwellige und schnell abklingende leichte Erytheme und darauf folgende, sich summierende Pigmentierungen (,,,4bb. 1) sind also anzustreben. Gerade bei den Lichtschutzmitteln und den Hautschutzpr•iparaten spielt abet die verwendete Grundlage noch eine besondere Rolle. Dutch Messung der Extinktionskurven eines Lichtschutzstoffes ist allenfalls eine Vorauswahl ffir ein Lichtschutzmittel zu treffen, die Eignung und St•irke des Lichtschutzes kann abet nut an der Haut selbst gemessen werden, denn es spielen neben den Schichtdicken auf der Haut (19) auch die Verteilung der Lichtschutzstoffe eine Rolle. Die iibrigen Klimabedingungen schlieBlich empfehlen wegen ihres Ein- fiusses (Austrocknung, Transpiration) als AbschluB stets einen praktischen Expositionsversuch (20). Besonders schwierig wird eine dermatologische Stellungnahme und Prii- lung dann, wenn biologisch aktive Stoffe in kosmetischen Produkten einge- #V- Bes•rah/un• •Ibbildung ! Schema der indirekten Pigmentierung (Br•iunung) bei unterschwelligen Erythemdosen.
282 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS setzt werden sollen. Es ist dabei wichtig, sich fiber die Pharmakologie dieser Stoffe ein m6glichst vollst•indiges Bild machen zu k6nnen, aber auch die Ana- tomie der Haut zu kennen. Will man z.B. die glatte Muskulatur in der Haut beeinflussen, so ist zu bedenken, dab die subpapill•iren Gef•iBnetze eben peripher von diesen Muskeln liegen und eher auf die penetrierenden Wirk- stoffe ansprechen mfissen. Will man aus kosmetischen Grfinden eine solche Gef•iBwirkung nicht und dosiert deshalb entsprechend gering, kann man auch am Muskel keinen Effekt mehr erwarten. Viel schwieriger zu prtifen und dann zu beurteilen ist ffir den Dermato- logen die Wirkung kosmetischer Pr•parate, bei denen es sich nicht um ein- heitliche definierte Wirkstoffe handelt oder solche, deren Effekt nur schwer zu objektivieren ist. Als Beispiel seien hier vor allem die faltenbeseitigenden Zubereitungen erw•ihnt, als deren Wirkstoffe im Augenblick Substanzen im Vordergrund des Interesses stehen, die innerhalb der Epidermis Wasser speichern sollen. W•hrend nun die Falten selbst und auch ihre Beeinfiussung durchaus zu messen sind - es wurde gerade im Rahmen einer Dissertation (21) eine entsprechende Untersuchungsreihe abgeschlossen, bei der eine bereits frfiher angegebene Apparatur (22) benutzt, aber zus•tzlich ein mir Sila- soft gewonnener Abdruck des Hautreliefs ausgemessen wurde- sind die anderen ,,Altersver•inderungen" der Haut in vivo weniger gut zu objekti- vieren. Aber auch bei der Fakenmessung, fiber die ja wiederholt diskutiert wurde (23, 24), fehlte es bislang an einem ,,Standard", also einer Substanz, die sicher und in kurzer Zeit die Faltentiefe ver•ndert. Die neuen Pr•parate auf Basis von Serum-EiweiBen haben diesen Standard nun geliefert und man konnte eine Abnahme der Faltentiefe um mehr als 30 % bereits 5 Minuten nach Anwendung eines solchen Pr•iparates feststellen. Ausgehend von diesem Standard war es dann leichter m6glich, auch Pr•iparate zu tiberprfifen, bei denen die Faltenbeeinflussung nicht vorwiegend mechanisch erfolgte. Man hat hierzu unter anderem ein Pr•iparat benutzt, das als Wirkstoffe Extrakte der tierischen Haut (25) enth•lt und ftir das Memmesheimer (26) eine Wasser- bindung in der Haut bereits 1928 histologisch und bei Verwendung des Elastometers nach Schade nachgewiesen hatte. Auch bei diesem Pr•iparat lieB sich nach einer Behandlung von 14-21 Tagen eine Abnahme der Faltentiefe um ca. 30 •o nachweisen, dabei wurde an der Haut gemessen, nachdem diese 24 Stunden nicht mehr behandelt worden war. Die nur mir der Grundlage eingeriebenen Kontrollstellen zeigten keine signifikante Abweichung von dem Ausgangswert vor der Behandlung. Welche Stoffe diesen Effekt verursachen, l•iBt sich noch nicht sicher sagen, wenn es auch auf Grund frfiherer Versuche wahrscheinlich ist, dab es sich u.U. um EiweiBe bzw. deren Grundk6rper wie Aminos•iuren handelt (27).
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