PROBLEME DER DERMATOLOGISCHEN PROFUNG 283 Tabelle III Beispiele far die Prtifung der Grundlagen dutch den Chemiker durch den Chemiker u. Dermatologen durch den Dermatologen z. B. Schmelzpunkt, z.B. Verdunstungszeit, z.B. Haftfestigkeit, Viskosit•it, Verstreichbarkeit, Entfernbarkeit, Haltbarkeit Deckf•ihigkeit Schichtdicke Gerade bei solchen PEiparaten spielt nun abet die geeignete Grundlage eine ganz besondere Rolle, denn die Wirkstoffe mfissen sich nicht nut in der Grundlage halten, sie mfissen auch in die Haut eindringen k6nnen und dort fiber eine bestimmte Zeit verbleiben, ist doch ihre Wirkung mir gewissen EinschEinkungen dutch das Produkt c (Konzentration) x t (Zeit) am Ein- wirkungsort bestimmt. AuBerdem ist es zweckm•iBig, in einer fertigen Rezeptur, z. 13. das Wasset, das gebunden werden soil, gleichzeitig mir anzu- bieten. Es sei nut auf die Wirkung des Glyzerins hingewiesen, das austrock- nend wirkt, wenn die Zubereitung kein Wasset entNilt, und das feuchtig- keitshaltend zusammen mir Wasset in entsprechenden PEiparaten verwendet werden kann (28). Ebenso wie in der Thetapie, in der die Grundlage z. B. bei akuten Dermatosen gegenfiber den Wirkstoffen die gr6Bere Rolle spielt, hat sie auch bei einem Kosmetikum wesentlichen Antell an seiner Wirkung. Ihre Auswahl obliegt zweckm•iBigerweise sowohl dem Chemiker als auch dem Dermatologen, und beide mfissen in entsprechenden Ffillen mir unterschied- lichen Methoden ihre jeweilige Eignung prfifen (Tab. III). Eigenschaften wie Haftfestigkeit z.B. bei Hautschutzmitteln, Entfernbarkeit yon der Haut, etwa beim Make up, oder auch die Schichtdicke z.B. bei Lichtschutzmitteln, lassen erkennen, dab auch der Dermatologe dutch seine Untersuchungen an der Haut zur Auswahl geeigneter Grundlagen beitragen kann und sollte. Darfiber hinaus wird der Dermatologe auf Grund seiner therapeutischen Er- fahrung in einem Vorschlag ffir eine Grundlage die Indikation, den Grad und die Art der kosmetischen St6rung, ihren Sitz und auch die Hautkonstitution berficksichtigen (Tab. 117). Sein EinfiuB sollte sich auf die Form der Grund- lage, das Rezept im einzelnen und auch die Art und Hfiufigkeit der Applikation erstrecken. Fiir die Prfifung des fertigen kosmetischen Produktes bedeutet eine optimal ausgewfihlte Grundlage u.U., dab ein wesentlicher Effekt be- felts von dieset ausgeht, wie sich z.B. aus dem Vergleich zwischen der nut mir der Grundlage vorbehandelten Haut zur unbehandelten Kontrolle er- geben wfirde, und dab der Wirkstoffzusatz - Vergleich zwischen Grundlage mir und ohne Wirkstoff- nut noch eine geringe Verbesserung bringt. In
284 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Tabelle IV Auswahl geeigneter Grundlagen aus dermatologischer Sicht Dermatologische Gesichtspunkte Grundlage Indikation Form z.B. Puder Creme Art und Grad Salbe der St6rung Tinktur Sitz der St6mng Konstitutionstyp Rezept z.B. Applikation z.B. thixotrope Stoffe wasserbind. Zus2tze Emulsions-Typ Verd. Alkohol/Wasser Umschlag Maske Einreibung Abreibung solchen F•illen sollte dann tiberprtift wetden, ob der Wirkstoffzusatz sachlich zu vertreten ist. Sicher ist es ftir die Wetbung leichter, den Gesamteffekt eines Produktes auf einen neuen Wirkstoff zu schieben, abet tragen solche ,,Pseudo- Wirkstoffe" nicht auch wesentlich zu dem nicht immer guten Ruf der Kos- metik bei? Ist es nicht auf lange Sicht grinstiger, eine ausgereifte Rezeptur einzuftihren, deren Effekt im wesentlichen auf der Grundlage beruht, als einen oft kurzlebigen Wirkstoff in einer unzureichenden, in der Folge am Kunden weiterentwickelten und dauernd ver•inderten Rezeptur anzubieten und nach kurzer Zeit evtl. wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen ? Sicher gibt es auch in der Kosmetik Indikationen ftir differente Wirkstoffe, wie z.B. bei der Haarverformung und -entfernung, abet die Gefahr der Nebenwirkungen ist bei solchen Pr•iparaten auch ganz wesentlich h6her Tabelle V Schema des Unterschiedes zwischen Grundlagen- und Wirkstoff-Kosmetik im Hinblick auf die Vertr2glichkeit Wirkung Beispiel Nebenwirkungen a) obligat b) Sensibilisierung Grundlagen-betont indifferent fraglicher Effekt tiber kurze oder nach langer Zeit ,,Verjtingungscreme" gering, selten u. harmlos selten Wirkstoff-betont different sichtbarer Effekt nach kurzer Zeit Enthaarungsmittel stirker, hiiufiger u. schwerwiegender hiufiger
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