BAKTERIENFLORA GESUNDER UND HAUTKRANKER MENSCHEN 289 TOPOGRAPHIE DER HAUTFLORA Die Hautflora ist art- und zahlenm•iBig nicht gleichm•iBig fiber das Inte- gument verteilt. Die regio analis hat eine andere Flora als die regio scapu- laris. Die Urngebung der verschiedenen K6rper6ffnungen hat jewells eine charakteristische Keirnflora: in der Analregion finden sich irnrner Colibak- terien und Enterokokken, Keirne, die rnan arn Kopf nut selten antrifft da- gegen finden sich bier regelrniiBig Staphylokokken, Streptokokken oder Corynebakterien - auch pathogene Arten. Die Keirnflora der K6rperh6hlen bestirnrnen irn allgerneinen die ihrer Offnungen nach aul3en. Auch die Quan- titit der Hautflora ist teilweise topographisch deterrniniert: rnassenhaft Keirne finden sich an K6rperstellen, .an denen bei hoher Feuchtigkeit und rnechanischern Schutz eine Stagnation yon SchweiB, abgestoBenen Epithe- lien etc. besteht, wie bei Hautfalten unter den Marnrnae oder Hiingebauch. Oft liegen solche Regionen in der Niihe yon K6rper6ffnungen (Anus, Vulva, Scrotum, Priiputialsack) rnit dauerndern reichlichen Keirnnachschub. Beirn Hautkranken ist die Urngebung der Effloreszenzen, seien es nun Pyoderrnien, Blasen oder Ekzernherde, besonders keirnreich. Die Quailtilt richter sich dabei teilweise nach dern Erreger der Pyoderrnie: Streptokokken, Staphylokokken, Pseudornonas u. a. QUANTIT•T DER HAUTFLORA Die Quantit•it der Hautflora ist abgesehen von der Versuchstechnik von einer Reihe von Faktoren abh•ingig: physiologischer Zustand der Haut Jahreszeiten Beruf Umgebung Individualhygiene. Zustand der Haut Die glatte Haut des Kindes hat weniger Keime als die Greisenhaut eine feuchte oder rauhe Haut beherbergt rnehr Keirne als eine trockene glatte Haut. Auch die Behaarung spielt dabei eine Rolle, wie in eigenen Unter- suchungen festgestellt wetden konnte. 0bet die Keimmengen auf kranker Haut liegt eine groBe Reihe yon Ver- 6ffentlichungen vor. Alle zeigen, dab auf entzfindeter, ekzernat6ser, n/issen- der Haut rnassenhaft Keirne gedeihen. Eine Zusarnrnenstellung yon Loben-
290 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Tabelle I Keimzahlen/mm 2 Haut nach Lobenstein (4) Gesunde Haut 168 Milchschorf I 281 Exantheme I 405 Trockenes Ekzem 4 032 Niissendes Ekzem 26 955 stein (4) (Tab. I) zeigt, wie stark die Keimzahlen auf gesunder und n•issen- der Haut variieren. Beruf and Umgebu,g Berufe mir hoher Verschmutzungsm6glichkeit verursachen eine rapide Zunahme der Anflugskeime wihrend der Arbeitszeit (Miillarbeiter - Miih- lenarbeiter - Kanalarbeiter). Dagegen haben Angeh6rige yon Berufen, die gr6Bte Sauberkeit erfordem (Arzte, Pflegepersonal, Arbeiter im Penicillin- betrieb) wesentlich kleinere Keimzahlen auf ihrer Haut. Wit haben bei Per- sonen verschiedener Berufsgruppen am Eppendorfer Krankenhaus die Haut flora untersucht und konnten dabei ganz betrichtliche Unterschiede hinsichtlich Zahl und Arten feststellen (vgl. Tab. II). Bei stationiren Patienten finder im Verlauf des Klinikaufenthaltes oft ein deutlicher Wechsel hinsichtlich Qualit•it der Hautflora statt. Dieset Wechsel hat besondere Bedeutung in der Frage des Hospitalismus erlangt. In der heiBen Jahreszeit finden Mikroorganismen schon dutch die ver- mehrte SchweiBabsonderung giinstigere Nihrbodenbedingungen auf der Haut als in der kalten. In der Dermatologie macht sich das im Krankengut deutlich bemerkbar dutch die Zunahme yon Pyodermien, Hefe-, Pilz- und Viruserkrankungen. Tabdie II Hautflora verschiedener Berufsgruppen eines Klinikums Keimart •rzte Pliitterinnen Stallarbeiter Staph. epidermidis Staph. aur. Sarcina Corynebacterien Bacilli E. coli Enterokokken Pseudomonas Proteus Hefen
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