516 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS nehmer aus 18 Liindern zusammen. Dartiber wurde ein ausftihrlicher KongreB- bericht herausgegeben. Im zweiten Jahr kamen die Mitglieder in Hamburg, Stuttgart und Heidelberg zusammen, auBerdem fand eine gemeinsame Tagung mir der diinischen Gesellschaft in Kopenhagen start. Die Vortragstagung vom 4. bis 5. November 1959 in Baden-Baden wurde zusammen mit der DGF durchgeftihrt. Im dritten Jahr war die bedeutendste Tagung nach Sitzungen in Hamburg und Frankfurt der zweite groBe internationale KongreB, den die Gesellschaft zum 3. Jahrestag ihrer Grtindung organisierte, der ,,1. KongreB ftir Kosmetische Chemie der Internationalen F6deration der Gesellschaften der Kosmetik-Chemiker". Auch dieset KongreB hatte ein weltweites Echo und brachte vom 31. August bis zum 3. September 1960 fast 350 Teilnehmer aus 16 Liindern nach Mtinchen. Die Arbeit, die ftir den Aufbau der Gesellschaft, ihre Beziehungen zu anderen Gesellschaften und ihre internationalen Kontakte, insbesondere ftir die Durchftihrung der wissenschaftlichen Sitzungen, Tagungen und Kongresse zu leisten war, lag anfangs allein beim Vorstand, wurde jedoch spiiter allmiih- lich auf einen Beirat verteilt. Den Vorstand tibernahmen: Vorsitzender Schriftftihrer Kassenftihrer 1957/58 Dr. L.-W. MAscH Dr. H. NEUGEBAUER Dr. F. KEiL 1958/59 Dr. L.-W. MAsco4 Dr. H. NF. UGEnaUF.}• Dr. F. KF. IL 1959/60 Dr. H. NF. UGF. n•UF. rt Dr. B. Store, Dr. F. KF.•Z 1960/61 Dr. W. Ec•:ai•r)r Dr. B. Sroi•P Dr. F. KF.•Z Der Vorsitzende darf nach den Satzungen nur einmal, der Schriftftihrer h6ch- stens zweimal in direkter Folge wiedergewiihlt werden. Inzxvischen sind auch in Spanicn, Italien und Japan Gesellschaften der Kosmetik-Chemiker gegrtindet worden. Nach Gespriichen in Bonn im September 1958 und in London im April 1959 wurde am 8. September 1959 in Brassel die ,,Internationale F6deration der Gesellschaften der Kosmetik- Chemiker" (IFSCC) gegrtindet. Die junge deutsche Gesellschaft konnte an der Vorbereitung und Entwicklung aktiven Anteil nehmen. Die amerikanische Gesellschaft begann bald nach ihrer Grtindung die auf ihren Sitzungen gehaltenen Vortriige im ,,Journal of the Society of Cosmetic Chemists" zu ver6ffentlichen. Die britische Gesellschaft beteiligte sich wenige Jahre spiiter mir eigenen Heften an der Zeitschrift. Mit dem heutigen Heft nimmt auch die deutsche Gesellschaft an dieser internationalen Zusammenarbeit teil, bei welcher drei selbstiindige Redaktio- hen in verschiedenen Liindern eine gemeinsame Zeitschrift herausbringen. M6ge diese gemeinsame Arbeit ihre Frtichte tragen - nicht allein auf unse- rem Fachgebiet der kosmetischen Chemie, sondern auch im friedlichen Zu- sammenwirken der V61ker!
GERUCHSPS¾CHOLOGIE UND ERFOLGREICHE PARFUMIERUNG? DR. ERNST PAUKNER, MONCHEN* l/orgeZragen am 1.9. 1960 in M•chen auf dem 1. Kongre• der ZFSCC In einer Zeitungsnotiz, die vor einigen Monaten dutch die Weltpresse ging, hieB es, in USA sei der erste Duftfilm mit groBem Erfolg uraufgeftihrt worden. Friedrich Schiller war diesem Duftfilm um runde 180 Jahre voraus. In seinen Regieanweisungen zu ,,Kabale und Liebe" hatte er ftir den Hofmarschall yon Kalb vorgeschrieben, er solle beim Auftritt einen ,,penetranten Bisamgeruch" um sich verbreiten. Schiller wollte damit dem Publikum das unsympathische Wesen dieses charakterlosen Intriganten eindringlich darstellen. Er wollte hierzu nicht nut die Mittel der Sprache und Mimik benutzen, son- dern den zus•ttzlichen Weg tiber den Geruchssinn. Wenn auch die Durchftih- rung der Duft-Regieanweisung auf Schwierigkeiten st6Bt, so ist ihre Idee doch groBartig. Denn welt mehr noch als ein Reiz anderer Sinnesorgane ist die Ge- ruchsempfindung der eigentliche Schltissel zu der Primitivperson in uns, zu jener Instanz also, die der vernunftregierten Ichperson zum Beispiel etwas sym- pathisch oder unsympathisch erscheinen liiBt. Das Duftphiinomen ist mir den unbewuBten Reaktionen aufs engste verbunden: Eine Tatsache, die sich jeder geschickte Werbepsychologe und auch jeder Kosmetik-Chemiker zunutze machen sollte. Es ist nicht leicht, zu einem Kosmetikum eine in jedem Fall passende Parfu- mierung zu finden, die mithilft, die psychologische Wirksamkeit des Priiparates und damit letztlich seinen kommerziellen Erfolg zu sichem. Seit Jahr und Tag bemiiht man deshalb die als ,,geheime Verftihrer" diabolisierten Werbemanager der Marktforschungsinstitute, sie m6chten doch herausfinden, welche Parfti- mierung die erfolgversprechendste sei. Es ist wohl fehl am Platze, hier die einschliigigen Teste zu glossieren und boshafte Vergleiche reit den falschen Ergebnissen aus anderen Sparten zu ziehen, wenn man nicht einen besseren Vorschlag hat. Jedenfalls k6nnen einem diejenigen Psychologen leid tun, die mit einem Parfumierungs-Markt-Test bettaut wetden: Sie haben keinen resten Grund unter den FtiBen. * Aus den Riechstoff-Laboratorien Dr. O. Martens & Co. Nachf., Mtinchen-Solln.
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