FACE MASK FOR ANTIBACTERIAL AGENTS 493 Diskussion SWANBECK (22) hat als erster gezeigt, dat• •thyllactat in einer alkoholischen L•Ssung unter Okklusivbedingungen eine Verminderung der freien Fetts•iuren in den Hautoberfl•ichenlipiden bewirkt. GLOOR et al (71 konnten spater deutlich machen, dat• dieser Effekt nur zum kleinen Teil dem Wirkstoff J4thyllactat und zum weit gr•5t•eren Teil der Grundlage J4thylalkohol zukommt. Augerdem konnten diese Autoren zeigen, dat• die Anwendung unter Maskenbedingungen der in der Aknebehandlung unpraktikablen Okklusivbehandlung mit Folien ebenbtirtig ist. Ein kli- nischer Wirkungsnachweis f/Jr die J4thyllactatbehandlung in einer alkoholi- schen Grundlage unter Okklusivfolien bei Akne findet sich bei SWANBECK [22}. F/Jr die in den vorliegenden Untersuchungen verwendete 50 % J4thanol und 1% )•thyllactat enthaltende Maske wurde ebenfalls ein klinischer Wirkungsnachweis erbracht (3}. Zur definitiven Klarung des Wirkungseffektes ist es notwendig, den Nachweis zu erbringen, dag die applizierten antimikrobiellen Agentien in die Talgdrfisenausffihrungsg•inge penetrieren und dort zu einer Reduktion der Keimflora insbesondere der Propionibakterien ftihren. Die vorliegenden Untersuchungen zeigen: Die &hyllactat- und •ithanolhaltige Maske reduziert signifikant die Gesamtkeimzahl und die Propionibakterien im Talgdrfisenausffihrungsgang. Die auf Grund des Nachweises einer Reduktion der freien Fetts•iuren in den Hautoberfl•ichenlipiden und des klinischen Wirkungsnachweises bestehende Vermutung, dag es sich bei dieser Thetapie um eine effektive Lokalbehandlung der Akne handelt, wird dutch die vorliegenden Ergebnisse bestarkt. Zu einem kleinen Teil dtirfte nach den vorliegenden Befunden dieser Effekt durch das Masken- material selbst bedingt sein, zum gr6geren Teil kommt es den Wirkstoffen J4thyllactat und )•thanol zu, wobei •thanol nach eigenen frtiheren dtinn- schichtchromatographischen Ergebnissen (7} das wichtigste Agens sein dfirfte. Wasch16sungen werden seit langer Zeit in der Aknetherapie eingesetzt. In erster Linie erwartet man bei deren Verwendung, dat• Lipide im Talgdrfisenausffihrungsgang bzw. im Comedo emulgiert werden [20). Dieser Auffassung wird in jtingerer Zeit entgegengehalten, dag die Tenside nur auf der Hautoberfl•iche und nicht im Talgdrtisenausftihrungsgang wirksam werden und dat• somit die Tensidbehandlung der Akne nutzlos sei (17}. Bei diesen Diskussionen blieb unberficksichtigt, dat• Tenside z. T. antimikrobiell wirken. Einen Hinweis auf eine Reduktion der mi- krobiellen Lipolyse auf behaarter bzw. unbehaarter Haut durch anti-
494 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS mikrobielle Tensidl•Ssungen {ELFAN 240 TS / AROMOX DMMCD / W bzw. TEXAPON TH / SOFTIGEN 767} haben eigene Untersuchungen ergeben. Bezfiglich der unbehaarten Haut ist einschrankend hinzuzu- ffigen, daf• die Untersuchungen nicht geklart haben, ob sich dieser Effckt nur auf die Hautoberflache oder auch auf die Talgdrtisenausftihrungs- g•inge erstreckt 14,6}. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, daf• das verwendete Tensidgemisch im Talgdrtisenausftihrungsgang antimikrobiell wirksam ist. Es beeinflul•t aber offenbar in erster Linie die grampositiven Kokken. Da wie bereits oben ausgeftihrt wahrscheinlich den Propionibakterien und nicht den grampositiven Kokken die Hauptbedeutung in der Patho- genese der Akne zukommt, erscheint es als fragwtirdig, ob mit einer solchen Therapie ein klinischer Erfolg bei der Akne erzielt werden kann. Die Ergebnisse zeigen aut•erdem, daf• die dtinnschichtchromatographischen Analysen des Verhaltnisses freie Fettsauren / Triglyceride nicht ausreichen, um den Wert einer antimikrobiellen Therapie bei der Akne definitiv zu beurteilen. Als positives Ergebnis laft sich ableiten, dal• die Anwendung von antimikrobiellen Tensiden ein erfolgversprechender Weg der Akne- therapie sein k•Snnte, wenn es gelange, Tenside zu finden, die auch die Propionibakterien in hinreichender Weise hemmen. Zusammenfassung |e 15 gesunde mannliche Versuchspersonen wurden 10 mal mit einer Filmmaske, die 1% )•thyllactat und 50 % •thanol als Wirkstoff enthielt, bzw. reit einer antimikrobiellen Tensidl•Ssung (AROMOX DMMCD W / ELFAN 240 TS) behandelt. Versuchsstelle war die linke Stirnhalfte. Auf der rechten Stirnhalfte kam eine analoge wirkstofffreie Maske bzw. eine nicht antimikrobielle Tensidl•3sung (ELFAN NS 2421 zur Anwendung. Vor Behandlungsbeginn und 24 Std. nach Abschlut• der Behandlung wurden reit einer speziellen Methode die unter anaeroben Bedingungen wachsenden saprophytaren Keime in den Talgdrfisenausffihrungsgangen analysiert. Die athyllactat- und athanolhaltige Maske reduziert die Gesamtkeimzahl und die Propionibakterien signifikant. Die anti- mikrobielle Tensidl•3sung ftihrt zwar zu einer signifikanten Verminderung der Gesamtkeimzahl jedoch nicht der Propionibakterien. Die Ergebnisse lassen annehmen, dal• die Maskenrezeptur eine effektive Aknetherapie darstellt. Ob dies auch ftir die Behandlung mit der verwendeten Tensid- l•sung gilt, mul• offen bleiben.
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