GERUCHSPSYCHOLOGIE UND PARFUMIERUNG 521 Die Auswertung des Zahlenmaterials darf heute kaum mehr ohne die Mit- hilfe eines speziell auf dem Gebiete der psychologischen Teste geschulten Sta- tistikers erfolgen. AUSWERTUN GSMETHODEN •4. ProEent-Kurven-Methode Pro•ent-Normkurven Die Leerversuche dienten dem Zweck, die Normalverteilung der Urteile tiber einen angeblichen Riechstoff, in Wirklichkeit abet geruchlosen Stoff, fest- zustellen und damit gewissermaBen den MaBstab, die ,,Nullinie" zu gewinnen, mit der man die Urteile tiber Duftstoffe dann vergleichen kann. An den Leerversuchen nahmen 111 M•inner und 46 Frauen tell. Da die Er- gebnisse der Leerversuche reit ungef•irbtem und gef•irbtem Wasset sich gegen- seitig best•itigten, d. h. keine wesentlichen Abweichungen voneinander auf- wiesen - und zwar weder bei den M•innern noch bei den Frauen - wurden sie zur endgtiltigen Prozent-Norm-Vergleichskurve zusammengefaBt. Entstehung der ProRent-Norm-V-ergleichskurven 1. Getrennte Errechnung der Prozent-Norm-Vergleichskurven ftir gef•irbtes und ungef•irbtes Wasset. a) Addition aller gleichlautenden Urteile, einerlei zu welchem Begriff. b) Division der 5 erhaltenen Summen dutch die Anzahl der Begrifle. Abb. 1. Prozent-Norm-Vergleichskurve (Wasset) Die wasserrelevanten Begrifle sind aus- sortiert, gef•irbter und ungef•irbter Leer- versuch zusammengefaBt. Anzahl aller ab- gegebenen Urteile: 13 452 = 100 ø/o % 70 60 50 3o 2o o 1 Zuordnungsgrad 2
522 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS c) Umrechnung der 5 Quotienten in Prozentzahlen• bezogen auf die Summe aller abgegebenen Urteile. 2. Durchschnittsbildung aus den Wetten der beiden Leerversuche. Eine Betrachtung der Prozent-Norm-Kurven ftir M•inner und Frauen (siet•e Abbildung 1) ergibt, dab sic sich in ihrem abfallenden Verlauf grunds•itzlich gleichen. Beide haben den Gipfel ganz links bei 0, fallen nach 1 hin betr•chtlich steil, yon da an leicht ab und laufen schlieBlich bei 4 fast parallel zur Abszisse aus. Das bedeutet, dab die 0-Urteile erwartungsgem•B bei weitem tiberwiegen und 4-Urteile am seltensten abgegeben wetden, wenn die Begrifle einem nicht duftenden Stoff zugeordnet wetden sollen. An dieset Stelle sei noch eine nachtr•gliche Bemerkung zur Erstellung der Prozent-Norm-Kurven gemacht. Bei ihrer Berechnung wurden diejenigen Be- griffskurven (der Leerversuche), die einen vom fiblichen abweichenden Verlauf aufwiesen und auBerdem zu einem wasserrelevanten Begriff geh6rten, ausge- schieden. Es handelt sich um die ftinf Begrifle: nattirlich, zart, leer, milde, schwach. B e gri ff s- Pro• ent-Kurven Um die Begriffsordnung zu den Riechstoffen derart zu veranschaulichen, dab ein bequemer Vergleich mit der Normkurve m6glich ist, stellten wit 66 Be- griffs-Prozent-Kurven pro Gruppe zu jedem Riechstoff her. (Wenn hier und im folgenden yon Gruppen die Rede ist, sind stets die beiden Gruppen der m•nn- lichen und Weiblichen Versuchspersonen gemeint). Da sechs Duftstoffe gebo- ten wurden, liegen also 6 x 66 x 2 = 792 Begriffs-Prozent-Kurven fur die Duftstoffe vor. (Hinzu kommen 2 x 66 x 2 = 264 Begriffskurven aus den Leerversuchen, die abet nicht mehr yon Interesse sin&) Entstehung und Bedeutung der Begriffs-Pro•ent-Kurven •u den ein•elnen Diiften a) Getrennte Ausziehung der 0-, 1-, 2-, 3- und 4-Urteile zu einem Begriff yon allen Versuchspersonen einer Gruppe. b) Eintragung der ftinf Summen als Ordinatenwerte tiber den zugeh6rigen Urteilsgraden auf der Abszisse = Begriffskurven. c) Umrechung der absoluten Zahlen in Prozentzahlen. d) Eintragung der 5 Prozentwerte als Ordinatenwerte tiber den Urteilsgraden auf der Abszisse = Begriffs-Prozent-Kurven. Eine Begriffs-Prozent-Kurve sagt uns also, wieviel Prozent aller Aussagen den betreffenden Begriff einem bestimmten Riechstoff als gat nicht passend etwas passend gut passend recht gut passend sehr gut passend zugeordnet haben.
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