W1RKUNGSWEISE ALUMINIUMHALTIGER ANTIPERSPIRANZIEN 289 kriiftig mit einem Handtuch abgerieben und dann nach weiteren 10 min nochmals die Feuchtigkeitsabgabe kontrolliert, um ein m6gliches vibratori- sches Schwitzen (6) auszuschlieBen. Das Ergebnis dieses Versuches zeigt Tab. 6. Tabelle 6 EinfluB der Beseitigung der Antiperspiranzien auf die Transpirationsreduktion Beseitigung des Antiperspirans n MeBwerte unbehandelt behandelt 24,0•-15,63 11,5ñ 7,83 26,8ñ14,35 21,2ñ10,65 42,6ñ19,81 16,0• 9,21 50,0ñ15,66 45,0ñ16,65 Hemmung in % Signifikanz p gegen unter- Kontrolle einander -- 20 53 0,001 Abrieb 20 19 0,05 0,01 -- 12 63 0,001 Abwaschen 12 10 0,05 0,01 Aus ihr ist zu ersehen, dab die Transpirationsreduktion dutch den Abrieb weitgehend aufgehoben ist. Noch welter zurfick geht die Transpirationshemmung, wenn - wie in einer weiteren Serie untersucht wurde - die Hiinde vor der erneuten Mes- sung mir Wasset und Seife gewaschen wurden. Hier ist es dann allerdings notwendig, etwa 30 rain bis zur niichsten Messung abzuwarten, damit die allf•illige Quellung die Ergebnisse nicht verfiilscht. Danach liegt die Reduk- tion der Transpiration dann gerade noch fiber der Fehlergrenze und erreicht einen Weft, wie man ihn etwa auch nach Anwendung des Deo-Sprays erhiilt. Die Ergebnisse der verschiedenen Testreihen lassen sich unter EinschluB der Auswertung der Vorversuche wie folgt darlegen: 1. Das angegebene MeBverfahren (unter Verwendung der Kapsel- methodik) ist zur Beurteilung der Transpirationsreduktion von Antiper- spiranzien geeignet und erlaubt auch in quantitativer Hinsicht einen Ver- gleich mir den Ergebnissen anderer Methoden der Transpirationsbestim- mung. 2. Um vergleichbare Werte der Transpirationsreduktion yon Anti- perspiranzien zu erhalten, ist die Berticksichtigung des Ausgangstranspi- rationsniveaus und der Umweltbedingungen (Temperarut, relative Luft- feuchtigkeit etc.) erforderlich. 3. Mit Hilfe der Pilocarpin-Iontophorese sind etwa die gleichen Re- duktionswerte wie bei thermischer SchweiBdrfisen-Stimulation zu er- halten, wenn die oben aufgeffihrten Bedingungen eingehalten wetden. 4. Die Transpirationsreduktion ist, wie eine Vergleichsuntersuchung mit einem colorimetrischen Verfahren gezeigt hat, im wesentlichen dutch eine Abnahme der Zahl der sezernierenden SchweiBdrtisen dutch das Anti- perspirans bedingt.
290 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS 5. Wasserfreie Rezepturen (in Sprayform) mit einem Gehalt zwischen 3 und 4% Aluminiumchlorid-Verbindungen zeigen eine gute und aus- reichende Reduktion der Transpiration in der Gr•SBenordnung von der- jenigen, die dutch 10- bis 15% ige wiiBrige Chlorhydrol-L•Ssungen zu er- zielen sind. 6. Dutch mehrikche Anwendung derartiger Antiperspiranzien nimmt deren Effekt nicht zu, auBerdem sind sie dutch mechanischen Abrieb und Waschen weitgehend von der Haut zu entfernen und haben dann kaum noch eine Wirkung. 7. W•ihrend an der gequollenen Haut der Antiperspirans-Effekt un- vermindeft gegentiber einer Normalhaut auftritt, vergr•SBert er sich etwas an einer vorgetrockneten Haut. Ein Lipidmantel vermindeft den Effekt fettRSslicher Al-chlorid-Verbin- dungen, ohne dab diese Ergebnisse staffstisch zu sichem gewesen w•iren. Da die Differenz jedoch d- 10 % der Transpirationsreduktion betragen kann, empfiehlt es sich, im Versuch auch in dieser Hinsicht auf vergleichbare Ausgangsbedingungen zu achten. ZUSAMMENFASSUNG Es wird tiber die Problematik der vergleichenden Transpirationsmessungen unter Anwendung verschiedener Antiperspiranzien berichtet und eine ge- eignete Versuchsanordnung unter Verwendung einer Kapselmethode zu die- sem Zweck beschrieben. Die bei Anwendung dieses Verfahrens zu ermitteln- den Transpirationsreduktionen des thermischen Schwitzens stehen mir denen nach Pilocarpin-Iontophorese und denjenigen, die mit einer colorimetrischen Methode zu gewinnen sind, in Einklang. Beztiglich des Wirkungsmechanis- mus der Aluminiumchlorid-Verbindungen wurde gefunden, dab Sprays mir 3 bis 4% derartiger Verbindungen ausreichend wirksam sind, wobei ihre Wirkung bei mehrfachem Gebrauch nicht zunimmt und mechanisch oder dutch Waschen der behandelten Haut weitgehend aufzuheben ist. Auch der Zustand der Hornschicht und der Hautoberfi•iche spielt eine Rolle, ohne dab die •nderungen staffstisch zu sichem gewesen w•iren. Sie soilten abet bei entsprechenden Versuchen berticksichtigt werden. LITERATUR (1) Fiedler, H. P., Der Schweifi, Editio Cantor, Aulendorf 1955. (2) Rentschief, G., Diss. Tiibingen 1972. (3) Tronnier, H., und Hoppe-Seyler, G., Aesthet. Medigin 14, 254 (1965). (4) Tronnier, H., und Kwoczek, I. I., Berufsdermatosen 17, 57 (1969). (5) E. Kauf und E. Zak, IViener klin. IVschr. 40, 1405 (1927). (6) Tronnier, H., Parfiimerie u. Kosmet. 57, 223 (1970).
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