552 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Die GeruchsreJze und ihre Darbietung Die Versuchspersonen konnten zwischen drei der handelsfiblichen Parfums ausw'ghlen: Das erste war ein nach Moschus, sehr animalisch riechendes Parfum, das zweite ein sehr blumiges, duftiges, und das dritte ein sehr schweres, stifles Parrum. Zu Beginn der Untersuchung hatten die Versuchspersonen sich ftir dasjenige Parfum zu entscheiden, dem ihrem subjektiven Empfinden nach am ehesten eine sexuell stimulierende Wirkung zukam. Zur Darbietung wurde mittels eines Atomizers eine relativ gleichbleibende Menge auf den Handrticken gesprfiht und von dieser Stelle w'fihrend der Bilddarbietung der Duft aufgenommen. Bei den Serien ohne Duft wurde ein Verstr6men des aufgesprtihten Duftes durch Oberziehen eines Handschuhes verhindert. Den Versuchspersonen wurde gesagt, sie s•ihen entweder eine Frau oder eine Stadt. Dement- sprechend waren drei Antworten m6glich: Frau, Stadt oder ich sehe nichts. Versuchspersonen und der Oft der Untersuchung Getestet wurden 25 mannliche Probanden im Alter zwischen 20 und 39 Jahren. Die Untersuchung wurde in der Psychosomatischen Klinik in Windach, N'fihe Ammersee, durchgeftihrt. C. Die Darstellung der Ergebnisse Als erstes galt es zu prtifen, ob das von uns verwendete Bildmaterial tatsachlich nach dem oben dargestellten Schema bestimmte Antworten nahelegte. Aufschluf• dartiber gab die Summe aller ,,Stadt"- bzw. ,, Frau"-Antworten bei den acht Dias. Diese Summen sind in dem folgenden Kurvendiagramm {Abb. 5} dargestellt. Man sieht an der B-Kurve, dag bei Dia 1 praktisch alle Versuchspersonen die stadtebauliche Ansicht wahmahmen und keine einzige den darin versteckten Sexinhalt erkannte. Abgesehen von einigen Irregularit&en nahm dann die Anzahl der ,,Stadt"- Antworten, wie zu erwarten war, ab, wahrend die Anzahl der ,,Frau"- Antworten (R-Kurve} zunahm. Der Schnittpunkt der beiden Kurven kennzeichnet jenen Bereich, wo eine Entscheidung zwischen ,,Stadt" und ,,Frau" als v611ig arbitr•ir anzusehen ist. Bei den Dias 6 und 7 wurde also keine der b½iden Altemativen favorisiert, so daf• wir in diesem Bereich den st•irksten Einflug der Duftapplikation, sofern diese tiberhaupt einen Einflug auf die Wahrnehmung hat, vermuten dtirfen.
SEX MOTIVES DURING ODOR PRESENTATION 553 -,-, 200 o I '- 150 lOO 5O DIA Abbildung 5 Auf der Abszisse stud die Dia-Positive 1 bis 8 aufgetragen. Die Ordinate zeigt die Summe aller ,,Frau"- bzw. ,,Stadt"-Antworten entsprechend der R- bzw. B-Kurve. Man erkennt dadurch die Wirkung der Dommanz des Stadtmotivs bzw. des Sexmhaltes der Dia-Positive •m Sinne einer Wahmehmungsselektion. Im S•iulendiagramm haben wir die Summen der ,,Frau"-Antworten {Abb. 61 bei den Dias 1 bis 8 eingezeichnet. Man sieht jewells zwei Qber- einander gezeichnete Siiulen, wobei die weige Siiule die ,,Frau"-Antworten, lOO 80 6o /..o 20 1 2 3 ,• 5 6 ? 8 __ -- F F F F F F F F Abbildung 6 Die H6he der weigen S•iulen kennzeiclmet die Sinrune aller ,,Frau"-Antworten mit Duft, die H6he der schraffierten Saulen die Summe aller ,,Frau"-Antworten ohne Duft auf die in der oberen Zeile angegebenen Dia-Positive. ,,F" bedeutet ,,Frau"-Antwort.
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