556 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS Parfumeinwirkung h•iufiger als die ohne Duft. Ausnahmen sind ledig- lich die Versuchspersonen 13 und 15. AuBerdem erkennt man •n dem unterschiedlichen Abstand der Kurven, daf• manche Probanden durch erotische Ddfte starker zur Wahmehmung sexueller Reize stimuliert werden als andere. Schlief•lich zeigt der enorm gezackte Verlauf der Kurve, wie unterschiedlich stark die Bereitschaft der untersuchten Personen war, unter den Versuchsbedingungen die Frau wahrzunehmen. Bemerkens- wert ist, daf• selbst jene Versuchsperson, die ohne Duft kein einziges Mal die Frau erkannte, sich mit Duft zu einer Sexantwort hinreit•en liet•. Die hier dargestellten Unterschiede waren statistisch gesehen dberaus signifikant. Die Zufallswahrscheinlichkeit betragt 1: 10.000. Das letzte $chaubild IAbb. 9} bezieht sich auf den Aspekt unserer Hypothese, der einen m/3glichen Einfluf• der verschiedenen Darbietungs- zeiten auf die Dufteinwirkung zum Gegenstand hatte. Auf der Ordinate sind die Antworthaufigkeiten der ,,Frau"-Antworten, auf der Abszisse die vier verschiedenen Darbietungszeiten aufgetragen. Die untere B-Kurve gibt die ,,Frau"-Antworten ohne Duft, die obere R-Kurve die ,,Frau"-Antworten mit Duft wieder. Man sieht, daf• sich hierbei unsere Erwartungen als nicht zutreffend erwiesen. Die Kurven verlaufen ungefahr parallel, was besagt, dag sich bei den von uns ver- wendeten Zeiten der Einflut• des Duftes auf die Wahrnehmung kaum verandert. /,0 20 • R B I I I '! 11250 11200 11170 1/125 "Frau" reit Duft "Frau" ohne Duft Abbildung 9 D•e Ordinate gibt die Summe aller ,,Frau"-Antworten bei der betreffenden, auf der Abszisse angegebenen Darbietungsze]t wieder. R-Linie: mit Duft, B-Lime: ohne Duft.
SEX MOTIVES DURING ODOR PRESENTATION 557 Diskussion der Ergebnisse und Ausblick Vorwissenschaft!iche Erfahrung fiber die Wirkung atherischer Ole auf den menschlichen Organismus ist Jahrtausende alt. Der objektive Nachweis solcher Effekte beim Menschen bereitet jedoch -- anders als bei vielet• stammesgeschichtlich alteren Lebewesen -- wegen seiner geringen Auspragung und der grot•en individuellen Schwankungen er- hebliche Schwierigkeiten. Ob ein Duft berauschend, belebend, beruhigend oder bet/firend wirkt, obliegt weitgehend subjektiver Erlebnisbeschreibung. Beim Versuch, die erogene Wirkung von bestimmten Dfiften aufzu- zeigen, beschritten wir einen indirekten Weg: Eine der Psychologie seit langem bekannte Eigenschaft des Organismus besteht darin, dat• seine jeweilige Bedfirfnislage die Leistungsfahigkeit der entsprechenden Sinnes- organe beeinflut•t. So nimmt ein hungernder Mensch jene Dinge, die reit Nahrungsmitteln zusammenhangen, bereits unter Bedingungen wahr, unter denen sie den Gesattigten verborgen bleiben. 'Ahnlich mfit•te -- und diese Annahme gait es zu pr0fen -- ein durch sogenannte erogene Dfifte stimuliertes Individuum Reize sexuellen Inhaltes schneller wahr- nehmen als unter Vergleichsbedingungen. Die von uns benutzte Untersuchungsmethode k/•nnte sich unter bestimmten Voraussetzungen und entsprechenden Abwandlungen f fir die Beantwortung weiterer Fragen eignen, z. B.: 1. Gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Parfumtypen in ihrer Auswirkung so, dat• die visuelle Wahmehmung ganz bestimmter Sexreize begtmstigt werden? Gibt es Dfifte, die z.B. speziell bei schwarzhaarigen Frauen besonders wirken? 2. Kann man Assoziationen, die man bei dem Geruch eines Parffim- /fils empfindet, mit dieser Methode erharten? Pa_gt zum Beispiel zu einem Parf'tirn/31 die Assoziation ,,grfine Wiese, Tau, Sommermorgen oder heit•er Badestrand mit Palmen"? 3. Endlich k/finnte man die immer wieder auftauchende Frage stellen: gibt es noch Rudimente von menschlichen Pheromonen, also Stoffen, die in ganz bestimmter Weise sexuell wirksam sind ? Zusammenfassung 20 m•innliche Versuchspersonen, denen mittels eines sogenannten Projektionstachistoskops Bilder mehrdeutigen Inhaltes kurzzeitig dar- geboten wurden, wurden getestet. Dargestellt war jewells ineinander
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