700 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS abgesetzten w•iBrigen Schicht. Wenn allerdings bei einer W/O-Emulsion die Viskosit•it des Ols sehr groB ist, wird der Vorgang nut sehr langsam - in extremen F•illen praktisch unbeobachtbar langsam - ablaufen. Ohne Zweifel muB man eine Emulsion, bei der die Koaleszenz soweit fortgeschritten ist, dab die Abscheidung einer koNirenten Phase der vorher dispersen Fliissigkeit erkennbar ist, als ,,zerst6rt" ansehen. Ob man hin- gegen eine Emulsion, die nut sedimentiert ist, in der abet die prim•iren Tr6pfchen ihre Individualit•it noch behalten haben, als ,,zerst6rt" ansehen will, ist nut eine Frage der Konvention. Wit wollen uns im Rahmen dieses Vortrages in dieset Frage nicht festlegen und betrachten die physikalisch- chemischen Voraussetzungen fiir die Stabilit•it einer Emulsion sowoN gegen Sedimentation als auch gegen Koaleszenz. STABILIT•T GEGEN SEDIMENTATION Wie schon erw•ihnt, spielt das Problem der Sedimentation nut bei ver- diinnten Emulsionen eine Rolle. Konzentrierte Emulsionen, wie sie in kosmetischen Zubereitungen meistens vorliegen, befinden sich ohnehin schon im Zustand des Sedimentes. Die Faktoren, die fiir das Sedimentieren maBgebend sind, sollen daher nut kurz behandelt wetden. Da sind zunichst zwei triviale, abet deshalb keineswegs unwichtige Ein- fiiisse zu nennen, nimlich die Dichtedifferenz zwischen den beiden Fliissig- keiten und die Viskosit•it der kohirenten Fliissigkeit. Diese Einfiiisse be- diirfen keiner niheren Erliuterung es ist ohne weiteres einzusehen, dab die Geschwindigkeit, mir der sich die Tr6pfchen unter dem EinfluB der Gravi- tation nach unten oder oben bewegen, um so geringer, die Stabilitit gegen Sedimentation also um so h6her ist, je kleiner die Dichtedifferenz und je gr6Ber die Viskositit der kohirenten Fliissigkeit ist. Insbesondere bei W/O-Emulsionen spielt die stabilisierende Wirkung einer hohen Zihigkeit des Ols sicher auch praktisch eine wesentliche Rolle. Wit haben bereits gesehen, dab die Sedimentationsgeschwindigkeit bei einigermaBen kleinen Tr6pfchen keine nennenswerte Gr6Be hat, solange die Tr6pfchen nicht aggregieren. Das gilt selbst dann, wenn die kohirente Fliissigkeit eine so niedrige Viskositit hat wie z. B. Wasset. Um eine Emul- sion gegen Sedimentation zu schiitzen, muB man also die Aggregation ver- hindern. In dieset Hinsicht bestehen bedeutende Unterschiede zwischen O/W- und W/O-Emulsionen. Die Aggregation von Oltr6pfchen in Wasset ist der Koagulation yon hydrophoben wiBrigen Solen analog und folgt daher auch weitgehend den gleichen Gesetzen (3). Die van der Waalssche Attraktion wiirde, wenn keine
ZUR THEORIE DER STABILITfi•T VON EMULSIONEN 701 weiteren Einfliisse vorhanden w•iren, bewirken, dab zwei sich n•ihernde Tr6pfchen aneinander halten bleiben. In Wirklichkeit wird abet die Wahr- scheinlichkeit des Aneinanderhaftens zun•ichst einmal dadurch vermindeft, dab die {31tr6pfchen im Wasset stets yon einer elektrischen Doppelschicht umgeben sind, welche sich der gegenseitigen Ann•iherung der Tr6pfchen widersetzt. Gew6hnlich sind die {31tr6pfchen in Wasset negativ geladen. Durch Adsorption anionischer Tenside, wie sie vielfach als Emulgatoren verwendet werden, wird die negative Ladung an der Grenzfl•iche C)l-Wasser erh6ht und damit die Schutzwirkung der Doppelschicht verst•irkt. Eine Erh6hung der Ionenst•irke, wie sie durch Zugabe gew6hnlicher Salze her- vorgerufen wird, bewirkt eine Abnahme der Dicke der Doppelschicht und somit eine Abschw•ichung der Schutzwirkung. Weiterhin haben Solvatschichten an der Tr6pfchenoberfl•iche - bei O/W- Emulsionen also Hydratschichten - eine stabilisierende Wirkung. Adsor- bierte Tensidmolekiile sind so orientiert, dab die hydrophilen und damit hydratisierten Gruppen in die w•iBrige Phase hineinragen. Auf diese Weise wird eine mehr oder minder geschlossene Hydrathiille gebildet, die sich einer Ann•herung der Tr6pfchen auf sehr kleine Abst•inde ebenfalls wider- setzt. Nun erstreckt sich an Grenzflichen Wasser-01 auch in die {31phase hinein eine elektrische Doppelschicht. Man k6nnte also zun•ichst meinen, d •lbbildung 2 Dutch die elektrische Doppelschicht bedingte potentielle Abstogungsenergie P• als Funktion des Abstandes fiir Oltr6pfchen in Wasset (O/W) und Wassertr6pfchen in O1 (W/O).
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