792 JOURNAL OF THE SOCIETY OF COSMETIC CHEMISTS also einen verminderten Vernetzungsgrad und einen erh6hten Gehalt an anionischen Gruppen. Direkte analytische Methoden zur Bestimmung der gebildeten Cysteins/iure- bzw. Cysteinreste sind vorhanden (4) (5), doch sind sie zu aufwendig und als Schnellmethoden zur Bestimmung der eingetre- tenen VeEinderungen im Faserproteinverband ungeeignet, da sie eine Hydrolyse voraussetzen und an eine elektrophoretische Auftrennung bzw. colorimetrische Bestimmung gebunden sind. Aus diesem Grunde hat die Alkali16slichkeit, obwohl es sich dabei um eine indirekte Methode handelt, ein weites Anwendungsfeld gefunden. Freytag wies als erster auf die verschiedenen M6glichkeiten des Einsatzes dieset Methode zur Untersuchung kosmetisch behandelter Haare hin. So gelang ihm der Nachweis der chemischen VariaNlit/it nativen Haares und der chemischen Differenz der Haare bei der Heterochromie. Ferner gelang ihm die Beschreibung des Haardauerverformungsvorgangs in Abh2ngigkeit yon verschiedenen Parametern und der Nachweis der M6glichkeit, die Fixierungsunterschiede diverset chemischer Verbindungen beim Dauer- verformungsprozeB zu vergleichen (6) (7) (8). Trotzdem sind in der Zwischen- zeit nut wenig neue Erkenntnisse dartiber gewonnen worden. Aus diesem Grunde und in Fortftihrung der Arbeiten tiber den EinfiuB yon Wasserstoff- peroxid auf die chemische Struktur von Humanhaar (9) soil daher in dieset Arbeit n/iher auf die Beziehung zwischen Alkali16slichkeit und Cysteins/iure- gehalt mit Wasserstoffperoxid behandelter Haarproben eingegangen wetden. BESCHREIBUNG DER VERSUCHE S tandard-t-]umanhaar Alle Untersuchungen wurden an unbehandeltem, mittelbraunem Human- haar durchgeftihrt. Es wurde mittels isoionischer W/ische und anschlieBender Extraktion mir Athanol von anhaftendem Schmutz und Fett befreit, gemischt, parallelisiert und zu Str/ihnen zu je 2 g gebtindelt. Blondierungsversuche 2 g Humanhaarstriihnen wurden in wiiBrigem Milieu mit 3, 6 und 9 % H•O• bei pH 9,0 w•ihrend 15, 30, 45 und 60 rain bei 40øC behandelt. Das FlottenverNiltnis betrug 1:10, der pH-Wert wurde mir verdtinntem Ammo- niak eingestellt. 2 g Humanhaarstr•ihnen wurden femer in Haarfestiger16sung - bestehend aus 2% Luviskol © VA 64 in 45 vol.-% igem )kthanol - mit 3, 6 und 9% H•O• bei pH 9,0 w•ihrend 15, 30, 45 und 60 min bei 54øC behandelt. Die eingestellte Haarfestiger16sung wurde mir einem Flachpinsel auf die Haar-
DIE ALKALILOSLICHKEIT 793 str2hnen aufgetragen, 5 min einwirken gelassen und anschlieBend die ent- sprechende Zeit unter der Trockenhaube belassen. 2 g Humanhaarstr2hnen wurden zus2tzlich in einem 0,5 •oigen Carbopol- Gel, das 3, 6 bzw. 9 % H202 enthielt, bei pH 9,0 wiihrend 15, 30, 45 und 60 min bei 54 øC behandelt. Auch hierbei wurde die eingestellte Carbopoll•Ssung mir einem Flachpinsel auf die Humanhaarstr2hnen aufgetragen, 5 min ein- wirken gelassen und unter der Trockenhaube getrocknet. Die so blondierten Striihnen wurden intensiv mir destilliertem Wasset gewaschen, getrocknet und in einem klimatisierten Raum aufbewahrt. D auerwe llver suche Eine 1 M Thioglykols2urel•Ssung wurde mir 0,5% Carbopol angedickt und mir verdiinntem Ammoniak ein pH-Wert von 9,0 eingestellt. Mir Hilfe eines Flachpinsels wurde das Gel auf die Haarstriihnen gebracht, 5 min ein- wirken gelassen und danach unter der Trockenhaube wiihrend 20 min bei 54øC getrocknet. Die so reduzierten Humanhaarstriihnen wurden gespiilt, danach in einer 3- und 6%igen H20=-L•Ssung - ebenfalls angedickt mir 0,5% Carbopol-Gel - bei pH 3,0 w2hrend 5, 10, 15 bzw. 20 min bei 54øC oxidleft, gut gespiilt und getrocknet. F•rbeversuche Mittels eines Flachpinsels wurden auf 2 g Humanhaarstriihnen entspre- chende Mengen von Standard-Haarf2rbel•Ssungen aufgetragen und 1 min einwirken gelassen. Diese vorbehandelten Striihnen wurden danach mir 3- bzw. 6%igen H•O•-L•Ssungen - angedickt mir 0,5% Carbopol-Gel und eingestellt auf pH 5,0 - bestrichen und w2hrend 5, 10, 15 bzw. 20 min bei 54 øC getrocknet, anschlieBend daran gut gespiilt und erneut getrocknet. Bestimmung der schwe/blhaltigen •4minos•uren Der Cystingehalt der Proben wurde polarographisch an der intakten Faser (10), der Cysteingehalt nach Kurzzeithydrolyse colorimetrisch be- sfimmt (5). Aus salzsauren Totalhydrolysaten wurde der Cysteins•iuregehalt durch Niedervoltelektrophorese besfimmt (4). Dazu wurden jewells 0,5 g Ausgangsmaterial ben&igt. Von jeder Probe wurden vier Bestimmungen durchgefifhrt, der h•Schste bzw. niedrigste Wert verworfen und das Mittel aus den Wetten der verbleibenden 3 Proben gebildet.
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